Staßfurt/Löderburg l „Die Sitzungen finden zwar planmäßig statt, aber auf Grund der gegenwärtigen Lage durch das Coronavirus ist der Ablauf nicht so, wie wir es in der Vergangenheit gewohnt waren“, informiert Sven Wagner, „Der erforderliche Sicherheitsabstand lässt auch räumlich nicht zu , dass bei den Ortschaftrats- und Ausschusssitzungen eine größere Anzahl von Besuchergruppen möglich ist.“

Aus diesem Grund wird die für diesen Mittwoch, 18.30 Uhr, im Löderburger Ortschaftsrat geplante Behandlung des Hallenbeschlussvorschlags nun erst in der Sitzungsrunde nach den Sommerferien erfolgen.

Dass eine Information der Verwaltung dazu im Vorfeld über die Presse erfolge, habe er unter anderem auch mit dem Löderburger Ortsbürgermeister abgestimmt, so Wagner am vergangenen Freitag.

In der Pressemitteilung werde über den Vorschlag der Verwaltung informiert, welcher dem Ortschaftsrat Löderburg und auch den Mitgliedern der zuständigen Fachausschüsse bereits vorliegt.

So wird nochmals dargelegt, wie es zur Sperrung der Halle am 28. Januar 2019 kam – nämlich als Ergebnis einer Brandsicherheitsschau durch das zuständige Fachamt des Salzlandkreises.

Sanierung oder Fahren

Für den Oberbürgermeister ergeben sich aktuell zwei Alternativen, die sich gegenüberstehen: Eine Sanierung der Sport- und Mehrzweckhalle als Schul- und Vereinssporthalle mit möglicher Fertigstellung im Jahr 2024 mit dann zehnjähriger Nutzungszeit als Schulsporthalle. Investitionsvolumen: knapp 2,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stehe die Durchführung des Schulsports in der Salzland-Sporthalle in Staßfurt-Nord mit einem Aufwand, bezogen auf einen zehnjährigen Zeitraum in Höhe von 80.000 Euro.

Bevor die Verwaltung zu diesem Vorschlag gekommen ist, wurden von verschiedenen Planungsbüros mehrere Varianten – von der Sanierung bis zum Neubau – betrachtet. Die Grundlagenermittlung-Vorentwurfsplanung lag der Stadt bereits im August 2019 vor. Diese Ergebnisse wurden schließlich auch dem Ortschaftsrat und den Fachausschüssen im vergangenen Jahr noch mitgeteilt.

Sanierungs-Varianten

Die fünf Varianten der Grundlagenermittlung hatten auch Kostenschätzungen mitgeliefert. Demnach sollte die Sanierung als Mehrzweckhalle rund 2,9 Millionen Euro (brutto) kosten, die Sanierung als Schul- und Vereinssporthalle rund 2,5 Millionen Euro.

In beiden Fällen wäre das Obergeschoss nicht weiter nutzbar. Die Halle würde bis auf den Rohbau zurückgenommen. Trotz geplanter Baugrundverbesserungsmaßnahmen wären weitere Setzungen nicht auszuschließen. Ob es bei den geschätzten Sanierungskosten bleibt, könnte in beiden Fällen nicht garantiert werden.

Neubau-Varianten

Drei Ersatzneubau-Varianten lässt die Ermittlung erkennen: Als Schul- und Vereinssporthalle am selben Standort für rund 3,4 Millionen Euro (brutto) inklusive 264.500 Euro Abbruchkosten. Besonderheit: Bohrpfahlgründung in tragfähige Bodenschichten bis in sechs bis zehn Meter Tiefe.

Ein Ersatzneubau als Schul- und Vereinssporthalle an einem anderen Standort wird mit 2,5 Millionen Euro geschätzt, ein Grundstück (3.000 bis 3.600 Quadratmeter würde benötigt).

Und der Neubau einer Mehrzweckhalle mit noch zu klärendem Standort würde etwa vier Millionen Euro kosten.

Die Verwaltung zeigt sich bewusst, dass Bedarf sowohl seitens der Grundschule Löderburg als der Vereine besteht.

Die Schülerzahlen würden einen Bestand der Grundschule nach den zurzeit geltenden Regelungen zur Schulentwicklungsplanung bis 2030 erkennen lassen. Mit Blick auf die bisherige Nutzung der Sport- und Mehrzweckhalle durch Vereine gehe man auch von einem zukünftigen Bedarf diesbezüglich aus.

„Der bisherige Nutzungszweck als Mehrzweckhalle wird unter Berücksichtigung der zu erwartenden wesentlich höheren Kosten und der bisherigen Diskussion in den Gremien nicht weiter verfolgt“, heißt es in dem Beschlussvorschlag.

Also rückte die Verwaltung bei der Abwägung zwischen Sanierung und Ersatzneubau einer Schul- und Vereinssporthalle die Kosten in den Mittelpunkt. Nicht zuletzt, weil Fördermöglichkeiten noch unklar seien.

In den Fokus sei bei den Überlegungen im Vorfeld auch die Unterbringung des Kinder- und Jugendzentrums Löderburg in der Halle gerückt.

Als wirtschaftlichste Variante sieht die Stadtverwaltung nun die Sanierung der bestehenden Halle, was unter Berücksichtigung der Finanzlage der Stadt Staßfurt weiter verfolgt werden soll.

Die Stadt lässt aber auch nicht unerwähnt, dass der Schulsport eine Alternative in Staßfurt-Nord hätte, welche gegenwärtig genutzt wird. „Der jährlich Aufwand beträgt hier für den Schülertransport etwa 8000 Euro. Hier ist auch die Durchführung des Schulsports in der Salzland-Sporthalle möglich. Für die Vereine gäbe es dann aber keine wohnortnahe Möglichkeit“, wird in dem Beschlussvorschlag der Stadt festgestellt und: „Gleichwohl würden es die Kapazitäten in den übrigen Staßfurter Sporthallen ermöglichen, den Bedarf aus Löderburg abzudecken.

2,5 Millionen oder 80.000

Eine Hallensanierung für Investitionen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro sei im Haushalt 2020 mit seiner mittelfristigen Planung von 2021 bis 2023 nicht enthalten, wird letztendlich deutlich gemacht. „Eine Berücksichtigung dieser Investition hätte in dem Haushaltsjahr voraussichtlich zur Folge, dass die Kreditaufnahme entsprechend erhöht werden muss, da eine Finanzierung aus erwirtschafteten Eigenmitteln nicht möglich ist. Weiterhin würde der Ergebnishaushalt zusätzlich mit Abschreibungen in Höhe von etwa 100.000 Euro pro Jahr belastet.“

Bei einer Entscheidung gegen die Sanierung der Sport- und Mehrzweckhalle Löderburg würde für den Transport der Grundschüler ein jährlicher Aufwand von etwa 8000 Euro entstehen. Der jährliche Aufwand ist bereits in der aktuellen Haushaltsplanung berücksichtigt.

„Auf der Grundlage oben genannter Überlegungen schlage ich dem Stadtrat vor zu beschließen, dass bei den weiteren Überlegungen zur Sicherung des Schul- und Vereinssports in Löderburg die Sanierung der Sport- und Mehrzweckhalle Löderburg insoweit weiter verfolgt wird, als das eine weitere Nutzung als Schul- und Vereinssporthalle und die Unterbringung des Kinder- und Jugendzentrums Löderburg ermöglicht werden kann“, so Oberbürgermeister Sven Wagner abschließend, „Dabei ist die Finanzlage zu berücksichtigen, welche nach dem jetzigen Stand eine Einplanung im Haushalt der Stadt Staßfurt frühestens nach Abschluss der STARK III-Maßnahmen zulässt.“