Staßfurt l Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind in Staßfurt die ersten Impfdosen gegen Corona angekommen. Zirka 13.30 Uhr lieferte ein Kurier, der morgens im Verteilerzentrum des Landes bei Magdeburg losgefahren war, 975 Einheiten ins Impfzentrum. Die Übergabe in der ehemaligen Kinderklinik in der Bodestraße wurde von der Polizei abgesichert.

Kleines, unscheinbares Paket

Landrat Markus Bauer (SPD) zeigt die Impfdosen wenige Minuten später: Relativ unscheinbar liegt ein einzelnes, kleines Paket mit den 975 Impfdosen in einem haushaltstypischen Kühlschrank. Der Raum im Staßfurter Impfzentrum ist mit einer extra Sicherheitsanlage ausgestattet, das Gelände rund um die Uhr mit Security und Kameras bewacht.

Die 975 Impfdosen sollen ab Montag, 28. Dezember, bis 30. Dezember in Pflegeheimen des Salzlandkreises verimpft werden. Dazu laufe seit einiger Zeit die Abklärung mit Heimbewohnern und Mitarbeitern, die für die Impfung eine Einverständniserklärung unterschreiben müssen, so Landrat Bauer.

Bilder

Weitere Lieferungen am 30. Dezember

Anja Zeh, stellvertretende Leiterin des Staßfurter Impfzentrums, sagt: „Am 30. Dezember kommen weitere Lieferungen“. Die Mengen sollen größer werden, sind aktuell aber nicht genau bekannt. Alles passiert quasi auf „Zuruf“ in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt. Welches Pflegeheim wann an der Reihe ist, muss das Team im Impfzentrum kurzfristig festlegen. Fakt ist, dass nach drei Wochen eine zweite Nachimpfung gegen Corona vorgeschrieben ist und auch diese entsprechenden Impfdosen nach Staßfurt geliefert werden.

Die eingetroffenen 975 Impfdosen könne laut Anja Zeh in einem handelsüblichen Kühlschrank aufbewahrt werden: In der Auftau-Phase könne der Impfstoff in bis zu 120 Stunden verabreicht werden. Am Dienstag werde in Staßfurt ein größeres Kühlgerät aufgebaut, das minus 70 Grad leistet.

Ab Montag 9.30 Uhr starten vier mobile Impfteams von Staßfurt aus in die Pflegeheime. Pro Team sind drei medizinisch ausgebildete „impfbefähigte“ Personen und ein Arzt, der dazukommt, vorgesehen. Es handelt sich um Sanitäter, Verwaltungspersonal und Ärzte von sechs Hilfsorganisationen: Die DRK-Verbände Staßfurt, Bernburg, Schönebeck, der ASB Aschersleben, das DLRG sowie die Johanniter Unfallhilfe. „Die Personen werden hier mit Schnelltests getestet und bekommen von uns eine Berechtigung ausgestellt, in die Pflegeheime zu gehen“, so Anja Zeh. Damit erübrige sich der Test in jedem einzelnen Pflegeheim.

Impftermine ab Januar

Wenn Risikogruppen, Heimbewohner und medizinische Fachkräfte geimpft sind, sollen sich Bürger nach Anmeldung im Impfzentrum Staßfurt impfen lassen können: „Die Zeitschiene ist unklar“, so Landrat Bauer. „Es hängt von der Lieferung des Impfstoffes und letztendlich vom Hersteller ab.“ Anfang Januar will der Landkreis dazu eine Telefonnummer bekanntgeben beziehungsweise online Termine vergeben.

Für ganz Sachsen-Anhalt waren am 26. Dezember die ersten 9750 Impfdosen eingetroffen, die auf 14 Impfzentren in Landkreisen und kreisfreien Städten verteilt wurden. „Bis Mitte Februar wird mit 175 000 Impfdosen gerechnet“, teilt das Sozialministerium mit.

Keine Ausgangssperre

Seit 19. Dezember und damit neun Tagen liegt der Inzidenzwert im Salzlandkreis über 200. Auch wenn der Landrat bereits nach fünf Tagen mit diesem Wert weitere Corona-Maßnahmen bis hin zur Ausgangssperre hätte anordnen können, sieht er noch davon ab: „Aktuell sind keine weiteren Maßnahmen geplant“, so Bauer am 26. Dezember. Eine Ausgangssperre sei „Ultima Ratio“. Man setze weiter auf die Vernunft der Bürger und beobachte die Zahlen. Neue Beschränkungen per Verordnung seien über Weihnachten nicht umsetzbar gewesen.