Egeln l Museumschef Uwe Lachmuth ist es gelungen, mit Hartwig Stoya aus Staßfurt einen Einblick in eine Fachwelt zu ermöglichen, die sonst einer breiten Öffentlichkeit weitgehend verborgen bleibt. Der Staßfurter Mineraliensammler und studierter Bergbauingenieur ist seit Kindestagen fasziniert von Mineralien. Die meist unter ganz speziellen Umweltbedingungen in den Tiefen der Erde entstandenen Mineralien haben es ihm angetan. Über viele Jahre hat er in der Region regelmäßig Mineralien gesammelt, wo es möglich war, schildert er.

Dann hat er aber eine noch interessantere Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt: Bernstein. Das Millionen Jahre alte Harz von Bäumen ist strenggenommen kein Mineral, sagt er. Das sei eine ganz eigene Welt für sich. Der Bernstein hat viele Fans auf der Welt. Nicht nur lieben die Menschen den warmen Farbton des versteinerten Harzes. Noch viel spannender sei, was sich in den Steinen mitunter befinde. Gar nicht so selten sind dort Insekten eingeschlossen und aus der Zeit der Dinosaurier für die Nachwelt konserviert worden. Genau diese Einschlüsse fesseln den Staßfurter.

Sein Hobby ist es, die kleinen Insekten zu fotografieren und so zu vergrößern, dass die Details sichtbar werden. Die dafür notwendigen Objektive werden längst nicht mehr produziert, erzählt er. Nur noch gebraucht gibt es die Technik zu stolzen Preisen. Die nur etwa bleistiftdicken Objektive erlauben es, ganz dicht an die zu fotografierenden Objekte heranzufahren.

Arbeit an Fotos

Dann beginnt die Feinarbeit. Beim Scharfstellen auf das kleine Fotomotiv geht es nur um Bruchteile von einem Millimeter, erzählt er. „Für ein Bild brauche ich gut eine Stunde.“ Denn die Tiefenschärfe der kleinen Objektive sei sehr gering. Mitunter nehme er viele Fotos von einem Objekt auf und stelle die Linsen immer wieder auf andere Dinge scharf. Am Computer lassen sich dann die Aufnahmen verknüpfen und ein räumliches Foto darstellen, erzählt er.

Ganz froh sei er übrigens über die Entwicklung der Kameras. Vor allem die Entwicklung des Live-Bildes. Am Computer könne er nun sehen, was die Kamera scharf abbilde, noch bevor er das eigentliche Foto mache.

Die Kunst sei aber nicht nur, das Objekt scharf darzustellen. Eine große Kunst sei vor allem die Ausleuchtung. Das Licht muss dabei so den meist durchsichtigen Bernstein durchscheinen, um das Objekt gut zu erkennen.

Das gelinge nicht immer, gibt er zu. Von einem anderen Sammler aus dem Magdeburger Verein, in dem er organisiert ist, habe er sich einige Bernsteine mit Inklusen ausgeliehen. Zweimal, sagt er, habe er den Stein etwas abschleifen können, um die eingeschlossenen Insekten besser sichtbar zu machen.

Technische Raffinesse

Ein Problem ist bei der Fotografie auch die Lichtbrechung. Mitunter sei es hilfreich, den Stein in Wasser zu legen und dort zu fotografieren. Denn die Dichte von Wasser sei ähnlich wie von Bernstein.

Die Ausstellung der verschiedenen Fotos gibt einen Einblick in eine uralte Welt. Insekten, die es längst nicht mehr gibt, zeigen die Bilder. Faszinierend ist allerdings der Detailreichtum der ausgestellten Fotos. Mit dem bloßen Auge wären die Details gar nicht sichtbar. Erst die Technik macht dies möglich. Offen ist die Ausstellung bis Februar.