Staßfurt l Am Donnerstag, 9. April 2020, beginnt am Landgericht Magdeburg ein Prozess vor der 9. Wirtschaftsstrafkammer gegen drei Staßfurter. Einem 42-jährigem Mann, dessen 63-jähriger Mutter und einem 52-jährigem Mann werden Straftaten im Zeitraum April 2008 bis Ende Oktober 2012 vorgeworfen, die zu einem Millionenschaden geführt haben sollen. Während der 52-Jährige ein Außendienstmitarbeiter einer Maler- und Maurerfirma aus Staßfurt gewesen sein soll, sollen der 42-jährige Mann und seine Mutter diese Firma geleitet haben.

Die Angeklagten sollen gegenüber dem Finanzamt falsche Angaben getätigt haben. Es sollen Schwarzarbeit gegen Barzahlung bei Auftraggebern vereinbart sowie Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt worden sein. Der Schaden soll beträchtlich sein. Allein der Steuerschaden soll sich 2,7 Millionen Euro belaufen. Die nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge sollen rund 2,3 Millionen Euro betragen haben. Trifft dies zu, summiert sich nach Gerichtsangaben der Gesamtschaden auf 5 Millionen Euro.

Vorerst sind 55 Verhandlungstage angesetzt bis zum Januar 2021. Gerichtssprecherin Claudia Lanza-Blasig: „Das ist nicht unüblich. Es müssen viele Zeugen vernommen werden, viele Beweise anhand von Steuerbescheiden verlesen werden. Es kann sogar noch länger dauern. Davon gehe ich sogar aus.“

Die Höhe des Schadens sei vergleichsweise groß. „Das ist ein hoher Schaden, eine hohe Hausnummer und kein kleines Delikt“, sagt Claudia Lanza-Blasig. „Es könnte sich um einen besonders schweren Fall handeln. Dann ist eine Freiheitsstrafe über zwei Jahre ohne Bewährung möglich.“ Im Strafgesetzbuch sind Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren vorgesehen. Eine Geldstrafe sei nicht mehr vorgesehen.

Die am 9. April beginnende Verhandlung ist öffentlich. Prozessauftakt ist um 9.30 Uhr.