Löderburg l Kaputte Fensterscheiben, Risse in der Fassade, verwitterte Markisen auf den Balkonen und Balkone, die mit Graffiti beschmiert sind. Der Wohnblock in der Straße der Einheit 1 bis 3 muss mit seinen „toten Augen“ kein schöner Anblick direkt neben der Kita in Löderburg sein. Schon fünf Jahre ist es her, dass die letzten Mieter ausgezogen sind.

Seit Monaten haken die Kommunalpolitiker in Löderburg deswegen nach. „Wann kommt denn nun endlich mal der Vertreter von der Umland“, fragte Klaus-Dieter Vehlgut (CDU) erst letzte Woche. Ortsbürgermeister Danny Hempel (SPD) meinte: „Der alte Block nahe der Kita verfällt zunehmend.“ Es müsse dringend etwas getan werden. Er hatte den Geschäftsführer der Umland bereits zwei Mal in den Ortschaftsrat eingeladen. Immer waren Treffen aufgrund der Pandemie nicht möglich.

Dabei geht es nicht nur um das Optische. Der Block kann im Zweifelsfall zum echten Sicherheitsrisiko werden: Immer wieder steigen Menschen in die leerstehenden Wohnungen ein. Dazu müssen sie Türen aufbrechen, Fenster einschlagen und über Balkone klettern.

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Regelmäßig gesichert

Das bestätigt auch Sebastian Alpers, Geschäftsführer der Umland Wohnungsbaugesellschaft Egeln. Das kommunale Wohnungsunternehmen, bei dem die Gemeinden Gesellschafter sind, hat außer in der Egelner Mulde, in Hecklinger Ortsteilen, in Gröningen und Kroppenstedt mehrere Häuser in Löderburg.

„Wir sichern den Block regelmäßig. Aber es ist in etwa so, als schrauben wir am Abend alles zu und am nächsten Morgen ist alles wieder offen. Es steigen immer wieder Leute in den Block ein“, berichtet Alpers. „Da kann ich nur an die Vernunft der Menschen appellieren, dass das kein Spielplatz ist.“ Die Umland ist in der Pflicht, hier so zu sichern, dass keine Unfallgefahr entsteht.

Es müssen nicht unbedingt Jugendliche oder junge Leute sein, die im Block randalieren oder feiern.

Wohnungen geplündert

Auch Diebe steigen hier auf der Suche nach verwertbaren Resten ein. In den letzten fünf Jahren hat die Umland Einbrüche registriert, bei denen Elektrik, Leitungen, Kupfer, Rohre und andere Bauelemente gestohlen wurden. Der Block sei regelrecht „geplündert“ worden.

Die drei Hauseingänge in der Straße der Einheit seien 2015 absichtlich leergezogen worden, weil die alte Geschäftsführung der Umland sie sanieren wollte, was dann aber nicht umgesetzt worden sei, so Alpers.

Was Laub und Rasen im Außenbereich betrifft, seien die drei Hauseingänge noch in der Pflege, heißt es von der Umland. Ein Hausmeister mähe hier regelmäßig Rasen oder fege Laub zusammen. Es sei aber schwierig, überall zwischen Gröningen und Unseburg gleichzeitig zu sein.

Der Block soll jedenfalls langfristig weg und ist „für den Abriss vorgesehen“, so Alpers. Allerdings hofft man auf Fördermittel und dafür braucht es ein entsprechendes Fördermittelprogramm zum Abriss. Aktuell gäbe es keines dieser Art, das für die Umland in Frage komme. Der Geschäftsführer räumt ein: „Ich kann verstehen, dass dieser Zustand seit fünf Jahren zu Nachfragen führt.“ Ideen, was mit dem Grundstück nach dem Abriss passieren könnte, habe man auch schon.

Die Kommunalpolitiker fragen auch, ob man das Gelände nach einem Abriss irgendwie in die Kita einbinden könne. Diese sollte sowieso – wann ist unklar – groß energetisch saniert werden und moderne Kita-Bauten brauchen generell mehr Fläche. Der Idee würde die Umland nicht entgegenstehen, sagt Alpers dazu.

Frage nach großen Wohnungen

Zugleich vermeldet die Kommunalpolitik für Löderburg einen Bedarf an größeren Wohnungen. Konkret fragte Danny Hempel etwa zu Vier-Raum-Wohnungen für Familien an. Ergebnis: In Löderburg steht bei der Umland aktuell nur eine von 35 Vier-Raum-Wohnungen zwischen Karlstraße und Grundschule leer und diese wird zur Zeit saniert.

„Wir stoßen hier an unsere Grenzen“, so Alpers zum Angebot für Vier-Raum-Wohnungen. „Wir legen auch bei Bedarf zwei nebeneinanderliegende Wohnungen zusammen, wenn sich das ergibt. Im Moment haben wir so eine Konstellation aber nicht.“

Gänzlich neue Wohnungen in Form eines Neubaus werde es nicht in Löderburg geben. Der Leerstand ist in dem Ort ein Problem und gerade die Wohnungen in höheren Geschossen seien schwierig zu vermieten. Daher setze man gezielt darauf, die Wohnhäuser nach und nach barrierefrei mit Aufzügen auszustatten.

Die Wohnungsbaugenossenschaft WBG zu Staßfurt ist auch Vermieter in Löderburg und hat dort 106 Wohnungen. Darunter ist nur eine einzige Vier-Raum-Wohnung, die derzeit belegt ist. „Für diese hatten wir auch zwei Zwei-Raum-Wohnungen zusammengelegt“, berichtet Hagen Ringström, Vorstandsvorsitzender der WBG.

Wenn die Nachfrage besteht, würde die WBG so etwas wieder möglich machen, so Ringström. Generell habe die WBG wenig Leerstand in Löderburg, Anfragen für große Wohnungen gäbe es nur vereinzelt.