Staßfurt/Neundorf l Ja, anfänglich gab es kurzzeitig Probleme mit dem Busverkehr. Kinder, die erst an der Uhlandschule Unterricht hatten, müssen seit dem neuen Schuljahr wegen der dortigen Baustelle in die Ersatzschule in Neundorf gefahren werden, die als Interimslösung dient. „Aber das war nur zweimal der Fall“, berichtet Alexandra Goldschmidt, Vorsitzende der Elternvertretung der Uhlandschule. „Damals lag es am Bus. Die Anschlussbusse hatten nicht aufeinander gewartet und die Kinder mussten zwei Mal für zirka 20 Minuten warten.“

"Kids werden betreut"

Heute habe sich alles eingepegelt. „Lehrer, Betreuer der Kinder und Busfahrer sprechen sich miteinander ab. Es läuft“, betont Alexandra Goldschmidt. „Die Kids werden zu jeder Zeit irgendwie betreut.“

Die Elternvertreterin findet es übertrieben, aus zwei Vorfällen in der Anfangsphase das Gerücht abzuleiten, der Schülertransport funktioniere nicht. Nach einer Abfrage unter den Eltern aufgrund der Volksstimme-Anfrage, ob es beim Busverkehr aktuell noch Probleme gebe, hat sich übrigens niemand zu Wort gemeldet. „Wenn es Gerede gibt, die Eltern die Elternvertretung oder die Schulleitung aber nicht ansprechen, haben wir auch keine Möglichkeit zu reagieren.“

Enttäuschte Schulleitung

Ebenso verwunderlich findet Schulleiterin Kathrin Hätsch-Johannes die Aussagen, die im Stadtrat über den Schülerverkehr getroffen wurden. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Eltern mit uns und mit mir reden“, sagt sie enttäuscht. Dazu gab es bei mehreren Elterngesprächen die Gelegenheit. „Es kam keine einzige Beschwerde zum Busverkehr.“ Stattdessen hatten sich Eltern an eine Stadträtin gewandt, die dann im Stadtrat die angeblichen Probleme beim Schülerverkehr weitergab. „Warum lässt sich kein Kommunalpolitiker bei uns sehen? Ich hätte jederzeit im Stadtrat Rede und Antwort gestanden“, so Hätsch-Johannes.

Auch wenn sich der Busverkehr zwischen Uhlandschule und Neundorfer Schule erst einpegeln musste: „Die Sicherheit der Kinder ist absolut gewährleistet und ich bin froh, dass der Unterricht in Neundorf und nicht auf der Baustelle in der Uhlandschule stattfindet.“ In Neundorf halte der Bus direkt vor der Schule, die in einer Nebenstraße liegt. Eine Bushaltestelle sei eingerichtet und eine Kreuzungsstraße vor der Schule sei zur Einbahnstraße erklärt worden, um den Verkehr noch mehr zu reduzieren. In jedem Bus fährt eine Begleitperson für die Kinder mit. Die Busse fahren 10, 15 oder 17 Minuten nach Schulschluss, sodass die Kinder mit der Begleitperson maximal fünf Minuten an der Bushaltestelle stehen. Bei Regen wird im Gebäude gewartet.

Probleme im Stadtrat

Stadträtin Bianca Görke (Die Linke) hatte bei der Stadtratssitzung am 22. November die angeblichen Probleme angesprochen: Eltern hätten sich ihr gegenüber beschwert, dass der Busverkehr von Neundorf „nicht unproblematisch“ verlaufe und seien auch frustriert, dass die Kinder auf Neundorf ausweichen mussten, während man an der leeren Uhlandschule seit einem halben Jahr „keine einzige Baufirma“ sehe.

An der Uhlandschule in Staßfurt waren tatsächlich seit dem neuen Schuljahr keine Bauarbeiten sichtbar. Zumindest von außen nicht, denn begonnen hatte man im letzten Halbjahr mit Vorbereitungen wie Holzschutzgutachten, Bodengutachten und Stein- und Mörtelfestigkeitsuntersuchungen am Schulgebäude.

Bauarbeiten laufen

Auch heute läuft der Baubetrieb weitergehend innerhalb des Geländes ab. Seit dem 29. November, so Fachbereichsleiter Hans-Georg Köpper von der Stadtverwaltung, wird die ehemalige Hausmeisterwohnung auf dem Gelände entkernt – Türen abmontiert, alte Fußböden, Sanitär-, Heizungs- und Elek-troinstallationen entfernt und der Schornstein abgerissen.

Ab Anfang dieses Jahres geht der „nicht statische Abbruch“ weiter, so Köpper. Erst werden die leerstehenden Räume des Grundschulgebäudes entkernt, dann die restlichen Räume, sobald die Hortkinder in den Speiseraum umgezogen sind. Außerdem schreibt die Stadtverwaltung aktuell weitere Gewerke aus, die für Rohbau, Heizungsanlagen- und Sanitärtechnik, Elektrik, Trockenbau, Fensterbau und mehr beauftragt werden sollen. Diese Arbeit soll nach dem Auszug der Hortkinder, zirka im Februar, beginnen. Wieder bereit für den Schulunterricht soll die frisch renovierte Uhlandschule zum Schuljahresbeginn 2020/2021 sein. Die Stadt investiert 3,2 Millionen Euro.