Staßfurt l Seit Weihnachten ist das Instrument in der Aula der Staßfurter Schule aufgebaut. Die Orgel kommt aus dem Gymnasium Egeln. Für den Umzug musste sie komplett auseinandergebaut werden. Bevor die vielen Pfeifen und Einzelteile der Technik wieder zusammengesetzt wurden, reparierte die Halberstädter Orgelbaufirma Hüfken die verschlissenen Teile. Dann passten die Experten das Instrument klanglich seinem neuen Aufstellungsort an und schuf auch einen schönen Prospekt, wie die Schauseite der Orgel genannt wird. Für feinste Details sorgte Schulhausmeister Bernd Friedrich. „In akribischer Kleinarbeit fertigte er Dekorteile für den Prospekt, die sich an den Verzierungen der historischen Holztüren der Aula orientieren“, sagt Bettina Eisenächer.

„Alles ist sehr gut gelungen und schafft wunderbare Verbindungen zwischen dem Raum und dem Instrument“, sagt die Fachbereichsleiterin für Musik am Gymnasiums der Salzstadt. Bernd Friedrich arbeite auch viele andere Holzteile, wie die Orgelbank und die Verschlussklappe des Spieltischs auf.

Dem optischen Eindruck, den die Musiklehrerin beschreibt, steht der klangliche in Nichts nach. Bettina Eisenächer hat die Orgel oft gehört und gespielt. „Das ist ein wunderbares Schul-instrument.“ Die Klangfarben der zehn Register kämen in der Akustik der Aula herrlich zum Tragen. Der Klang sei direkt, präsent in leisen wie in lauten Registrierungen, aber niemals erdrückend.

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Schüler üben

Das besondere Inventar des Gymnasiums hat längst auch die Neugier und Musizierfreude der Schüler auf sich gezogen. Die Orgel spielt im Musikunterricht eine Rolle, wenn es in verschiedenen Klassenstufen um Instrumentenkunde oder um die Musik des Barockzeitalters geht. Dann können die Lernenden staunend vor dem Instrument stehend viel über seine komplizierte und zugleich geniale Funktionsweise erfahren. Zukünftig, lässt die Musikkoordinatorin in die Planungen des Gymnasiums blicken, soll auch Orgelunterricht zum Ganztagsangebot der Schule gehören. Kantor Werner Jankowski, Orgelsachverständiger des Evangelischen Kirchenkreises Egeln, hat dazu seine Bereitschaft signalisiert. Und längst gibt es Gymnasiasten, die Orgel spielen können. „Alle sind stolz, dass es diese Orgel hier jetzt gibt und nehmen sie gut an.“

Und sie üben schon fleißig, denn die jungen Hobbyorganisten werden gemeinsam mit dem Schulchor, Kantorin Birgit Wassermann von der Leopoldshaller Johanniskirche und weiteren Instrumentalisten aus dem Gymnasium das offizielle Einweihungskonzert bestreiten. „Wir haben die große Besetzung gewählt und wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die neue Orgel von Anfang an in den Reigen der musikalischen Angebot der Schule gehören soll“, beschreibt Bettina Eisenächer die konzeptionelle Idee des Abends. In dessen Rahmen werden alle Sponsoren öffentlich gewürdigt. Viele haben mit Spenden die Umstellung der Orgel ermöglicht, alles hat nach Angaben der Schulleitung rund 24 000 Euro gekostet.

Zum Konzert sollen und können aber alle Orgel-Neugierigen kommen. Denn „Die Orgelmaus“ wird im Gespräch mit Birgit Wassermann das Instrument vorstellen und Erklären. „So nah kommt man dem Instrument Orgel selten“, verspricht Bettina Eisenächer und lädt herzlich zum Weihekonzert ein.

Das Einweihnungskonzert ist am Donnerstag, 30. März, und beginnt um 18 Uhr