Egeln l Zentrum des kulturellen Lebens in Egeln ist die historische Wasserburg. Der Ort fiel Mitte März wie alle anderen Einrichtungen in den Corona bedingten Dornröschenschlaf. Langsam erwacht das Leben jetzt wieder. Doch das geschieht mit Bedacht. „Im Mai kam die erlösende Nachricht: Es kann langsam und unter besonderen Auflagen wieder losgehen. Zum Museumstag am 17. Mai konnte das Museum endlich wieder öffnen aber der Besuch ist bis jetzt sehr verhalten“, informiert Museumsleiter Uwe Lachmuth.

Führungen könnten im Moment noch nicht durchgeführt werden. Auch Veranstaltungen seien noch nicht möglich, erzählt er. Doch vorbehaltlich, dass sich die Lage nach und nach wieder bessere und die Menschen sich vernünftig verhalten, seien die Initiatoren bemüht, mit weiteren Planung zu beginnen. „Der Sommermarkt wird sicherlich noch nicht stattfinden können, denn es ist nicht abzusehen wie viele Menschen dann kommen werden“, schätzt er.

Auflagen wie Aufnahme der Daten der Besucher und Hygienemaßnahmen für so viele Menschen seien nur schwer zu realisieren, begründet er.

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Hoffnung auf den Sommer

Lachmuth, der für seine Sonntagsführungen im historischen Gewand des früheren Burgherren Otto von Hadmersleben bekannt ist, hofft aber, dass er im Sommer wieder mit seinen Touren starten kann. Am 2. August möchte er mit der ersten öffentlichen Sonntagsführung beginnen, die dann danach wieder jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr angeboten werden soll.

Seine große Hoffnung liegt auf dem Konzert von Capriccio „30 Jahre Wiedervereinigung- Soundtrack unserer Jugend“. „Das würden wir gerne als erste Veranstaltung nach Corona auf der Burg am 8. August anbieten.“ Die Band gastiert seit langer Zeit immer wieder in Egeln. Die Musiker spielen Hits der Wendezeit von den Skorpions über Karat bis hin zu Westernhagen. Lachmuth erinnert sich an das Konzert im vergangenen Jahr und schwärmt: „Während des Konzert von Capriccio war ein Gewitter aufgezogen, aber die meisten Besucher blieben und so spielte Capriccio, teilweise sogar ohne Technik weiter. Dies kam so gut bei den Besuchern an, dass man sich ein Wiedersehen mit der Band wünschte, sodass der Bürgermeister Reinhard Luckner noch am gleichen Abend seine Zustimmung gab.“

Bei diesem Konzert werde es sicherlich noch eine Besucherbegrenzung geben, schätzt Lachmuth. Für weitere Großveranstaltungen sei es dann sicher schon zu später, meint er. „Aber viel wichtiger ist das wir alle gesund und ohne großen Schaden durch die Krise kommen und so planen wir schon langsam für 2021.“

Auch dieses Jahr begann auf der Wasserburg sehr hoffnungsvoll. So gab es bereits im Februar einen irischen Abend zum Valentinstag. Doch im März kurz vor dem Ostermarkt wurden die Veranstalter wie alle überall im Land komplett ausgebremst. „Niemand hätte wohl gedacht, dass es im 21. Jahrhundert noch einmal solche Pandemie geben würde, der wir in einer hochentwickelten Welt machtlos gegenüber stehen“, so Lachmuth. Nach dem Aus für den Ostermarkt mussten nach und nach alle Führungen abgesagt. „Die Pandemie begann uns zu lähmen.“

Noch keine Pflanzen

Selbst Kübelpflanzen, die sonst schon Ende April auf dem Burghof stehen mussten einen Monat länger im Winterquartier stehen. Pfingstsonnabend machten einige Mitglieder des Förderverein Wasserburg einen Mammuteinsatz damit es nun auf dem Burghof wieder schön aussieht.

Für den Bürgermeister der Stadt Egeln, Reinhard Luckner (UWG), ist die Wasserburg als historischer Mittelpunkt ein wichtiges kulturelles Standbein der Stadt. „Sie ist ein Ziel für auswärtige Leute, aber auch für Einheimische in der Egelner Mulde. Sie bietet ein unwahrscheinlich schönes Ambiente zum Feiern, aber auch, um sich geschichtlich zu interessieren. Wir haben die Möglichkeit, viel zu machen, auch für Schulklassen.“

Für die Stadt ist die Burg seinen Worten zufolge ein „Aushängeschild“. Nicht umsonst sei sie als Station des Salzländer Kulturstempels aufgenommen worden. Veranstaltungen, wie die beliebten Konzerte mit dem Duo Capriccio würden auch Leute von weither nach Egeln ziehen. Ähnlich wie Uwe Lachmuth kommt auch der Bürgermeister auf den Auftritt im vergangenen Jahr zu sprechen. Trotz Gewitterwarnung hätten die Musiker unter einem Torbogen weiter gespielt und die Stimmung sei super gewesen, schwärmt er. Sicher, einige Leute würden sagen, die Wasserburg sei nicht alles, was Egeln zu bieten habe. Aber letztendlich würden viele profitieren, auch die ganze Gastronomie drum herum, ist der Rathauschef überzeugt, dass die kulturelle Stätte wichtig für Egeln ist.