Staßfurt l „Klimaschutz und Energiewende sind allgegenwärtige, zum Teil kontrovers diskutierte Themen“, erklärt der Wirtschaftsförderer der Stadt Staßfurt, Christian Schüler, in einer Pressemitteilung.

Um diese Aufgabe systematisch anzugehen, erstellt die Stadt in diesem Jahr ein Klimaschutzkonzept. „Das soll die Handlungsfelder und ihre jeweiligen Potenziale bestimmen und konkrete wirksame Maßnahmen vorschlagen“, so Schüler weiter und lädt zum Tag der Regionen am Sonntag, ab 10 Uhr auf den Benneck‘schen Hof ein. Dort können interessierte Bürger mit Vertretern des Ingenieurbüros Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH ins Gespräch kommen, das die Stadt im Februar dieses Jahres beauftragt hat. Fragen, Anregungen und Vorschläge seien erwünscht.

Wie Oberbürgermeister Sven Wagner kürzlich informierte, habe das Büro eine Reihe von notwendigen Daten erhoben und Kontakte zu den maßgeblichen Akteuren aufgenommen. „Zurzeit wird eine sogenannte Treibhausgasbilanz für die Stadt Staßfurt erarbeitet“, so Wagner. Anfang des Monats fand ein erster Workshop statt, wo auch Potenziale der Stadt analysiert sowie ein Ausblick auf den weiteren Projektverlauf gegeben wurden.

Anfang November soll der nächste Workshop durchgeführt werden. Ziel ist, dass dabei auch mit Stadträten bereits über konkrete Maßnahmen diskutiert werden kann. Den genauen Termin will die Stadt noch rechtzeitig bekannt gegeben. Noch in diesem Jahr soll ein Entwurf des Integrierten Klimaschutzkonzeptes vorliegen.

Erste praktische Schritte in Sachen Klimaschutz haben derweil die Stadtwerke Staßfurt unternommen. „Mit Unterstützung des Fuhrparkmanagers der Technischen Werke Staßfurt, wurden in Abwägung der ökonomischen und ökologischen Vorteile zwei Fahrzeuge als E-Fahrzeuge ersetzt“, informiert dazu Marketingleiterin Nicolle Diener, „Dadurch kann eine CO2-Ersparnis von etwa 1,4 Tonnen pro Jahr erzielt werden.“ Weitere Klimaschutzmaßnahmen im kommunalen Verkehr seien nach der Umsetzung eines E-Mobilitätskonzepts geplant.

Die ersten Schnellladesäulen wurden durch die Stadtwerke Staßfurt errichtet. Dadurch können Emissionen in der Größenordnung von etwa sechs Tonnen CO2/Jahr reduziert werden. Wie die Nicolle Diener weiter berichtet, würde die Zahl der Ladevorgänge stetig steigen, und bis Ende dieses Jahres rechne man mit der Überschreitung der 1000-Marke.

Und der kommunale Energiedienstleister sorgt dafür, dass die Bürger der Stadt selbst zum Klimaschutz beitragen, in dem sie durch ein Ökostrom-Produkt jährlich über 7800 Tonnen CO2 (gemessen am deutschen Strommix) einsparen können. Die Stadtwerkesprecherin vergleicht: Ein Bundesbürger verursacht etwa 11,3 Tonnen CO2 im Jahr.

Ein weiterer Punkt sei, dass das Stromnetz der Stadt Staßfurt seit Jahren günstige Bedingungen zur Einbindung erneuerbarer Energie biete – ein Beitrag zum Gelingen der Energiewende.

„Und nicht zuletzt die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung und somit Reduzierung von Druck- und Papierkosten leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, erklärt Nicolle Diener.