Staßfurt/Egeln l Für die neuen Gebührensatzungen für das Abrechnungsgebiet II des Verbandes, die für den Zeitraum 2017 bis 2019 gelten werden, gab die WAZV-Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht. Danach sinkt die Schmutzwassergebühr in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde, in der Stadt Hecklingen sowie in Löderburg, Neundorf, Winningen und Wilsleben ab dem 1. Januar des kommenden Jahres von 3,72 Euro je Kubikmeter Frischwasser um 41 Cent auf 3,31 Euro. Allerdings wird dafür im Gegenzug die Grundgebühr von bislang acht Euro pro Wohneinheit und Monat um einen Euro erhöht.

Die Gebühr für Kleinkläranlagen mit Überlauf wird von 1,99 Euro je Kubikmeter auf 4,91 Euro angehoben und die Niederschlagswassergebühr von 1,25 Euro je Quadratmeter Einleitfläche auf 1,17 Euro abgesenkt.

Die elf Kunden mit Kleinkläranlagen mit Überlauf zahlen 289 Euro pro Jahr mehr und die 150 Besitzer von Kleinkläranlagen 45 Euro. Die 155 Besitzer von abflusslosen Sammelgruben werden dagegen um 359,37 Euro pro Jahr entlastet, weil sie in der vorhergehenden Kalkulationsperiode zu viel bezahlt hatten.

„Alle Haushalte mit einem Verbrauch von 20 Kubikmeter Trinkwasser und mehr pro Person werden künftig sparen“, kündigte der Verbandsgeschäftsführer Andreas Beyer an. Den Berechnungen des Geschäftsführers zufolge werden die Belastungen für 98 Prozent der Kunden günstiger oder bleiben unverändert. „Ein Musterhaushalt spart pro Jahr 40,99 Euro“, sagte der WAZV-Chef. Bei der Schmutzwassergebühr werde dieser um 28,50 Euro entlastet. Bei der Regenentwässerung seien es 12,40 Euro.

Positiv werde sich die Übernahme des Ortsteils Cochstedt der Stadt Hecklingen auswirken. Dort fallen pro Jahr 40 000 Kubikmeter Schmutzwasser an.

„Von der Bürgerinitiative ,Bezahlbares Abwasser‘ wird immer gejammert, dass es so teuer ist“, sagte Beyer und verwies auf eine Statistik, nachdem ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 99 Kubikmeter Trinkwasser in der Bodeniederung mit Jahreskosten für Trink- und Abwasser in Höhe von 660,75 Euro rechnen müsse. Er liege damit unter dem Landesdurchschnitt, der 687 Euro beträgt. Am besten stehe beim Vergleich in der Region das Abrechnungsgebiet I des WAZV da, denn im Raum Staßfurt lägen die Jahreskosten nur bei 427,59 Euro. Das sei ein Spitzenwert, der in ganz Sachsen-Anhalt nicht unterboten werden könne, sagte Beyer.

Perspektivisch müssten sich die Verbraucher aber auf Preissteigerungen einstellen. Denn die Trinkwasserversorgung- und die Schmutzwasserentsorgung seien stark von Fixkosten für den Betrieb der Anlagen und das Leitungsnetz abhängig. Durch den Einwohnerschwund müssten immer weniger Kunden dafür bezahlen.

„500 Leute pro Jahr weniger sind kein Pappenstil.“

„500 Leute pro Jahr weniger sind kein Pappenstil“, sagte der Vorsitzende der Verbandsversammlung, der Staßfurter Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann. In der Bodeniederung habe sich die Zahl der Kunden in den letzten fünf Jahren von 24 196 auf 22 925 reduziert. Lediglich durch die Übernahme von Cochstedt werde sie zum 1. Januar 2017 wieder auf 23 946 steigen, sagte der Geschäftsführer.

Hinzu kämen die vom Trinkwasserlieferanten angekündigte Preissteigerungvon 15 Prozent ab 2018. Da müsse der WAZV den Preis von 1,34 Euro für einen Kubikmeter Trinkwasser neu kalkulieren.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Trinkwassergebühren bis 2021 auf knapp über 1,50 Euro pro Kubikmeter ansteigen werden. Beim Schmutzwasser müssen sich die Kunden im Abrechnungsgebiet I im Raum Staßfurt und Güsten auf eine Erhöhung der Abwassergebühr von 1,55 Euro je Kubikmeter auf knapp 2,50 Euro einstellen und im Abrechnungsgebiet II (Bodeniederung) auf zirka 3,64 Euro.

Durch den Anschluss von Cochstedt verändert sich auch die von der Einwohnerzahl abhängige Stimmenanzahl in der Verbandsversammlung geringfügig. Die Stadt Hecklingen bekommt dadurch eine Stimme mehr, die Verbandsgemeinde Egelner Mulde eine weniger.