Zwölf Zentren bei Ameos Ost

In zehn Städten ist Ameos in Sachsen-Anhalt im Salzlandkreis, im Landkreis Börde und im Harz vertreten. Am Donnerstag gründete der Klinikbetreiber zwölf neue Zentren, die wie folgt verteilt sind:

Herz- und Gefäßmedizin (Schönebeck und Bernburg)

Bauch-, Niere- und Stoffwechselmedizin(Bernburg und Aschersleben)

Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie (Bernburg und Aschersleben)

Atemwegserkrankungen und Beatmungsmedizin(ASL)

Krebserkrankungen und Palliativmedizin(Aschersleben)

Hals-, Nasen- und Ohrenmedizin (Haldensleben und Halberstadt)

Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin(Bernburg)

Neurologie und Schlaganfallmedizin(Bernburg)

Psychosoziale Medizin

(Haldensleben)

Notfallmedizin (Bernburg)

Gynäkologie, Geburten und Kindermedizin (Halberstadt)

Altersmedizin (Staßfurt)

Staßfurt l Den Seitenhieb konnte sich Sven Wagner nicht verkneifen. „Wir freuen uns, in Staßfurt ein Zentrum für Altersmedizin zu bekommen. Ein Zentrum für Notfallmedizin wäre aber auch schön gewesen“, sagte der Oberbürgermeister von Staßfurt und grinste dabei zu Lars Timm herüber, den Regionalgeschäftsführer von Ameos Ost. Der sagte nur: „Im ambulanten Bereich werden wir alles für Staßfurt tun.“ Wagner: „Das dachte ich mir.“

Wagner spielte beim Mini-Schauspiel in drei Akten auf die geschlossene Notaufnahme in Staßfurt an. Und Timm darauf, dass sich Ameos nicht dafür einsetzen wird, diese (wieder) herzustellen.

Auch wenn die Thematik ernst ist, es herrschte eine relativ gelöste Atmosphäre am Donnerstag im Staßfurter Krankenhaus. Klinikbetreiber Ameos stellte ein neues Konzept vor, mit dem Patienten besser und schneller versorgt werden sollen. Es geht um gezielte Zuordnung und Koordinierung. „Die Krankenhäuser sollen sich besser vernetzen“, erklärt Timm. Und so bekommt Staßfurt eben das Zentrum für Altersmedizin. Dazu wurden elf weitere Zentren gegründet (siehe Infokasten). Ein sogenannter Zentrumsdirektor übernimmt die Koordination.

Verkürzte Wartezeiten

Dabei ist es nicht so, dass andere Fachbereiche geschlossen werden. Die existieren nach wie vor. Patienten können sich also nach wie vor an die Kliniken wenden und werden nach wie vor wie bisher behandelt. Neu ist aber: Bei speziellen Diagnosen findet ein intensiverer Austausch zwischen Ärzten und anderen Standorten statt. Nach Diagnose, Visite und Erstbehandlung findet eine Zuweisung des Patienten ins Zentrum statt. Darum muss sich dieser nicht mehr kümmern. So werden Wartezeiten verkürzt und Hürden für den Patienten abgebaut. „Der interdisziplinäre Gedanke wird gesteigert“, sagt Timm.

Dr. Stephan Rudolph – Facharzt für Chirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie am Standort Aschersleben – erklärt das so: „Wenn der Patient an einem anderen Standort zuerst behandelt wird, wird es telefonischen Kontakt geben, dann gucke ich mir den Befund an. Wenn nötig, wird der Patient nach Aschersleben verlegt und dort operiert.“ Eine gemeinsame Visite mit dem Operateur stellt einen schnelleren Behandlungsplan auf. Und natürlich soll der Patient dann dort behandelt werden, wo Erfahrung da ist. Wenn ein Patient also mit Bauchschmerzen nach Staßfurt kommt, wird er dort untersucht. Weil der Spezialist in Aschersleben sitzt, findet dort die weitere Behandlung statt.

Die Zeit also, in der jedes Krankenhaus den Anspruch hat, alle Fachrichtungen abzudecken, ist zumindest im Salzlandkreis vorbei. Modern heißt: Bessere Vernetzung. „Wir wollen Brücken bauen und einen besseren Service“, sagt Lars Timm. Eine nahtlose Behandlung soll ermöglicht werden. „Der Arzt soll fahren, nicht der Patient“, so Timm. Im November werden die ersten praktischen Versuche unternommen, nach einem halben Jahr zieht Ameos eine erste Zwischenbilanz.

Wichtige Botschaft

Landrat Markus Bauer (SPD) begrüßt die Idee. „Eine wichtige Botschaft ist, dass wir uns um die Menschen im Salzlandkreis kümmern. Die Bürger haben ein berechtigtes Interesse an Gesundheitsvorsorge. Wir müssen das gemeinsam regeln. Es ist wichtig, dass Staßfurt nicht nur heute erwähnt wird, sondern wir daran festhalten.“

Oberbürgermeister Wagner versteht es als Signal, dass die Gründungsveranstaltung in Staßfurt stattfand. „Das ist ein Zeichen für Staßfurt. Ein Zeichen dafür, dass wir im Dialog bleiben“, sagte er. Eine Spezialisierung findet auch der Staßfurter Stadtchef wertvoll. „Man kann nicht alles haben. Eine Vernetzung ist notwendig“, so Wagner.

Auch Ameos versteht den Ort der Bekanntgabe der Gründung als Zeichen. „Wir bekennen uns zur Fortführung des Standorts Staßfurt“, sagt Lars Timm.