Staßfurt/Förderstedt/Barby/Bernburg l Der Salzlandkreis ist um sieben Kulturbotschafter reicher. Landrat Markus Bauer (SPD) und Sparkassenchef Hans-Michael Strube, beide Vorsitzende des Vereins „Salzländer Kulturstempel“, haben erneut sieben fleißige Sammler zum Kulturkonsul ernannt.

Ingrid und Günter Engelhardt aus Staßfurt, Werner Sauer aus Barby, Alfred Illing aus Förderstedt und Klaus Heinemann aus Staßfurt sind auf die Suche nach 40 Stempeln und Schätzen gegangen und jetzt stolze Besitzer der goldenen Ehrennadel und der Ehrenurkunde. Auch Cordula und Ronny Reitzig aus Neuplatendorf (Harz) und Torsten Zabel aus Leitzkau (Jerichower Land) haben Gefallen am Projekt „Salzländer Kulturstempel“ gefunden.

Das Sammeln der Kulturstempel findet also nicht nur bei lokalen, sondern auch bei überregionalen Teilnehmern Begeisterung. Laut Pressemitteilung vom Landkreis weiß das Staßfurter Ehepaar jetzt, wohin sie künftig ihre Gäste bei Besuchen im Salzlandkreis einladen. Der neue Leitzkauer Kulturbotschafter erklärte, die Wanderungen ergänzten seine Touren auf den verschiedenen Radwegen ideal. „Das ist wirklich eine tolle Kombination.“

Heimat erkunden

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 19. Oktober 2018, haben Bauer und Strube das Projekt „Salzländer Kulturstempel“ in der Stiftung Schloss Hoym ins Leben gerufen. Ziel ist es, an 40 Kulturstätten des Salzlandkreises Stempel zu sammeln und somit die Heimat und ihre schönen Ecken zu erkunden und näher kennenzulernen.

Ob Groß oder Klein, das Alter spielt dabei keine Rolle. Nach 10 gesammelten Stempeln erhält der Teilnehmer ein „Bronze“-Abzeichen, für 20 gibt es „Silber“, für 30 „Gold“. Mit allen 40 gesammelten Stempeln erfolgt die Ernennung zum Kulturkonsul.

Die Stempel werden in ein Sammelheft, das zugleich eine Broschüre mit historischen und praktischen Informationen zu Kulturstätten ist, eingetragen. Das Heft ist gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 2,50 Euro an allen Salzlandsparkassen und Touristeninformationen erhältlich.

Über 2400 Jäger

Seit dem Startschuss sind bereits über 2400 Stempeljäger auf Erkundungstour durch die 21 Gemeinden gegangen. Mit den jetzt neu ernannten Konsulen ist der Salzlandkreis bei fast 50 Kulturbotschaftern, die ihre Erfahrungen und Erlebnisse weitererzählen sollen, damit noch mehr Touristen den Salzlandkreis besuchen.

„Ich bin hochzufrieden mit dem Projekt, dafür, dass wir nur ein kleiner gemeinnütziger Verein sind, der die Kultur ein bisschen näher bringen wollte“, schwärmt Stefan König, Sprecher der Salzlandsparkasse und Schriftführer des Vereins. Aufgrund der überwältigenden Resonanz hat sich der Verein dazu entschieden, im nächsten Jahr ein zusätzliches Sonderheft einzuführen. „Es sollen 20 neue Orte, die wir aus der Liste mit 150 Kulturstätten gewählt haben, in ein etwas dünneres Heft kommen“, berichtet König. Es sollen 20 Sehenswürdigkeiten sein, die zu Fuß, per Rad oder Auto entdeckt werden können. Mindestens zwei Jahre soll Zeit sein, um die neuen Orte zu entdecken. Die bereits ernannten Kulturkonsule dürfen nun eifrig weitersammeln.

Landrat Bauer erklärte, dass damit weitere Anreize für die Entdeckung des schönen Salzlandkreises geschaffen werden sollen. Nicht nur die Erweiterung der Stempelstellen ist neu. Der Verein plant außerdem eine geführte Radtour für das nächste Frühjahr.

Neue Orte

König erklärt die Idee: „Man muss dafür kein Profi sein. Es geht einfach nur darum, gemeinsam den Tag zu verbringen und dabei den Salzlandkreis zu erkunden.“ Die Tour solle ganz ungezwungen sein, ohne Eintritt. Weitere Sonderstempelstätten, wie etwa Veranstaltungen, sind ebenfalls für nächstes Jahr in Planung.

Während kulturinteressierte Sammler sich auf den Weg machen, neue Orte zu entdecken, gibt es auch Ärger an den Stempelstätten. „Es hat in den letzten Wochen leider genug Vandalismusschäden gegeben“, gibt König betroffen zu. Auch Stempel- und Stempelkissenklau waren dabei keine Seltenheit. Neben dem Ringheiligtum in Pömmelte ist vor allem die Schönebecker Salzblume zum mehrfachen Opfer der Schädigungen geworden.

Doch mit Hilfe der Vereinsmittel konnte der Schaden bisher immer behoben werden. Vor allem die Einnahmen der Schutzgebühr der Sammelhefte kamen ihnen dabei zugute. „Das ist zwar schade für die ehrlichen Sammler, aber Gott sei Dank gibt es von ihnen viel mehr, als von den Randalierenden“, erklärt König erleichtert. Dass es Leute gibt, die nur wegen der Ehrung die Stempel sammeln, darüber macht sich der Sparkassensprecher keine Sorgen. Das würde die Minderheit sein, denn das Interesse am Erkunden der Heimat sei trotzdem sehr groß.