Volkstimme-Redakteur Daniel Wrüske sprach im Interview mit Sven Wagner über Schäden am Gebäude, Pläne der Stadt und das Thema Innenstadt. 

Volksstimme: Die Stadt prüft, ihr Gebäude in der Steinstraße, das Haus 1, aufzugeben und stattdessen Räume für Teile der Verwaltung im Sparkassenschiff anzumieten. Ist das das richtige Signal für die Innenstadt?

Sven Wagner: Einen Leerstand an dieser zentralen Stelle in der Steinstraße darf es nicht geben. Das ist oberste Priorität und eine Grundvoraussetzung für unser Handeln. Wie die Volksstimme in ihrem Kommentar am 22. März ganz richtig darstellt, wurden und werden seitens der Verwaltung in den letzten Monaten und Jahren Konzepte und vielversprechende Projekte zur Belebung der Innenstadt und insbesondere der Steinstraße erarbeitet und umgesetzt. Dieser Weg wird von der Verwaltung und mir weiterhin prioritär verfolgt, ohne Ausnahme! Unabhängig von der weiteren Diskussion - die sich derzeit erst am Anfang befindet - würde sich die Stadtverwaltung erst dann aus dem Verwaltungsgebäude in der Steinstraße 19 zurückziehen, wenn eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes feststeht!

Genau die gibt es aber nicht. Zumindest ist sie nicht im Gespräch?

Doch. Es gibt bereits potenzielle Nachnutzungsideen für das Gebäude, die jedoch noch nicht nach außen getragen werden können. Das ist nicht konkret, dennoch fordert die Stadt vom Stadtrat die Zustimmung für einen Umzug. Die aktuelle bauliche und statische Situation des städtischen Gebäudes zwingt uns, Handlungsstrategien zu entwickeln. Gegenüber den Mitarbeitern sowie den Besuchern des Hauses habe ich eine Fürsorgepflicht.

Wie ist die Situation?

Fakt ist: Im Laufe der Jahre haben sich die Fußböden in den Obergeschossen teilweise um mehrere Zentimeter gesenkt. Der Statiker hat bei seinen Untersuchungen festgestellt, dass sich die Unterzüge der Decke über dem Erdgeschoss stark durchbiegen, sich die Holzbalkendecke im ersten Obergeschoss ungewöhnlich stark verformt hat und Setzungserscheinungen zu verzeichnen sind. Die statischen Probleme des Gebäudes müssen dringend behoben werden. Auf der Grundlage dieser Fakten wurde die Wirtschaftlichkeit der statischen Ertüchtigung und Modernisierung des Gebäudes gegenüber einer Anmietung von Büroflächen geprüft.

Zugunsten der Vermietung?

Der Stadtrat wurde bereits im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am 30. November 2017 über den Zustand des Hauses mündlich informiert. Damals wurde angekündigt, dass die Verwaltung kurzfristig aber gründlich prüft, was die Ertüchtigung des Gebäudes kosten würde und welche Alternativen in Fragen kommen. Das Ergebnis dieser umfangreichen Prüfung ist nun Gegenstand der Vorlage in der aktuellen Sitzungsrolle, die den Ausschuss- und Stadtratsmitgliedern zur Diskussion im nichtöffentlichen Teil vorliegt. Alle in der Beschlussvorlage dargestellten Sachverhalte - die Erneuerung des Hauses oder die Anmietung neuer Räume - dienen als Entscheidungsgrundlage.

Welche Variante ist denn kostengünstiger? Mieten oder Renovieren?

Aufgrund der Debatte im nichtöffentlichen Teil können von der Stadtverwaltung und mir keine Aussagen zu den Details und Ergebnissen der durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen zum jetzigen Zeitpunkt in der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden.