Aus der Leitlinie Wolf des Landes Sachsen-Anhalt

• Für die natürliche Wiederansiedlung von Wölfen in Sachsen-Anhalt fasst die Leitlinie Wolf aus dem Jahr 2017 Ziele und Grundsätze für Sachsen-Anhalt zusammen. Unter anderem:

• Der Wolf ist eine heimische, nach internationalen und nationalen Rechtsvorschriften streng geschützte Tierart. Die Ausweisung bestimmter vom Wolf freizuhaltender Gebiete, die Festlegung eines Zielbestandes oder eine Bestandsregulierung sind daher unzulässig.

• Ziel der Schutzmaßnahmen ist das Erreichen und die Sicherung eines günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation in einem kulturell und wirtschaftlich stark vom Menschen geprägten Umfeld.

• Die Bevölkerung ist über die tatsächlichen Risiken, die empfohlenen Verhaltensregeln, die Möglichkeiten der Prävention und des Schadensausgleichs zu informieren, um damit Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden/zu minimieren.

• Der Schutz des Wolfes erfolgt auf der gesamten Landesfläche, wobei keine aktive Ansiedlung von Wölfen in Sachsen-Anhalt erfolgt.

• Ein Monitoring durch das Wolfskompetenzzentrum und Forschungsergebnisse tragen zur Umsetzung des Wolfsschutzes bei.

• Den Organisationen und den Verbänden der Nutztier- und Wildtierhalter, der Landwirtschaft, des Waldbesitzes, des ehrenamtlichen Naturschutzes, der Jägerschaft etc. wird eine Mitarbeit beim Wolfsmanagement ermöglicht.

• Zur Vermeidung bzw. Minimierung von Schäden durch den Wolf in der privaten oder erwerbsmäßigen Tierhaltung ist eine eigenverantwortliche Prävention notwendig. Diese Prävention wird von staatlicher Seite im Rahmen der zugewiesenen staatlichen Haushaltsmittel bei Schaf-, Ziegen- und Gehegewildhaltungen im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb sowie in begründeten Einzelfällen bei Rinderhaltung finanziell und beratend unterstützt. (fr)

Staßfurt l Vorträge, Recherchen nach Hinweisen zu Sichtungen, Auswertungen zu Fotos, Rissbegutachtungen. „Wir haben sehr gut zu tun“, sagt Andreas Berbig vom Wolfskompetenzzentrum in Iden/Altmark (WZI).

Zuletzt war eine Handy-Aufnahme eines Tieres bei Schackstedt in Netzwerken verbreitet worden. Ein Jäger aus Baalberge untermauerte eine Sichtung mit einem Foto aus seiner Wildkamera.

„So etwas kommt tatsächlich häufig vor“, erklärt Berbig. Wichtig sei, dass in solchen Fällen die erste Quelle mitgeteilt werde, die den Mitarbeitern des WZI auch konkret Ort und Zeit solcher Sichtungen nennen können.

„Mit einem Rudel ist hier in dieser Gegend aber nicht zu rechnen“, erklärt Berbig, „es ist auch nicht anzunehmen, dass sich eins niederlässt, dafür ist die Landschaft doch zu sehr ausgeräumt“.

Wolfsrisse wie zuletzt vorigen Mittwoch in einer Schafherde bei Gräfenhainichen, wo sieben Schafe getötet und fünf verletzt wurden, sind auch bei den Jagdgenossen in Hohenerxleben und Rathmannsdorf Thema. Allerdings mit gewissem Abstand. „Vor drei Jahren ist bei uns mal ein Wolf durchgezogen“, weiß Sven Wagner, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Hohenerxleben und zugleich Jagdpächter.

Landwirt Marc Glowienka empört eher der finanzielle Aufwand, den der Steuerzahler mit der Wiederansiedlung des Wolfs und den Folgekosten zu tragen habe.

Um Schwarzkittel und nicht so sehr den Wolf ging es bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Rathmannsdorf. Thomas Eckardt bilanziert unter anderem sechs Wildschweine bei der Strecke für das zu Ende gehende Jagdjahr 2018/19. Ein Jahr zuvor waren es fünf. Bei den Waschbären, die als Nesträuber gelten, ging die Strecke von 27 (2017/18) runter auf 16 Tiere.

In der benachbarten Jagd Hohenerxleben wurden im zu Ende gehenden Jagdjahr 27 Waschbären – überwiegend per Fallenjagd – erlegt. Die Zahlen zum „Eierdieb“ schwanken auf relativ hohem Niveau (2015/16: 34, 2016/17: 19). Mit noch größerer Sorge wird dort die Entwicklung des Schwarzkittelbestands verfolgt. 16 Wildschweine sind zur Strecke gebracht worden. „Das ist Rekord. Soviel hatten wir in den vergangenen sechs Jahren nicht zusammen“, so Jagdpächter Sven Wagner, der mit drei anderen Jagdfreunden in der Gemarkung Hohenerxleben auf der Pirsch ist. Diese Zahlen würden belegen, dass sich der Bestand der Schwarzkittel absolut entwickelt habe.

Landwirt Carl-Albrecht Bartmer meint, dass es möglicherweise eine Folge der trockenen Jahre sei. „Sie suchen die Nähe des Wassers, sprich die Bode.“

„Sie sind überall, im Park in Hohenerxleben, in den benachbarten Gemarkungen Rathmannsdorf, Löbnitz und Staßfurt“, unterstreicht Sven Wagner. Der Feldschaden sei groß. „Deshalb müssen wir dran bleiben. Wir verständigen uns mit den Landwirten und benachbarten Jägern.“

Wagner gibt noch ein Ziel heraus: „Die Ansitz-Jagd reicht nicht mehr aus. Man muss auch pirschen, um die Schwarzkittel hoch zu bringen.“ Mit den Wildschweinen verbindet sich auch die Sorge um die afrikanische Schweinepest, die zwar für den Menschen ungefährlich ist, dafür umso gefürchteter von Schweinehaltern.

Die Notfallnummer des Wolfskompetenzzentrums Iden, unter anderem, um Wolfssichtungen zu melden: (0162) 313 39 49