Förderstedt l Detlef Michelmann ist der Stachel im Fleisch bei der Kita „Benjamin Blümchen“ in Förderstedt. Bereits im April hatte der Einwohner nachgefragt, wie denn der Stand bei der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes sei. Von außen wäre nichts zu sehen. Im Ortschaftsrat Förderstedt erneuerte er nun seine Nachfrage. „Ich kann das nicht glauben, dass die Sanierung vorangeht. Es passiert nichts“, sagte er.

Tatsächlich gibt es Verzögerungen, die Hans-Georg Köpper, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, einräumt. „Wir wollten schon weiter sein. Das befriedigt uns selbst nicht“, sagt er gegenüber der Volksstimme. „Die Abrissarbeiten hätten schon im Frühjahr beginnen sollen.“ Warum die Verzögerung? „Es gab weiteren internen Untersuchungs- und Abstimmungsbedarf“, so Köpper. Er verweist beispielsweise auf die Umplanungen für den Baumbestand, der besser geschützt werden soll.

Generell sind die Voruntersuchungen aber auch immer ein bisschen eine Wundertüte. Zeitverzögerungen bei solchen Sanierungsprojekten sind nicht selten. Denn bevor ein Gebäude nicht komplett leer gezogen ist, können auch keine konkreten Untersuchungen stattfinden. So eben auch in Förderstedt. Im Februar zogen die Kinder in die Kitas nach Atzendorf und Glöthe um. Erst dann konnten die Statik- und Bauexperten ran. „Wir bitten um Nachsicht“, sagt Köpper.

Fertigstellung bis Ende 2020

Auch Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) erreichen immer wieder Nachfragen zum Stand der Arbeiten in der Förderstedter Kita. „Wir wollen, dass das zügiger geht. Uns stellt das nicht zufrieden“, sagt Rotter. „Eltern sprechen mich darauf an.“

Nun soll es aber demnächst mit dem Teilabriss losgehen. Die Ausschreibung für den Abriss sei beauftragt, informierte Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) bei der vergangenen Stadtratssitzung. Die Rohbauarbeiten im Bestandsgebäude sollen im August beginnen und im Neubauabschnitt im Oktober. Danach beginnen die Rohinstallationen im bestehenden Gebäude und im Neubau ab März 2020. Bauliche Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 vorgesehen. Dieser Plan bestand schon immer. „Und diesen wollen wir einhalten“, sagt Köpper. „Es darf jetzt keine Verzögerung mehr geben, schließlich hängen Fördermittel dran.“

Der Umbau und Ausbau der Kita wird über das Fördermittelprogramm Stark V unterstützt. Insgesamt wird die Sanierung etwa 1,6 Millionen Euro kosten. Knapp 750.000 Euro kommen aus Stark V.

Viele Projekte

Die Kita „Benjamin Blümchen“ in Förderstedt ist dabei nur eines der zahlreichen Sanierungsprojekte der Stadt Staßfurt. So werden derzeit auch die Kita „Pusteblume“ in Neundorf und die Kita „Bergmännchen“ in Staßfurt parallel über Stark III saniert. Gebaut wird auch in der Grundschule „Luwig Uhland“ in Staßfurt (Stark III). Die Grundschule Löderburg, die komplett aus Eigenmitteln saniert wurde, soll bald offiziell übergeben werden. In der Warteschleife stehen zudem die Kita „Zwergenland“ in Löderburg, die Kita „Teichspatzen“ in Brumby und die Kita „Leopoldshaller Spatzennest“. Allerdings hatte es hier im Landkreis Prioritätsverschiebungen gegeben bei den Investitionsplänen. Die Grundschule Nord und die Gemeinschaftsschule Hermann-Kasten sollen zudem in naher Zukunft gemeinsam in Angriff genommen werden.