Hecklingen l „Sie sind jetzt happy!“ Dieser freundlich gemeinten Anmerkung einer Besucherin der offiziellen Einweihung des neuen Grundschulgebäudes in Hecklingen entgegnete Schulleiterin Cornelia König sofort mit einem zusichernden Lächeln. Auf den Tag genau konnte die Lehrerin sofort sagen, wann der erste Bautrupp im vergangenen Jahr anrückte. Danach wurde die Schulbaustelle am 26. Mai 2018 eröffnet.

Jetzt ist eine umfangreiche Teilsanierung zu Ende. Die Schule wurde mit Fördermitteln (rund 690.000 Euro) und Geld aus der Investitionspauschale der Kleinstadt erneuert. Insgesamt kostete die Sanierung 890.000 Euro. Das auch von außen sichtbare neue Herzstück ist ein Anbau. Mit ihm erhielt das Haus neue Sanitäranlagen. Denn zuvor mussten die Kinder aus dem Haus über den Schulhof zur Toilette gehen. Das ist jetzt Geschichte. Über ein neues Treppenhaus sind nicht nur die WC-Räume der Mädchen und Jungen, sondern neu geschaffene Zimmer mit Garderoben erreichbar. Der neue Aufgang führt nach oben zum sanierten und frisch ausgebaute Dachgeschoss. Auf rund 250 Quadratmetern Gesamtfläche wurde dort in den vergangenen Monaten alles komplett umgekrempelt.

Neue Wege

Ein neuer großer Unterrichtsraum für Ethik und Sachkunde ist so entstanden. Hier soll in Kürze auch die Bibliothek einziehen. Außerdem befindet sich im Dachgeschoss das neue Lehrerzimmer, das Büro der Schulleiterin und ein EDV-Raum.

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Für die 114 Kinder der Schule müssen sich die neuen damit verbundenen Wege jetzt noch einspielen. „Wenn wir nach oben gehen, nehmen wir die Treppe über den neuen Anbau“, erklärt die Direktorin. Und wenn es runter gehe, werde das frühere Treppenhaus genutzt. Denn das ist jetzt mit dem neuen Aufgang im Dachgeschoss über einen Flur verbunden.

Die Kinder finden das jedenfalls toll, bestätigt Cornelia König. Sie berichtet, dass die Mädchen, wenn sie zur Toilette im ersten Obergeschoss gehen, sogar den „offiziellen längeren Weg der Einbahnstraße freiwillig nutzen, weil das Dachgeschoss so schön ist, sagen sie“, schmunzelt die Direktorin.

Viele Hürden

Sie berichtet weiter, dass sich der Planer mit seinem Farbkonzept noch einen besonderen Hingucker einfallen ließ. Gemeint ist ein blauer Himmel mit darauf gezeichneten Wolken im Obergeschoss. Große und viele Fenster im Dachgeschoss sorgen für einen offenen Blick und viel Licht. Aus dem Büro der Schulleiterin schaut man direkt auf die zwei Türme der Basilika.

Doch ausschließliche Freude war in den vergangenen Monaten nicht immer der Begleiter des Vorhabens. Viele Hürden waren für Stadt, Verwaltung und Schule gemeinsam zu nehmen. Lieferengpässe, unerwartete Sanierungsmaßnahmen im Dachgeschoss am Holz und der Marktsituation geschuldete erhöhte Preise trieben die ursprünglich kalkulierten Baukosten in die Höhe.

Ganz am Anfang waren 640.000 Euro eingeplant. Im Mai des vergangenen Jahres stand fest, dass weitere 150.000 Euro nötig sind. Denn Hecklingen hatte Schwierigkeiten, Handwerksfimen für die öffentlichen Aufträge zu finden. Grund war der Bauboom, der vielen Betrieben volle Auftragsbücher bescherte. Firmen könnten sich im Moment gewissermaßen aussuchen, wo sie ihr Geld verdienen, hieß es. Und deshalb seien auch in Hecklingen Angebote gegenüber der Kostenschätzung höher ausgefallen als geplant, so die Begründung.

Schwer Mängel

Im November 2018 stand weiter fest, dass zusätzliche 100.000 Euro nötig sind. Denn beim Ausbau des Dachgeschosses stellte sich heraus, dass weitere Arbeiten zur Sanierung des Dachstuhls nötig sind, weil sich schwere Mängel ergaben, die vorher nicht ersichtlich waren.

Die Maßnahme war immer wieder Thema der öffentlichen Diskussion im Stadtrat, auch kritische Anmerkungen, dass alles zu teuer wird, musste sich der Bürgermeister samt Bauteam gefallen lassen. Am Mittwoch zählte für alle Beteiligten ausschließlich das Resultat der Bemühungen.

„Jetzt hat sich gezeigt, die Schule ist kein Fass ohne Boden, wie kritische Stimme einst behaupteten, sondern ein Fass mit Boden“, sagte Bürgermeister Epperlein. Er bezeichnete die Teilsanierung als einen Gewinn für die Schüler und Lehrer sowie den gesamten Ort und dankte allen daran Beteiligten. Das kam von den Kindern und Lehrern wieder zurück. An den Planer gerichtet sagte Cornelia König: „Ihre Ideen haben das Ganze zum Leben erweckt und unsere Schüler werden es jetzt mit Leben füllen.“

Positiv gewertet wurde auch das neue Farbkonzept in Grau und Orange. So verschmelzen Anbau und Altbau im Inneren auch optisch miteinander.