Staßfurt l Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ist im Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasium zu Gast gewesen. Bei seinem Arbeitsbesuch kam er mit der Schulleitung, Lehrern, Schülern, Vertretern des Schulelternrates und des Fördervereins ins Gespräch. Schulleiter Steffen Schmidt führte ihn durch die Häuser. Das Gymnasium der Salzstadt zeige, dass die Maßnahmen der Unterrichtsversorgung sichtbar gewirkt hätten, heißt es aus der Staatskanzlei zum Hintergrund der Visitation. In der Staßfurter Schule gibt es also genügend Lehrer, um die sogenannte Schulversorgung zu über 100 Prozent zu garantieren. „Damit zählt das Gymnasium zu den besten Schulen, die wir haben“, sagt Reiner Haseloff. In der Gesprächsrunde wurde allerdings auch deutlich, dass die Quote dadurch erreicht werde, weil Referendare, also Lehrer in der Ausbildung, einen bestimmten Anteil an Unterrichtsstunden eigenverantwortlich übernehmen und die Schülerzahlen in den Klassen erhöht worden sind. Um Lehrerstunden ging es auch im Zusammenhang mit dem Ganztagsangebot des Gymnasiums. Frauke Fleischer berichtete als Schulfachliche Koordinatorin, dass die Schule das Angebot bisher für die Kinder der sechsten und siebten Klassen unterbreite, perspektivisch aber ausbauen wolle. Die Kinder und Jugendlichen könnten Interessen in vielen Bereichen nachgehen - von Kunst, Musik und Kreativem über Naturwissenschaften und Sport bis hin zu Handwerklichem. Dafür stehe dem Gymnasium ausreichend Geld zur Verfügung. Die Arbeitsgemeinschaften würden von Externen aus Vereinen und Bildungsträgern betreut. Allerdings, so Frauke Fleischer, müsste auch der Aspekt der Unterrichtsentwicklung und Methodik im Ganztagsangebot noch stärker zum Tragen kommen - also Nachhilfe und Begabtenförderung. Den Lehrern fehlten dafür aber Stunden, denn die leisten sie hauptsächlich im Schulunterricht. Reiner Haseloff machte keine konkreten Zusagen für schnelle Änderungen. Allerdings warb er um Kreativität bei den Beteiligten und ermunterte die Staßfurter, „dass Ganztagsangebot weiter offensiv zu entwickeln“. Das Kollegium warb beim Land zudem in der Gesprächsrunde darum, die Ausbildung für Lehrer in MINT-Fächern, den Naturwissenschaften, attraktiver für den Nachwuchs zu machen und Studienvoraussetzungen dafür praktischer zu gestalten. Reiner Haseloff nahm das für seine Kabinettsdiskussion mit, sagte aber auch, dass die Lehrer jetzt wie jeder andere Berufsstand dafür ebenfalls selbst eine Verantwortung trügen, Nachwuchs über Freude und Motivation zu begeistern.

Schulleiter Steffen Schmidt, Oberbürgermeister Sven Wagner und Kreisbildungsamtsleiter Ulf-Peter Freund betonten, dass es in den vergangenen Jahren in enger Zusammenarbeit zwischen Land, Kreis und Stadt gelungen sei, das Haus 1 zu sanieren und die neue Mensa zu errichten. Weitere Arbeiten sind geplant (Beitrag oben). Reiner Haseloff konnte sich beim Rundgang und den Unterrichtsbesuchen schließlich davon überzeugen, dass Schüler zum Teil mit modernen Arbeitsmittel und guter IT-Ausstattung arbeiten.

Zum Hintergrund: Jeden Monat besucht Ministerpräsident Haseloff eine Schule in Sachsen-Anhalt. „Dabei informiere ich mich über die Schwerpunktsetzung und die baulichen Voraussetzungen.“ Die Erfahrungen würden in die Diskussion von Bildungs- und Haushaltspolitik einfließen.

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