Altkreis Staßfurt l Je älter der Mensch wird, desto blasser werden die Erinnerungen an die früheste Kindheit. Wer kann sich schon noch an schöne Momente in der Kita erinnern, an das Spielen auf dem Spielplatz, wie der Sand und wie das Klettergerüst sich angefühlt haben? Doch ein Tag überstrahlt immer und zu jeder Zeit die gesamte früheste Kindheit: Der Tag der Einschulung! Als die Zuckertüte geleert wurde, in der liebevoll von der Familie die kostbarsten Süßigkeiten versteckt wurden. Als der Dreikäsehoch, der man selbst ja war, im Mittelpunkt stand, sich die gesamte Familie in Schale warf und in der Schule ein Programm vorbereitet wurde, um den kleinsten Schülern den Übergang in den neuen Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu machen.

In diesem Jahr wird wohl alles ein wenig anders. Kinder, die Ende August eingeschult werden, haben leider das Pech, dass die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie so manche Feier ein wenig einschränken werden. Aber ganz absagen? Nein, das ist für die Schulen im Altkreis Staßfurt durch die Bank weg keine Option. Die Einschulungen finden statt! Überall gibt es bereits Pläne.

Ines Pahl, Schulleiterin im Grundschulzentrum Bördeblick in Groß Börnecke, bringt es dabei auf den Punkt. „Das ist ein Höhepunkt, den es nur einmal im Leben eines Menschen gibt. Natürlich wird es bei uns Einschulungen geben in geeigneter Art und Weise.“ Wenn gleich das Programm etwas anders ausfällt. Die Tanzmäuse aus Cochstedt werden diesmal nicht auftreten können. Es kann nicht gesungen werden. Aber: „Deswegen muss die Feier nicht schlechter sein. Das ist die Chance umzuplanen“, sagt Pahl. Aus der Krise zieht die Schulleiterin Kraft. „Wir werden Lieder einspielen, es werden Gedichte vorgetragen. Meine Rede wird etwas anders ausfallen.“ Sie freut sich bereits auf den 29. August, wenn die Grundschule in Groß Börnecke Zuwachs bekommt. Die Einschulung wird wie immer im Saal stattfinden. Dafür in kleinerem Rahmen. Nur die Eltern können dabei sein.

Unter freiem Himmel

Kreativ in ungewohnten Zeiten ist auch die Grundschule „An den Linden“ Wolmirsleben. Fand die Einschulung in den vergangenen Jahren im Förderzentrum oder der Aula statt, zieht man diesmal um. „Die Einschulung wird unter freiem Himmel auf dem Schulhof stattfinden“, berichtet Lehrerin Bettina Purmann. Zudem wird die Einschulung nicht wie sonst an einem Sonnabend, sondern an dem Freitag davor, dem 28. August stattfinden. „Dann sind die älteren Kinder sowieso in der Schule“, sagt Purmann. Dann fällt es leichter, ein Programm auf die Beine zu stellen. Aber auch in Wolmirsleben findet die Feier in einem kleineren Rahmen statt. Gesungen wird dabei auf alle Fälle. Weil die Feier unter freiem Himmel ist, fällt diese Corona-Verordnung des Gesangsverbotes weg. Abstands- und Hygieneregelungen gelten aber auch hier. Genauso wie bei allen anderen Einschulungen im Altkreis Staßfurt. Nur die Sorgeberechtigten dürfen dabei sein. 26 Kinder werden im kommenden Schuljahr in Wolmirsleben in einer Klasse eingeschult.

Der Plan steht bereits. Auch in der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Staßfurt. Noch sind die Eltern nicht im Detail informiert. Schulleiterin Heike Härtge will deshalb noch nicht zu viel verraten. Aber: „Es wird eine Feier geben“, sagt sie. „Das ist ein Höhepunkt für jeden Schüler. Das wollen wir entsprechend würdigen und feiern.“ Auch in der Goethe-Grundschule wird die Einschulung am 29. August stattfinden. „Der Rahmen wird kleiner ausfallen“, so Härtge. Die Begrüßung der Kleinsten soll aber ebenso herzlich ausfallen wie in den vergangenen Jahren auch.

In der Grundschule Löderburg wird es am 6. Juli einen Elternabend geben. Die Eltern der bald stolzen Schulkinder werden dann darüber informiert, wie das Schuljahr 2020/2021 in dem Bodedorf an der kleinen Schule für ihre Kinder angegangen wird. Schulleiterin Andrea Haberzettl will sich mit den anderen Staßfurter Grundschulen noch absprechen. Sie sagt aber: „Eine Feier im kleineren Rahmen wird es auf jeden Fall geben.“ Kleines Theater wird es womöglich geben. Eine kleine Trommelgruppe steht in den Startlöchern. „Wir bereiten ein Programm vor“, sagt Haberzettl. Die Grundschule in Löderburg ist eine der kleinsten Grundschulen im Kreis. 13 Kinder werden am 29. August eingeschult. „Wie meistens wird es eine einzügige Klassenstufe“, so Haberzettl. Heißt: Es wird nur eine erste Klasse geben. Die Zahl der Schüler in Löderburg sinkt damit. 18 Kinder verlassen in diesem Sommer die vierte Klasse, nur 13 kommen aber eben im August neu dazu. „Aber die Kita ist voll. Die Zahlen werden in Zukunft wieder steigen“, ist Andrea Haberzettl zuversichtlich.

Angela Krenckel-Herrmann – Leiterin der Grundschule Güsten – teilt mit, dass auch hier am 29. August die Einschulung stattfinden wird. „Wir werden die Einschulung unter freiem Himmel im Garten am Schulhof durchführen“, sagt sie. Dabei werden die zwei Klassen mit 50 Schülern getrennt eingeschult. Nur die Eltern dürfen auch hier bei der Feier dabei sein. Bänke sorgen für den Mindestabstand zwischen Familien. Und es wird auch ein Programm geben. Alle Kinder bekommen eine Sonnenblume, das Zebra Franz wird einen Teil der Feier begleiten. Es werden Gedichte gelesen, es wird gesungen. Luftballons werden das Gelände schmücken. „Es soll eine würdige und schöne Veranstaltung werden“, so Krenckel-Herrmann. Dieser steht freilich auch in Corona-Zeiten nichts im Wege.