Staßfurt l 13 Handwerksbetrieben aus dem Kammerbezirk Magdeburg wurden kürzlich beim Energie- und Umwelttag der Handwerkskammer das Umweltsiegel des Handwerks überreicht.

LED in der Firma

Unter ihnen auch der Steinmetz- und Bildhauermeister Christian Schiffel aus Staßfurt, der verschiedene Maßnahmen zum Umweltschutz umgesetzt hat. So machte sich der junge Unternehmer Gedanken um ein Regenwasserkreislaufsystem für den Produktionsbetrieb und nahm es in Betrieb. Dabei geht es um Schlammentsorgung und Einsparung von Frischwasser. „Wir haben in der Firma auf LED-Beleuchtung umgestellt“, nennt der Meister einen weiteren Faktor.

Für ihn außerdem ganz wichtig: „Ich verzichte auf künstliche Rohplatten. Das heißt auf Kunstharz-gebundene Materialien und Quarzkomposite.“ Diese Tatsache sei nicht nur beim Recyceln ein wichtiges Thema, sondern auch für den Verarbeitenden. Naturstein finde einfach von Haus aus besser wieder in den Stoffkreislauf.

Weniger Feinstaub-Emissionen

Und noch ein Punkt sei ausschlaggebend für die Verleihung des Umweltsiegels. „Im Sommer erhalten wir eine neue Brückensäge. Die arbeitet effizienter, und wir können die Feinstaub-Emmissionen reduzieren“, erklärt Christian Schiffel.

„Mittlerweile haben wir insgesamt 144 Betriebe aus unserem Kammerbezirk mit dem Umweltsiegel zertifiziert beziehungsweise rezertifiziert. Das zeigt, wie gut eigenverantwortlicher, betrieblicher Umweltschutz im Handwerk funktioniert“, sagte Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer bei der Preisverleihung.

Er kritisierte dabei aber auch Planungsunsicherheit und Überregulierungen im Bereich Energie und Umwelt. „Unsere Betriebe sind auf verlässliche und passgenaue energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Dazu gehören wirtschaftlich vertretbare Kostenbedingungen, die Weiterentwicklung bestehender Förder- und Anreizmechanismen sowie Regulierungen mit Augenmaß“, so Mauer.

Klaus Rheda, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, sagte in seinem Grußwort: „Wir alle müssen mit unseren Ressourcen schonender umgehen. Hier ist das Handwerk ein wichtiger Partner. Im letzten Jahr beispielsweise wurde Marcus Ostendorf von der Bäckerei Möhring aus Meitzendorf als erster Botschafter der Umweltallianz für sein herausragendes Engagement gegen Lebensmittelverschwendung ausgezeichnet.“

Ressourcen schonen

Wenn es um das Einsparen von Energie und den schonenden Umgang mit Ressourcen geht, könne das Handwerk ein Vorbild für unsere Gesellschaft sein. Das würden beispielhaft die Träger des Umweltsiegels zeigen, so Rheda weiter.

„Das Umweltsiegel ist ein durch die Handwerkskammern Magdeburg und Halle gefördertes Umweltzertifikat“, erklärt Pressesprecherin Anja Gildemeister, „Es bietet ein praktikables und maßgeschneidertes Angebot für Handwerksbetriebe, die ihre Umweltauswirkungen analysieren und diesbezügliche Schwachstellen beseitigen wollen.“

Neue Umweltziele formuliert

Seit 2001 werde es im Kammerbezirk Magdeburg verliehen, so Gildemeister. Die Betriebe sind berechtigt zur Mitgliedschaft in der Umweltallianz Sachsen-Anhalt, in der sich Landesregierung und Wirtschaft zusammengeschlossen haben, um den betrieblichen Umweltschutz zu verbessern und Verwaltungsverfahren zu vereinfachen.

Das „Umweltsiegel des Handwerks“ ist ein an ein Managementsystem angelehnter Umweltstandard der Handwerkskammern Magdeburg und Halle.

Das jeweilige Unternehmen unterzieht sich einer freiwilligen Überprüfung der Umweltkriterien und dokumentiert entsprechende Umweltauswirkungen inklusive dem Formulieren von neuen Umweltzielen.