Egeln l Burchard Führer will in Egeln bis zu sechs Millionen Euro investieren und das ehemalige Gymnasium zu einem modernen Seniorenheim um- und ausbauen. Das Haus soll nach seiner Fertigstellung über 64 Plätze für pflegebedürftige Menschen verfügen. Damit verbunden sind insgesamt 35 neue Arbeitsplätze.

Wie der Unternehmer der Staßfurter Volksstimme sagte, sei alles fertig. Auch die Finanzierung stehe. Jetzt fehle nur noch das Gutachten zum Brandschutzkonzept. Solange das nicht vorliegt, gibt es keine Baugenehmigung von der Landkreisverwaltung. Der Landkreis habe einen 68-jährigen Mann damit beauftragt, das entsprechende Konzept zu erarbeiten, sagte Führer. „Es ist alles abgestimmt und erarbeitet. Aber der Mann schafft es seit einem Vierteljahr nicht das Protokoll zu schreiben“, so der Investor.

Er ärgert sich darüber, dass er sich durch den vermeintlichen Stillstand in Egeln lächerlich macht. Es vergeht kaum eine Stadtratssitzung, in der Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) nicht danach gefragt wird, wann die Bauarbeiten am Gymnasium endlich beginnen.

In diesem Zusammenhang verwies Burchard Führer darauf, dass ihm für das Objekt Kosten anfallen. So habe er zum Beispiel einen Hausmeister eingestellt.

Er habe bislang den Eindruck gehabt, dass es im Salzlandkreis und in der Stadt Egeln gewollt sei, das Projekt voranzutreiben. „Der Verbandsgemeinde-Bürgermeister, der Bürgermeister bis hin zum Landrat unterstützen mich, aber es passiert einfach nichts“, sagte der Investor.

Er macht sich Gedanken, dass ihm die Zeit davon läuft und die Entwicklung an seinem Unternehmen vorbei geht, denn es entstehen andere Einrichtungen. „Wenn wir zu spät kommen, werden wir das nicht mehr realisieren“, gibt Burchard Führer zu bedenken.

Auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme teilte der Pressesprecher der Landkreisverwaltung, Marko Jeschor, zu diesem Sachverhalt mit: „Das Gutachten des beauftragten Brandschutzprüfers zu der genannten Immobilie liegt unserem Fachdienst Bauordnung und Hochbau noch nicht vor. Solange dies der Fall ist, können wir den zugrunde liegenden Bauantrag nicht weiter bearbeiten.“

Dafür nannte Jeschor mehrere Gründe. „Laut unserem Fachdienst sind viele Prüfingenieure im Land aufgrund des anhaltenden Baubooms zunehmend überlastet. Das betrifft sowohl die Statik als auch den Brandschutz. Hinzu kommt, dass der Altersdurchschnitt der Ingenieure hoch ist. Unabhängig zum Verfahren ist es so: Teilweise erteilt unser zuständiger Fachdienst die Prüfaufträge schon außerhalb Sachsen-Anhalts. Außerdem folgen unsere Sachbearbeiter den Empfehlungen der Antragsteller. Dabei sieht das der Gesetzgeber eigentlich nicht vor.“

Landrat verspricht Hilfe

Landrat Markus Bauer (SPD) sagte der Volksstimme gestern dazu: „Wir werden alles, was möglich ist, tun, um den Standort in Egeln zu entwickeln. Denn ich bin froh, dass sich dort jemand engagiert.“ Bauer sicherte zu, dass die zuständige Fachbehörde des Salzlandkreises am kommenden Montag mit dem Bauherrn Kontakt aufnimmt.

Der Kreistag hatte Ende Feburar 2018 beschlossen, das 7500 Quadratmeter große Grundstück in der Lindenstraße in Egeln einschließlich des 1925 erbauten Gebäudekomplexes mit Sporthalle zum Preis von 100  000 Euro an Burchard Führer zu verkaufen. Damit erhielt der Kreis, dem die Immobilie in Egeln gehörte, 35 000 Euro mehr als das 2017 geforderte Mindestgebot von 65 000 Euro. Führer setzte sich mit seinem Gebot gegen einen weiteren Interessenten aus Magdeburg durch, der für die Anlage 70 000 Euro bezahlen und ebenfalls eine Einrichtung für altenbetreutes Wohnen schaffen wollte. Der Kreistag entschied sich am Ende für das wirtschaftlich günstigste Angebot für den Salzlandkreis. Dabei hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass sich Führer in Hecklingen, Etgersleben und in Schönebeck-Salzelmen als verlässlicher Partner erwiesen hat. Engagieren wollte sich die Unternehmensgruppe Führer vor Jahren auch in Cochstedt. Dort sollte in der ehemaligen Sekundarschule ein Pflegeheim entstehen. Doch das Unternehmen, welches damals bereits Grund, Boden und die Gebäude erworben hatte, zog sich 2006 aus dem Geschäft wieder zurück. „Grund: Die Führer-Gruppe kommt sich ,verschaukelt‘ vor, hat immer wieder mit neuen Auflagen zu kämpfen und fühlt sich seitens der Verwaltung unzureichend betreut“, hieß es damals in der Volksstimme vom 12. Juli 2006.