Rathmannsdorf l Die letzten Spiele vor der Winterpause wurden haushoch verloren. Halbe Handball-Ergebnisse standen da nach 90 Minuten an der Tafel. Was wird das werden im 100. Jahr des Vereinsbestehens? Die 1919 als Gründungsjahr steht hinter dem Sportverein Rathmannsdorf e.V. Und eine gehörige Portion Trotz – von Spielern, Trainer, Vorstand wie auch treuen Fans. Aufgeben ist kein Thema im Verein.

„Es ist noch nichts entschieden. Die Jungs wollen doch“, blickt Trainer Frank Oehme auf Spiele mit zumindest zahlenmäßig kompletter Mannschaft. Das war vor einem Jahr nicht so. „Wir haben viele Verletzte, nicht Spielberechtigte, aber immerhin vier Punkte mehr als vor einem Jahr.“ Da rettete die Rückkehr einiger Leistungsträger die zweite Halbserie – und den Klassenerhalt.

Selbst, wenn so ein kleines Wunder am Ende der diesjährigen Salzlandliga-Saison nicht erneut geschehen sollte. Der überwiegende Teil der Mannschaft würde auch in der Kreisliga spielen wollen, sagt Mannschaftssprecher und Co-Trainer Ronny Schneidewind. Mit einer Liga tiefer hätte man auch schon im letzten Jahr keine Probleme gehabt. „Wir haben eben das Geld nicht, um Spieler einzukaufen. Aber das will der Großteil unserer Mannschaft auch gar nicht, sondern wir wollen als echtes Freizeitteam auflaufen.“ Auf dieser Ebene habe Geld einfach nichts zu suchen, meint Schneidewind. Und Kevin Tollkühn unterstreicht: „Für Geld spiele ich nicht, auch in der nächsten Saison nicht. Wir sind eine gute Truppe, nur auf dem Platz eben momentan nicht.“

Die gute Truppe hat den Fans und sich schon viel Freude bereitet. Mit besseren Spielen, aber auch mit großen Familienfeiern. Der Verein kann auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken, gerade auch in den vergangenen Jahrzehnten. Immerhin über 30 Jahre führt ihn ein und derselbe „Präsident“. Peter Frey hat mit dem Verein schon zwei Jubiläen gefeiert, Spiele mit dem FC Magdeburg und FCM-Oldstars auf dem Platz am Köks erlebt, Vereinsfahrten „auf Schalke“, legendäre Weihnachtsfeiern...

Und er hat mit seinen Jungs natürlich schon Abstiege erlebt und Aufstiege gefeiert – bis in die Landesklasse. „Das muss erstmal einer so einem kleinen Verein nachmachen – und das mit einem Ort von 600 Einwohnern“, ist einer der Lieblingssätze des Vereinsvorsitzenden, in dem nicht wenig Stolz mitklingt.

Es ging rauf und runter. Aber auf die höchste Liga, die auf Kreisniveau gespielt wird – und das über Jahrzehnte – kann „Die Macht an der Liethe“ wahrhaftig stolz sein.

Und nicht zuletzt auf eine Sportstätte, die alles hat, was man zum Fußballspielen braucht – vom modernisierten Vereinshaus, an dem einst die Gemeinde, vor allem aber auch zahlreiche Fans und „Feierabendbrigaden“ ihren Anteil haben. Vor allem aber auch mit einem gepflegten Rasen – um den der SVR allerdings auch lange kämpfen musste.

Ob die Blau-Weißen nun Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt haben werden, bleibt wohl ein Geheimnis des „Fußball-Gotts“. Was sie auf jeden Fall auf die Beine stellen wollen, ist eine 100-Jahr-Feier, die voraussichtlich gleich nach dem Saison-Ende im Juni/Juli stattfinden soll. Und dazu würden sie sich wünschen, dass sich insbesondere diese Zeile eines ihrer Lieder bewahrheitet: „SV Rathmannsdorf, du bist niemals alleine...“

Ein nächster Schritt auf dem Weg zum Jubiläum wird eine Beratung zum Thema „100“ sein, die am Freitag, 18. Januar 2019, 18 Uhr, im Vereinshaus des SV Rathmannsdorf stattfindet. Potenzielle Unterstützer des SV Rathmannsdorf – auf allen Ebenen und für alle Bereiche – sind herzlich willkommen.