Staßfurt l Lediglich noch verkohlte Reste sind vom Außenlager in der Staßfurter Strandbadstraße übrig. Das Gebäude, das zu den Werkstätten der Lebenshilfe „Bördeland“ gehört, ist bei einem Feuer am Sonntagabend schwer beschädigt worden. „Der Sachschaden ist immens“, sagt Stefan Labudde, Geschäftsführer der Lebenshilfe „Bördeland“ im Volksstimme-Gespräch. „Das Außenlager ist komplett zerstört und abbruchreif.“ Genaue Summen könne er noch nicht benennen, derzeit sei die Versicherung eingeschaltet. Gutachter und Brandschutzermittler der Polizei stellten umfangreiche Untersuchungen an. Zerstört wurde aber nicht nur das Gebäude, sondern auch das hier lagernde Material. Vor allem Holz. „Bis zu 20.000 Euro beträgt allein der Materialschaden.“ Hinzukomme, dass das Außenlager abgerissen werden und ein neues aufgebaut werden muss. „Alles in allem haben wir Schäden von mehreren Zehntausend Euro zu beklagen.“

Brandstiftung

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelt. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen. „Wir ermitteln aber weiterhin in alle Richtungen, um zu klären, ob es sich um fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung handelt“, sagt Marco Kopitz, Sprecher des Reviers im Salzlandkreis.

Das Feuer war am Sonntagabend von Anwohnern bemerkt worden, sie informierten die Leitstelle und die Einsatzkräfte. 35 Kameraden der Feuerwehren aus Staßfurt und Neundorf waren vor Ort, um den Brand zu löschen. Die Salzstädter mit Einsatzleitwagen, Tanklöschfahrzeug, Drehleiter, Löschgruppenfahrzeug und Rüstwagen - das sieht die Ausrückeordnung so vor, wenn Wohnbebauung in der Umgebung ist. „Der Feuerwehr gilt Dank für ihr schnelles und umsichtiges Eingreifen. Auch den Nachbarn, dass sie reagiert haben“, sagt Stefan Labudde. Denn nur so konnte Schlimmeres verhindert werden. „Die Flammen sind nicht auf andere Gebäude übergegriffen. Im Zweifelsfall hätte die gesamte Werkstatt abbrennen können.“ Froh ist der Geschäftsführer darüber, dass niemand von den Mitarbeitern oder Feuerwehrleuten zu Schaden gekommen ist. In der Werkstatt wird sonntags nicht gearbeitet. Für die Werktage gebe es entsprechende Prävention, wie sich alle im Brandfall zu verhalten hätten. „Wir führen regelmäßig Brandschutzübungen durch“, so Stefan Labudde. In der Lebenshilfe-Werkstatt arbeiten Menschen mit verschiedenen Behinderungen zum Beispiel in den Bereichen Schlosserei, Tischlerei, Wäscherei, Landschaftspflege, Montage/Verpackung. Im Außenlager waren verschiedene Hölzer gestapelt. Aus ihnen werden in der Tischlerei verschiedene Zuschnitte gefertigt, auf den speziellen Sägemaschinen sind auch große Ausmaße möglich. Die gefertigten Teile kommen dann unter anderem im Windanlagenbau zum Einsatz und dienen hier als Zwischenböden oder als Absturzsicherung, aber auch bei der Kommissionierung größerer Lastwagenladungen.

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Ausweichen

Stefan Labudde sagt, dass die Lebenshilfe-Werkstatt bei der Lagerung von Materialien jetzt zum Teil auf andere Hallen ausweichen werde, die extra angemietet werden müssten. Die Hauptlagerhalle habe keinen Schaden genommen. So könnte der Betrieb nur mit kleinen Einschränkungen weitergehen. „Wir können einiges in der Produktion kompensieren. Aber wegen des verbrannten Materials haben wir bereits Kontakt mit unseren Kunden aufgenommen, die auf termin- und qualitätssichere Lieferung vertrauen, dass es zu Verzögerungen kommen könnte, und wir hoffen auf ihr Verständnis“, sagt der Geschäftsführer.

Dass es sich um einen gezielten Angriff auf die Werkstätten gehandelt hat, davon geht Stefan Labudde nicht aus. „Wir kennen das aus der Vergangenheit nicht.“ Allerdings könne man auch nicht mehr von einem „Dumme-Jungen-Streich“ sprechen. „Wir müssen von schwerer Brandstiftung ausgehen.“