Hakeborn l Corvus frugilegus, auch bekannt als Saatkrähe, liebt die Nähe zum Menschen. Die schwarzen Vögel sind sehr gesellig und brüten gern in der Gemeinschaft in Kolonien. In den Wipfeln von Laubbäumen bauen sie dabei gern ihre Nester. Von morgens bis abends sind die Tiere unterwegs, um Futter zu suchen. Oftmals ist dabei auch ihr typischer Schrei zu hören.

Krach

Zum Problemvogel wird die Saatkrähe nur, wenn sie dort brütet und nistet, wo eigentlich Ruhe herrschen soll. In Hakeborn beschäftigt dies seit einigen Wochen Bürger, Lokalpolitik und die Verwaltung. Ausgerechnet auf den Friedhofsbäumen haben sich mehr als 30 Saatkrähenpärchen angesiedelt, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Die Vögel produzieren jede Menge Dreck. Die Grabstellen müssen teilweise täglich von den Angehörigen gereinigt werden, so Michael Stöhr und der Bürgermeister von Börde-Hakel Axel Großheim.

Vorschriften

„Hier kollidieren zwei Vorschriften“, sagt Michael Stöhr. Während die Gemeinde für Ruhe und Ordnung auf dem Friedhof sorgen muss, darf sie den Krähen vorerst nicht an das Nest rücken. Denn die Tiere werden vom Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Saatkrähe falle unter den besonderen Schutz der Zugriffsverbote, hat die untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung die Behörde in der Egelner Mulde wissen lassen. „Verboten sei danach, Saatkrähen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“, sagt Michael Stöhr. Er wertet die Landesvorschriften für den Friedhof höher als die Bundesvorschriften für den Schutz der Vögel. Nach der Aufzucht der Brut sollen die Krähen vertrieben werden. Einen entsprechenden Antrag will die Gemeinde bei den zuständigen Behörden stellen. Am Sportplatz in Hakeborn hatte dies schon einmal funktioniert. Dort machten die Tiere ebenfalls Ärger. Heute stehen viele der damaligen Brutbäume nicht mehr. Die Krähen suchten sich damals neue Nistmöglichkeiten.