Ilberstedt/Cölbigk l Thomas Beier ist fasziniert von der tausendjährigen Geschichte des kleinen Ilberstedter Ortsteils Cölbigk. Das Jubiläum der Ersterwähnung wurde im vergangenen Jahr begangen.

Cölbigk habe jedenfalls sehr viel mehr zu bieten als seine Sage vom „Tanzwunder“, ist der Chef des Wippertal-Restaurants überzeugt. Diese Legende, wonach eine Gruppe ungehöriger Bauern ein Jahr lang zum Tanz „verdonnert“ wurde, soll sich Heiligabend im Jahre 1021 zugetragen haben. Für Beier ein Grund, unermüdlich daran zu arbeiten, diese Geschichte weiter ins Bewusstsein zu rücken. Denn mit dieser könnte auch die von Knecht Ruprecht verbunden sein.

Ein erster großer Erfolg des Geschäftsmannes war beispielsweise der Ruprecht-Rundweg, mit dem Teilnehmer in die Geschichte des einstigen Klosters Cölbigk und dessen legendären Priesters Rupertus eingeweiht werden. 3,5 Kilometer die kleine Runde, die große etwa doppelt so lang. Ein Erfolg auch der Festvortrag und eine Festschrift zum Jubiläum des tausendjährigen Örtchens, welche Bestandteil des Ruprechtsmarkts im vergangenen Dezember waren.

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Mittlerweile erntet Beier mehr Sympathie als Skepsis für sein Wirken. Siehe die originellen Wegweiser zur Ruprecht-Tour, die die Ilberstedter – wo immer es geht –an ihren Häusern anbringen, vor ihren Grundstücken aufstellen. „Vor 15 Jahren wussten selbst Einheimische kaum etwas mit dem ,Tanzwunder‘ anzufangen“, kann er sich erinnern. Gäste aus Österreich und der Schweiz, die das Kloster Cölbigk als Ausflugsziel gewählt hatten, machten Thomas Beier irgendwann erstmal selbst bewusst, was hier für touristisches Potenzial schlummert.

„Ich habe in den vergangenen Jahren oft hören müssen: Das geht nicht und das geht nicht“, blickt Beier zurück. Sein Gegen-Credo: „Geht nicht gibt‘s nicht.“ Nun, drei Jahre nachdem die Idee dafür aufkam, steht ein acht Tonnen schwerer Gedenkstein vor dem Gelände des ehemaligen Klosters. Den hat er mit Hilfe eines Freundes hierher an die Wipper schaffen lassen. Auch die Gedenktafel, die am kommenden Dienstag enthüllt werden soll – Thomas Beier lädt zu 17 Uhr herzlich alle interessierten Bürger an den Gedenkstein ein – findet über gute Beziehungen den Weg nach Cölbigk. Das Gleiche galt für die Ruprecht-Wegweiser.

1000 Jahre und die Chance auf etwas Bleibende

„1000 Jahre feiert man nur einmal im Leben. Aber hier haben wir die Chance, etwas Bleibendes daraus zu machen“, blickt Beier auf das letzte Gebäude vom Kloster, das in den 1950-er Jahren einschließlich der St.-Magnus-Kirche dem Erdboden gleichgemacht wurde. Ein langfristiges Ziel sei, die Crypta freizulegen.

„Cölbigk hatte Zoll, Marktrecht und Bann zu einer Zeit, als an Aschersleben oder Bernburg noch nicht zu denken war“, unterstreicht er noch einmal die Geschichte des heutigen Örtchens hinter der Wipper.