Staßfurt/Egeln l Die Orgel, die sich in der Aula des Egelner Gymnasiums befindet, soll demnächst umziehen - in das Gymnasium in Staßfurt. Da das Gebäude des Egelner Gymnasiums, das nun offiziell geschlossen wurde und die Schüler in Staßfurt beschult werden, stillgelegt wird, möchten Schulleitung und Förderverein wenigstens die Orgel retten. „Da es für das Gebäude kein Nachnutzungskonzept gibt und es dann auch nicht mehr geheizt und gepflegt wird, würde man die Orgel dem Verfall preisgeben“, erklärt Schulleiter Steffen Schmidt den Hintergrund.

Deswegen soll die Orgel umziehen. Gemeinsam mit seinen Musiklehrern hat sich Steffen Schmidt dazu entschieden, das Instrument in der Staßfurter Aula wieder aufstellen zu lassen. Dort kann es bei Veranstaltungen, Konzerten oder Proben Verwendung finden. „Wir wollen das Instrument unbedingt weiternutzen. Auch für den Musikunterricht ist es sehr wertvoll“, sagt Musiklehrerin Bettina Eisenächer.

Das Instrument sei zwar weder ein besonders kostbares Exemplar noch eine Rarität, „aber es ist ein sehr gutes Instrument, mit dem man im Musikunterricht sehr viel anfangen kann. Als Schulorgel ist sie hervorragend“, so Bettina Eisenächer.

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Tradition aus Egeln bewahren

Noch ein Aspekt spielt in das Projekt hinein, den Steffen Schmidt hervorhebt: „Wir wollen mit dieser Aktion auch ein Stück Geschichte und Tradition des Egelner Gymnasiums bewahren.“ Das Instrument stamme von 1931 und wurde 1937 in den Saal des Egelner Gymnasialgebäudes eingebaut, das selbst wiederum 1925 errichtet wurde, berichtet Ralf Schubert, der nach 25 Jahren am Egelner Gymnasium nun auch in Staßfurt unterrichtet. Erbauer der Orgel ist Paul Hütte aus Halberstadt.

Allerdings wird der Umzug der Orgel insgesamt 24 000 Euro kosten. Ein Kostenvoranschlag liegt bereits vor. „Die Orgel muss ausgebaut und komplett auseinander genommen, transportiert und in der Aula in Staßfurt wieder zusammengesetzt werden“, erklärt Bettina Eisenächer. In dem Zuge werden kaputte Teile repariert und das Instrument grundgereinigt.

Ein Orgelbauer aus Halle, der genau diese Orgel bereits in etwa zur Wendezeit generalüberholt hat, hat auch schon zugesagt, den Auftrag dieses Mal wieder zu übernehmen. Bald will er mit seinen Arbeiten beginnen. Schätzungsweise im Januar 2017 könnte die Orgel dann offiziell in der Staßfurter Aula eingeweiht werden, eventuell mit einem festlichen Konzert.

Über eine Patenschaftsaktion für die einzelnen Pfeifen der Orgel wird jetzt nach Sponsoren gesucht, um den Umzug zu finanzieren. Unter den rund 500 Pfeifen der Orgel sind etliche kleine und mittelgroße sowie einige wenige bis zu 2,5 Metern Höhe. Der Sponsorenaufruf ist ein gemeinsames Projekt des Gymnasiums, seines Fördervereins und dem Salzlandkreis als Schulträger.

Gesamtkosten 24000 Euro

Den ersten großen Berg der Gesamtkosten von 24 000 Euro haben einige Großsponsoren bereits übernommen: Bei der Vergabe von Erträgen aus der PS-Zwecklotterie der Salzlandsparkasse erhielt das Orgelprojekt 8000 Euro, Schulleiter Steffen Schmidt konnte diesen Scheck vor kurzem entgegennehmen. Weitere große Spenden überreichten die Stadtwerke und der Rotary Club.

Der erste „Pfeifenpate“ ist übrigens Oberbürgermeister Sven Wagner. Er hat die Patenschaft über die kleinste Pfeife übernommen, aber weitaus mehr als 20 Euro gespendet.

Weitere „Pfeifenpaten“ können sich zwischen den kleinen, mittelgroßen oder ganz großen Pfeifen entschieden. Jeder Pate wird, wenn er möchte, namentlich auf einer Spendentafel an der Orgel verewigt und bekommt ein Zertifikat und eine Spendenquittung zur steuerlichen Absetzbarkeit.

Nach den Ferien könne sich Interessenten an der Schule für das Orgelprojekt melden beziehungsweise sich dort die Vordrucke abholen. Die Vordrucke gibt es auch im Internet (siehe grüner Kasten).