Staßfurt/Glöthe l „Es ist wichtig, dass der Kreislauf der Natur intakt bleibt“, sagt Diana Nebel. Die Fachberaterin des Regionalverbands der Kleingärtner Staßfurt schließt sich dem aktuellen Trend an: Mehr Natur im eigenen Garten, Nahrung für Insekten und Vögel bieten und lieber mal ein buntes Eckchen als überall englischer Rasen.

Die Arzthelferin ist gelernte Baumschulgärtnerin und hat sich vor kurzem den Traum vom eigenen Garten, samt Haus, in Glöthe erfüllt. Seit 2012 war sie in ihrem Kleingartenverein „Salzwerke“ in Staßfurt Fachberaterin, seit 2018 steht sie allen Mitgliedern des Regionalverbands der Kleingärtner für Fragen und Beratungen zur Verfügung.

Kreislauf der Natur erhalten

Wie dramatisch die Natur bereits aus dem Takt gekommen ist, zeigt die sinkende Anzahl an Insekten, die immer seltener zu sehen sind. „Wir brauchen die Bienen zur Bestäubung der Pflanzen“, weiß Diana Nebel. Durch die Monokultur in der Landwirtschaft fehlt es der regionalen Fauna am vielfältigen Nahrungsangebot. Gibt es keine Bienen mehr, wachsen keine Pflanzen. Keine Pflanzen bedeuten keine Nahrung für Tiere und dann auch für den Menschen.

Dabei sei es ganz einfach, etwas für Bienen und Insekten zu tun, findet die Pflanzenexpertin. „Im eigenen Garten kann man ein kleines Fleckchen einrichten, wo Bienen Nahrung finden“, erklärt sie. Ein paar blühende Stauden von einem Quadratmeter reichten schon aus. Jeder Gärtner könne im Kleinen etwas beitragen.

Bienen und Schmetterlinge brauchen bestimmte Pflanzen, von denen sie sich ernähren können. Im Internet seien etliche Listen dazu zu finden – bunte Stauden, die von Astern über Lavendel bis hin zu Wolfsmilch reichen. „Denn nicht alle Blumen eignen sich für Bienen, bei manchen kommen sie nicht an den Nektar heran“, weiß die Expertin.

Außerdem hätten viele Gärtner die Angewohnheit, alles Grün gleich als Unkraut anzusehen und zu entfernen. „Man lässt heute immer noch viel zu wenig stehen“, meint Diana Nebel. Aber über Löwenzahn oder Brennnessel zum Beispiel würden sich Insekten freuen.

Mischkultur, Totholz und Stauden

Auch die Fruchtfolge spielt im Garten wie auf dem Ackerland eine Rolle. Immer dieselben Pflanzen an einer Stelle entziehen dem Boden ständig die gleichen Nährstoffe. Daher muss Abwechslung her, sprich Mischkultur. Welche Pflanzen am besten zueinander passen, könne man laut Diana Nebel in dem Buch „Auf gute Nachbarschaft“ erfahren.

Im trockenen Gras können Insekten außerdem überwintern. In ihrem Garten in Glöthe hat Diana Nebel auch ein kleines Eckchen mit Ziergras und einem kleinen toten Holzstamm liegen, der ebenfalls Zufluchtsort für kleine Tiere ist.

Die Fachberaterin schwört bei der Pflege auf alte Geheimtipps anstelle von Chemie und Gift. Anstatt zu spritzen könne man Fitwasser gegen Blattläuse verwenden. Als organische Dünger funktionieren immer noch der klassische Pferdemist oder Hornspäne, die aus Hörnern und Klauen von Rindern bestehen, und im Laden zu kaufen sind.

Vögel können im Garten Nahrung an Obstbäumen finden. Diana Nebel selbst hat sich in ihrem Garten Zieräpfel angepflanzt. Wird der Sommer so trocken wie im letzten Jahr, könne man die Vögel im Garten ruhig das ganze Jahr über füttern, meint sie. „Durch die Trockenheit verdorrt alles, dann finden die Vögel auch in der Natur kaum noch Nahrung.“ Neben der üblichen Wassertränke kann man als Gärtner auch mit einem Nistkasten helfen.