Staßfurt l Eins soll die Lücke am Stadtsee auf keinen Fall werden - eine unendliche Geschichte. Selbst Laien erkennen, dass ein letzter Mosaikstein im sonst ansehnlichen Gesamtkomplex der Zentrumsgestaltung fehlt. Der Große Markt ist unberührt. Bis jetzt!

Nun schmeißen sich Wohnungs- und Baugesellschaft sowie Stadt als Partner ins Zeug, um einen lange gehegten Plan zu verwirklichen. Die Bebauung am Großen Markt soll Realität werden.

Seit der Internationalen Bauausstellung IBA 2010), die mit viel Fachberatung und vor allem Förderung Stadtsee, Streuobstwiese, Brücke, Kirchengrundstück und Co. als neue Staßfurter Mitte hervorgebracht hat, gibt es die Pläne dafür. Alle scheiterten an geplatzten Partnerschaften oder fehlendem Geld.

Jetzt der neue Anlauf von Wobau und Stadt. Das Kompetenzzentrum Stadtumbau des Landes Sachsen-Anhalt berät.

Die Wobau will mit ihrem Engagement ein klares Signal setzen, sagt Geschäftsführer Jürgen Wedekind. Zum einen für die Mieter mit modernen Angeboten, zum anderen auch für die Stadtentwicklung. „Uns ist die zentrale Stadtseelage wichtig. Das bedeutet lukratives Wohnen“, sagt der Wobau-Chef. Zudem wolle man mit helfen, das IBA-Konzept mit zum Tragen zu bringen und endlich zu verwirklichen. „Wir planen, 14 Wohnungen neu zu bauen, die alle barrierefrei und über einen Fahrstuhl zu erreichen sind, so altersgerechtes Wohnen ermöglichen.“ Beim Zeitplan orientiere man sich an der Stadt. Doch Jürgen Wedekind rechnet nicht mit dem ersten Spatenstich vor 2017.

Die Stadt will ebenfalls ein Gebäude selbst bauen, was auf Dauer günstiger sei als sich permanent einzumieten. Hier sollen nach Aussage von Baufachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann das Archiv, die Bibliothek und ein Multifunktionsraum Platz finden.

Der Stadtrat muss im Januar allem per Beschluss zustimmen, dass die Stadt diesen Weg verfolgen und mit der Wobau kooperieren soll. Auch ein Signal: Denn diesen Grundsatzbeschluss fordert das Land als Fördermittelgeber. Gleichzeitig wird die Idee, dass Archiv ins alte Depot im Athenslebener Weg zu setzen, damit auf Eis gelegt. Im Ausschuss für Kultur, Bildung und Sport fand das Vorhaben mehrheitliche Zustimmung. Hier wurde allerdings die Forderung aufgemacht, dass die Bibliothek sich wie beim Umzug nach Nord nicht noch einmal verkleinern dürfe.

Informationen

Zum jetzigen Planungsstand hält sich die Wohnungs- und Baugesellschaft (Wobau) mit konkreten Zahlen zurück

 

Die Stadt nennt aber in der Vorlage zum Grundsatzbeschluss aber Kostenschätzungen

 

Als Bauherren errichten die Stadt und die Wobau jeweils ein Gebäude

 

Die Wobau würde nach ersten Schätzungen der Stadt knapp 3 Millionen Euro investieren, eine Förderung von 1,4 Millionen Euro steht in Aussicht

Die Stadt würde rund 2,6 Millionen Euro investieren, verteilt auf drei Jahre. 1,7 Millionen Euro Förderung könnten aus dem Stadtumbauprogramm Ost kommen. Jetzt stehen noch Mittel aus 2011 und 2013 zur Verfügung. 2016 wird eine neue Förderung beantragt, dazu Eigenanteile aufgebracht