Cochstedt l Inzwischen haben beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Cochstedt 14 Mitarbeiter eine Beschäftigung gefunden. Das eröffnete der 38-jährigen Nadine Dörge und dem 35-jährigen Andreas König, die ihre Heimat vor Jahren mit ihrer Familie verlassen hatten, die Möglichkeit, wieder zurück zu kehren.

„Ich habe vorher in Berlin gelebt und war relativ lange bei Air Berlin und nach der Insolvenz der Fluggesellschaft ein Jahr in der Berliner Bezirksverwaltung“, sagte Nadine Dörge, die ursprünglich aus dem Mansfelder Land kommt und jetzt in Quenstedt bei Aschersleben wohnt. „Wir wollten gern wieder ein bisschen zurück in die Heimat. Deshalb hatte ich schon seit längerem nach einem passenden neuen Job gesucht“, sagte die 38-Jährige der Staßfurter Volksstimme.

Bestärkt in ihrem Wechselwunsch wurde sie auch bei der Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Bauplatz. Diesen hätten sie nur weit außerhalb in Brandenburg erhalten können. „Dann gehen wir lieber wieder zurück nach Sachsen-Anhalt. Das ist hier wesentlich einfacher“, war sie sich mit ihrem Mann einig.

Dann wurde Nadine Dörge beim DLR fündig, bewarb sich in Cochstedt und hatte Glück. Dort ist die junge Frau seit April als Assistentin des Leiters Daniel Sülberg und Projektassistentin tätig ist. „Das war absolut der richtige Schritt. Der neue Job macht mir Spaß und das Team ist super“, sagte Nadine Dörge. Darüber hinaus sieht sie noch einen weiteren Vorteil in ihrem Umzug: „Es ist ganz schön, wenn auch die Großeltern ihre beiden Enkel öfter sehen als nur alle sechs Wochen.“

Die Familie und die Freunde waren auch für den gebürtigen Ascherslebener Andreas König und dessen Frau der Grund nach Aschersleben zurück zu ziehen. „Hier hatte ich bis zum Abitur gewohnt, meine Frau auch“, sagte der 35-Jährige, der in Dresden Physik studiert, promoviert und danach sechs Jahre lang in der Automobilindustrie bei einem Dienstleister in Giffhorn gearbeitet hatte. Er und seine Frau seien sich einig gewesen, dass das nicht für immer ihr Lebensmittelpunkt sein soll. „Der Harz hat mir ein bisschen gefehlt“, sagte Andreas König. Deshalb ist das Paar vor einem Jahr wieder in die alte Heimat gezogen, noch bevor Andreas König beim DLR einen neuen Job gefunden hatte.

„Ich bin froh, wieder in Aschersleben zu sein. Wenn man am Horizont den Brocken sieht, das ist wirklich schön“, schwärmt der Ascherslebener, der seit einem Jahr beim DLR in Cochstedt beschäftigt ist. Da kümmert er sich um die Koordination des Infrastrukturaufbaus der vorrangig wissenschaftlichen Einrichtungen, die dort entstehen sollen. Sie sollen dazu beitragen, in den nächsten Jahren vor allem den Forschungsbetrieb zu ermöglichen in Zusammenarbeit mit den DLR-internen Instituten, die in Cochstedt forschen wollen.