Etgersleben l Die vielen Ruinen in den Ortsteilen der Gemeinde Börde-Hakel finden Bürgermeister Axel Großheim (parteilos) und die Gemeinderäte nicht schön.

Während sich für die ehemalige Malzfabrik in Etgersleben, die zuletzt für die Pilzzucht genutzt wurde, mit Hilfe von Fördermitteln eine Abrisslösung abzeichnet, lässt diese bei der ehemaligen Domäne in Etgersleben auf sich warten. Der mitten im Dorf an der ehemaligen Bundesstraße 180 gelegene Komplex aus Wohnhaus und Stallgebäuden steht leer und ist seit der Wende dem Verfall preisgegeben.

Ex-Bürgermeister Manfred Püchel (SPD) sprach im Februar 2016 vom „größten Schandfleck in Etgersleben“. Er wunderte sich, dass die ehemalige Domäne im Internet als Sehenswürdigkeit des Dorfes bezeichnet wurde.

Keine Pläne mehr

Dem Wunsch des Rates, mit dem Eigentümer, einem Zahnarzt in Magdeburg, in Kontakt zu treten und nach seinen Zukunftsplänen zu befragen, kam der Bürgermeister nach. „Ich habe ihn angeschrieben und gefragt, ob und was er mit diesem Objekt vorhat“, berichtete Großheim in der jüngsten Ratssitzung im Schulungsraum der Feuerwehr in Hakeborn.

Auf sein Schreiben habe er aber keine Antwort erhalten. Per Telefon sei es ihm aber dennoch gelungen, den Eigentümer zu erreichen. „Er hat mir mitgeteilt, dass er mit dem Komplex nichts mehr plant. Seine einstigen Pläne sind durch die wirtschaftliche Situation der Region nicht mehr umzusetzen. Er ist jetzt dabei einen Interessenten zu suchen“, informierte der Bürgermeister.

Aber nicht nur diese Ruinen, sondern auch meterhohes Unkraut verschandelt in mehreren Fällen die Ortsansicht in den drei Ortsteilen der Gemeinde Börde-Hakel. Deshalb habe man die Eigentümer solcher Objekte angeschrieben und sie gebeten, an und vor ihren Grundstücken für Ordnung zu sorgen, sagte Großheim. „Einige haben reagiert“, fügte er hinzu. Probleme gebe es besonders dort, wo es Erbengemeinschaften gebe.

Von den Gemeinderäten wollte der Bürgermeister wisen, ob man in diesen Fällen die Gemeindearbeiter zum Zuge kommen lassen solle.

Westeregelns Ex-Bürgermeister Eckhard Christel (CDU) sagte, es müsse geklärt werden, ob die Gemeinde da noch Gelder bekomme. Und der SPD-Fraktionschef des Verbandsgemeinderatges, Manfred Püchel, regte an, die Verbandsgemeindeverwaltung solle dem Gemeinderat eine detaillierte Liste mit den Namen der Grundstücksbesitzer vorlegen, bei denen man mit der Umsetzung der vorgeschriebenen Reinigungspflicht scheitere.