Güsten l Georg Reinke und Michael Drachau mühen sich bei der Beseitigung alter Betonpfähle. Klaus Homuth lässt die Schere sprechen beim ersten Schnitt frisch gepflanzter Obstbäume. Gartenfreunde schieben Karren durch die Anlage an der Rathmannsdorfer Straße. Der letzte Arbeitseinsatz des Jahres macht einen gut organisierten Eindruck, obwohl deren Mitglieder gar nicht in einem Regionalverband oder ähnlich organisiert sind.

Ein Ziel haben sie dennoch: Die wenigen Leerstandsgärten der Anlage sollen zu Streuobstwiesen umgewandelt werden, vielleicht schon im nächsten Jahr Insektenhotel und Wildblumenwiesen beherbergen.

Ideen

Vier Parzellen sind es an der Zahl, die Insekten und Vögeln einmal eine neue Heimat bieten sollen. Nach der letzten Hiobsbotschaft, die durch die Medien ging, wonach Experten einen Insektenschwund von 75 Prozent festgestellt haben, ist das eine richtig gute Nachricht aus Güsten.

Bilder

„Insekten sind doch lebenswichtig“, hofft auch Vereinsvorsitzender Gerald Dietrich, dass die Menschheit endlich zur Vernunft kommt, dass nicht mehr „nur noch ,Kohle machen‘ zählt“, sprich Spitzenerträge das Nonplusultra sind und alles „wie geleckt“ aussehen müsse. Wenn die vier Gärten aufgeräumt und zu Streuobstwiesen umgewandelt sind, werden die Gartenfreunde hier nur noch die Randstreifen mähen. Vielleicht klappt es auch, dass eine Parzelle zum Schulgarten wird.

Spende

Dietrich freut sich, dass nicht nur die eigenen Leute die ganzen Vorhaben unterstützen, wofür auch eine Spendenaktion gestartet wurde (Salzland-Kurier berichtete). Beim jüngsten Herbstsingen des Männerchors kamen immerhin 170 Euro zusammen, die zum Kauf hochstämmiger Obstbäume beitragen. 30 benötigt man insgesamt. Die ersten Bäume stehen. Der Bauhof der Stadt hatte beim Beräumen eines Gartens mit Technik geholfen, Reimund Schneider mit Transporten, das einheimische Kieswerk stellte 60 Tonnen Muttererde bereit. Da kommen schnell Summen in vierstelligen Euro-Höhe zusammen.

Für die bisherige Unterstützung bedankt sich Gerald Dietrich im Namen der Gartenfreunde recht herzlich und als Vorsitzender wiederum bei seinen engagierten Mitgliedern oder deren Familienangehörigen. Wie beispielsweise Kevin Ermentraut, der zwar keinen Garten hier hat, aber seine Eltern beim Einsatz vertrat – nach sehr kurzer Nacht, denn der junge Mann hatte beim Mitternachtsturnier der Güstener Volleyballer bis 3 Uhr mitgemacht, stand 9 Uhr aber schon wieder zum Arbeitseinsatz parat.

Ein einziger Leerstandsgarten bleibt übrigens als „schlechtes Beispiel“. „Der kommt aber auch noch dran“, lässt der Vorsitzende daran keinen Zweifel.