Löderburg/Staßfurt l Das hätte Friederike Kühn in ihren kühnsten Träumen dann noch nicht erwartet, dass der Besuch einer Nationalspielerin eine so große Begeisterung hervorruft. Die Lehrerin der Löderburger Grundschule hatte sich beim Deutschen Handballbund um ein Star-Training beworben. Mit Erfolg. Wie 21 andere Schulen bundesweit setzten sich die Löderburger unter 1150 Mitbewerbern durch.

Am Dienstag steht nun mit Anne Hubinger eine echte Nationalspielerin in der Löderburger Sporthalle, trainiert mit den 40 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren, beantwortet bereitwillig deren Fragen und geizt auch mit Autogrammen nicht.

So erfahren die Jungen und Mädchen, dass Anne mit fünf Jahren schonmal beim Handballtraining war, aber erst mit elf ernsthaft in dieser Sportart weitergemacht hat. Zwischendurch hatte sie sich zwei Jahre im Turnen versucht, musste dann aber hören, dass sie wohl zu groß für diese Sportart werde. Immerhin misst die 25-Jährige heute 1,85 Meter. Von der Ostseeküste stammend, durchlief sie übrigens die Magdeburger Handballschule.

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Stargast: Der Spaß sollte im Vordergrund steh

Und wie wird man Nationalspielerin?, will ein Mädchen wissen. „Mit viel Training, Arbeit und Energie. Dann schauen dir Trainer vom Verband bei Spielen zu und laden dich zu Lehrgängen ein“, hören sie von der Linkshänderin des Thüringer HC.

Im Kleinen läuft das nun auch in der Löderburger Sporthalle schon so ab. Denn mit Sylvia Breitenstein, Rainer Koch und Karl-Heinz Maruhn standen Trainer vom Handballclub Salzland 06 und vom Handballverein Rot-Weiss „auf der Matte“.

Als Sylvia Breitenstein nach dem Training die Mädchen fragt, wer von ihnen zum Training kommen möchte – die neue Sporthalle in Staßfurt-Nord ist nahezu perfekt in der Nachbarschaft gelegen – gehen fast alle Arme nach oben. Ähnlich ist es bei den Jungs.

Sylvia Breitenstein verteilt vorsichtshalber gleich einen Zettel für die Eltern. „Nachwuchs brauchen wir immer.“ Je eher der anfange, um so besser. Im Mini-Bereich seien die Jüngsten vier Jahre, so die HC-Trainerin. Wichtig: Interesse muss da sein. Der Charakter stehe zudem über der körperlichen Entwicklung. In die ersten Punktspiele geht‘s dann mit neun Jahren.

Anne Hubinger zu diesem Thema: „Jeder soll anfangen, wann er will. Spaß sollte dabei im Vordergrund stehen. Manche Sportler haben erst mit dem Abitur angefangen und sind weit gekommen.“ Früh Werfen und Fangen können mache es jedenfalls um Vieles leichter.