Staßfurt l Letztmalig lädt der Staßfurter Rummel auf den Neumarkt ein. Dort soll ab Herbst ein Modemarkt entstehen. „Vom neuen Standort sind wir nicht sehr angetan“, sagt Silvio Köllner. Der Benneck‘sche Hof sei schön, aber noch hätten die Schausteller gemischte Gefühle beim Gedanken daran, dorthin dann umziehen zu müssen.

Benneck'schen Hof probieren

„Aber wir werden es probieren“, sieht Köllner nicht zuletzt die Zukunft seiner Familie und die seiner Kollegen. Man habe auch schon Verträge mit der Stadt abgeschlossen für den Herbstmarkt. Derweil denkt Silvio Köllner, dass der Rummel in Staßfurt wieder attraktiver werden müsste. Es gab Zeiten, da war sogar ein Teil des Schotterbereichs vom Neumarkt sogar belegt. Seit einigen Jahren würden aber immer weniger Schausteller, vor allem mit größeren Fahrgeschäften wie Riesenrad oder Breakdancer den Weg an die Bode finden.

Das gefällt den Staßfurt-treuen Unternehmen auch nicht. Köllner würde sich eine bessere Zusammenarbeit mit der Stadt wünschen, die als Veranstalter der Märkte auftritt. „Das fängt beim Stellplan an“, zeigt Köllner auf die vorgeschriebene Reihe der Versorgungswagen, die akkurat nebeneinander, dicht an dicht stehen.

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Ansichten sind konträr

Aus Erfahrung hätten sie lieber eine etwas gemischtere und aufgelockerte Anordnung. Diese Kritik kann derweil Fachdienstleiterin Ina Siebert nicht verstehen. „Wir waren die ganze Woche vor Ort und im Kontak mit den Schaustellern.“ Und zum Mangel an größeren Fahrgeschäften erklärt sie: „Grundsätzlich bewerben sich die Unternehmen bei uns. Und wenn was fehlt, versuchen wir auch, noch welche nach Staßfurt zu locken.“

„In Bernburg beim Rosenfest und in Schönebeck beim Brunnenfest sind wir Mitveranstalter. Das wären wir hier in Staßfurt auch gern“, bietet Köllner noch an. „Wir wollen doch gern wieder kommen, die Tradition nicht einschlafen lassen. Und andere Kollegen wieder von Staßfurt überzeugen, auch neue.“

Sonderangebote denkbar

Der Schausteller, der sich etwas als Sprecher für die aktuellen Jahrmarktbestücker in Staßfurt versteht, hat unterdessen noch weitere Ideen, um auch auf anderem Wege wieder mehr Besucher auf den Staßfurter Rummel zu locken. So würde er sich wünschen, dass sich soziale Einrichtungen bei ihm melden würden (Tel. 0172/391 40 32), denen man mit Sonderangeboten entgegen kommen wolle. Zudem könne er sich vorstellen, am Kirschblütenfest und bei „Staßfurt in Flammen“ mitzuwirken. Dazu wolle er noch Gespräche mit dem Gewerbeverein zu führen.

Für den Herbst hoffen die Schausteller, dass dann die Stadt mit großen Hinweisschildern auf dem Neumarkt dafür sorgt, den neuen Standort auf dem Benneck‘schen Hof bekannt zu machen. Das seien auch schon kleine Sachen, die helfen würden. „Das sollte nicht das Problem sein“, meint Ina Siebert dazu. Dass Staßfurt die Veranstalter-Rolle teilt oder gar abgibt, könne sie sich allerdings gegenwärtig nicht vorstellen.