Staßfurt l Wer in Staßfurt ein Haus bauen will, kann eine erste Suche nach geeigneten Bauplätzen einfach und bequem per Mausklick am Computer erledigen.

Man arbeite intensiv an der Erstellung des Bauland- und Baulückenkatasters, seit dem die Stadt eine vermehrte Nachfrage verspürt habe, sagt Oberbürgermeister Sven Wagner. Nach zwei Jahren liegt es für die Kernstadt nun vor. Erfasst sind bereits auch potenzielle Bauflächen für die Ortsteile. Sie müssen noch ins Kataster eingepflegt werden, was bis Jahresende erledigt sein soll, kündigt Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann an.

Dargestellt werden auf der Internet-Präsenz der Stadt Staßfurt unter dem Begriff „Baulandkataster“ die Flächen unter anderem mit Lage, Flur und Flurstück, Größe, wie hoch gebaut werden darf... Auch in welchen Bereich des Flächennutzungsplans der Stadt das Grundstück fällt. „Der Kaufpreis ist natürlich nicht enthalten“, erklärt der OB. Der Stadt gehören lediglich etwa fünf Prozent der ausgewiesenen Flächen. Die Stadt sei demnach lediglich in der Vermittler-Position. Und das auch nur für Flächen, wenn die Besitzer es auch wollen. Alles auf Grundlage des Baugesetzbuches. Ein zusätzliches Info-Angebot ermöglicht ein Link zum „Sachsen-Anhalt-Viewer“, mit dessen Hilfe der interessierte Häuslebauer auch einen Blick auf den Bodenrichtwert werfen kann.

Zurzeit sind 123 Baulücken auf 238 Flurstücken in der Kernstadt identifiziert und erfasst. Das Kataster umfasst neun Bereiche. In Alt-Staßfurt beispielsweise sind 36 Grundstücke erfasst, in Mitte 27, in Leopoldshall 19 und in Staßfurt-Süd 17. Als Beispiel nennt Wolfgang Kaufmann die Friedensstraße, den Uhlandweg, auch einige Flächen am Stadtsee.

„Jeder Einwohner, der kommt oder bleibt, ist ein Gewinn“, unterstreicht der Staßfurter Oberbürgermeister ein Ziel, wofür die Stadt mit diesem Kataster kämpfe. Selbstverständlich denke man damit auch an die Innenstadt-Entwicklung, an Auslastung und Erhalt der Infrastruktur, an die Belebung der Stadt.

Noch immer verliert Staßfurt momentan mehr Einwohner, als dass sie hinzugewinnt. Bei 235 Zuzügen und 267 Wegzügen betrug der Saldo in den ersten vier Monaten dieses Jahres minus 32. Die demografische Entwicklung sei allerdings schwerwiegender. Im gleichen Zeitraum registrierte die Stadt Staßfurt 132 Sterbefälle, während 57 Kinder geboren wurden.

„Wir erwarten mit dem Kataster kein ,Massengeschäft‘“, so Sven Wagner, „Aber uns geht‘s um jeden einzelnen Einwohner, um jede Familie.“

Zumal die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr stabil seien, wie Wirtschaftsförderer Christian Schüler deutlich macht: „Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten liegt seit gut fünf Jahren bei rund 10 000. Die Wirtschaftskraft hat sich positiv entwickelt. Die Gewerbesteuer-Einnahmen gehen nach oben. Wir sind damit seit zwei Jahren im Salzlandkreis die Nummer 1.“

Das Baulandkataster ist einsehbar über www.stassfurt.de/de/aktuelles/baulandkataster-sft.html