Hecklingen l Eine seit langer Zeit fehlende Tafel am Gedenkstein in Hecklingen soll vor Jahren im Rathaus abgegeben worden sein. Das sagt ein Bürger, der berichtet, die Tafel für die Stadt abmontiert zu haben. Im Rathaus soll die Suche jetzt starten, denn die weit zurückliegende Abgabe der Tafel muss bei Mitarbeitern, die damals angestellt waren, hinterfragt werden. Der Hecklinger Jürgen Priese hat sich zum Beitrag „Denkmal für Nazi-Opfer beschädigt“ gemeldet. Die Volksstimme hatte in der zurückliegenden Woche berichtet, dass das 1955 errichtete Denkmal für die beiden in der Nazizeit im ehemaligen Schwurgericht in Dessau hingerichteten Hecklinger Bürger Karl Hans und Wilhelm Bieser an der Gierslebener Straße sich in keinem guten Zustand befindet. Die Namenstafel für Karl Hans fällt beinahe ab, und eine weitere Namenstafel für Wilhelm Bieser fehlt schon seit längerer Zeit. „Ich selbst habe die fehlende Platte als Mitarbeiter der Stadt vor einigen Jahren abgeschraubt, weil auch sie nur noch am seidenen Faden hing und durchgerostet war“, berichtet Jürgen Priese. Er erzählt, dass er die Platte damals im Rathaus abgegeben hat. „Zuletzt habe ich sie unter einer Treppe stehen sehen. Wo sie dann geblieben ist, weiß niemand“, meint Jürgen Priese. Er möchte klar stellen, dass das Denkmal nicht beschädigt wurde, sondern die Platte im Wissen der Stadt scheinbar abhanden gekommen ist. „Das ist ein Witz“, ärgert er sich über die Verwaltung. Priese weiß außerdem, dass der Hecklinger Motorradverein „Drachentöter“ daran interessiert ist, das Denkmal wieder instand zu setzen. „Der Vereinschef war im Rathaus, um nachzuforschen, wo sich die Platte jetzt befindet. Es ist aber nichts passiert“, meint Priese aufgebracht. Man habe sich kümmern wollen. Gern seien die Motorradfahrer auch bereit gewesen, finanziell zu helfen, dass zwei neue Platten gegossen werden können.

Mit dem Sachverhalt konfrontiert, teilte die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hecklingen Marion Strecker mit, dass Recherchen zum Verbleib der Platte jetzt Klarheit bringen sollen. „Wir sind dabei, in Erfahrung zu bringen, wo die Platte im Haus sein könnte.“ Denn Mitarbeiter, die damals dafür zuständig waren, seien jetzt nicht mehr bei der Stadt angestellt. „Wenn sie bei uns abgelegt wurde, muss sie ja irgendwo sein. Wir werden recherchieren und uns vor Ort ein Bild machen“, sagte Marion Strecker zu.