Egeln l Zuvor wurde Sven Rosomkiewicz, der ohne Gegenkandidaten angetreten war, einstimmig zum neuen Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Egelner Mulde gewählt. Er löst Christian Boos ab, der zusammen mit Wolmirslebens Bürgermeister Knut Kluczka einstimmig das Vertauen als Stellvertreter bekam.

Als Beisitzer wurden die CDU-Fraktionschefin des Wolmirslebener Gemeinderates Sieglinde Haag, der Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Kieler und die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Bördeaue, Renate Wolf, gewählt. Um die Mitglieder kümmert sich weiterhin der CDU-Fraktionschef im Bördeaue-Gemeinderat Hans-Rüdiger Kosche.

Boos erklärt Rückzug

Boos begründete seinen Rückzug mit seiner Wahl zum Chef der achtköpfigen Fraktion von CDU/WGB des Verbandsgemeinderates. „Ich halte es für unmöglich alles in einer Hand zu halten“, sagte Boos der seinen Nachfolger nach Kräften unterstützen will.

In seinem Rechenschaftsbericht hob Boos hervor, dass es die Christdemokraten bei den Kommunalwahlen geschafft hatten wieder mit sehr guten Ergebnissen abzuschneiden und stärkste politische Kraft im Verbandsgemeinderat zu bleiben. Zudem stelle die CDU in der Egelner Mulde drei von fünf Bürgermeistern. Das sei heute nicht selbstverständlich. Man müsse bei den Bürgern beliebt sein. „Außerdem sind wir in allen Gemeinderäten schlagkräftig vertreten“, so Boos und fügte hinzu: „Auf unser Wort hört man. An der CDU vorbei wird in der Egelner Mulde keine Politik gemacht. Ohne die CDU wäre hier vieles nicht gelaufen.“

Das wünschen sich die Christdemokraten auch für den Landtags-Wahlkreis Staßfurt, in dem es seit der letzten Wahl keinen CDU-Abgeordneten mehr gibt. Sven Rosomkie-wicz erklärte seine Bereitschaft, für die Christdemokraten ins Rennen zu gehen. Von seinen Parteifreunden der Egelner Mulde wurde er dafür einstimmig nominiert. Jetzt hoffen sie, dass auch die CDU-Mitglieder der Städte Staßfurt und Hecklingen diesem Vorschlag folgen. Im Moment zeichne sich kein innerparteilicher Gegenkandidat ab, so Boos. Die endgültige Entscheidung fällt in einer CDU-Versammlung am 27. März im Landhaus in Förderstedt.

Thüringen ist Thema

In seinem Grußwort nahm der Bundestagsabgeordnete Kees de Vries zur Situation in Thüringen Stellung. Er sprach sich für eine Weiterarbeit von Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) aus, dem er bescheinigte, eine Politik der Mitte gemacht zu haben. „Ich respektiere aber, dass manche Probleme mit den Linken haben“, sagte de Vries. Anderseits wäre es schwierig zu vermitteln, wenn die CDU die Linken unterstützen würde. Es sei ein Skandal, dass die AfD so stark geworden sei. Deren Taktiererei spalte das Land. „Und Grüne und SPD weigern sich ihre staatspolitische Verantwortung wahrzunehmen“, sagte der CDU-Politiker.

„Wir müssen den konservativen Flügel mehr stärken“, forderte Bördeaue-Bürgermeister Peter Fries. Er kritisierte die zunehmende Bürokratie, so dass es den Leuten an der Basis vergeht. Christian Boos stellte fest, dass der Kontrollwahn des Staates immer schlimmer wird. „Die Kommunen hängen am Tropf. Da muss sich was ändern“, verlangte er. „Das Schlimmste, was es gibt, sind Fördermittel“, sagte Michael Kieler. „Wenn man den Kämmerer ärgern will, braucht man nur dieses Wort zu sagen und schon springt er aus dem Fenster.“

Gerald Schierhorn sagte: „Es gibt zu viele Beamte.“