Staßfurt l Der Gemeindeelternrat der Staßfurter Schulen beteiligt sich am Volksbegehren zum Lehrermangel. Die ersten Unterschriften haben die Eltern am Tag der offenen Tür an der Staßfurter Tierparkschule gesammelt.

Am morgigen Sonnabend, 25. Januar 2020, wollen sich auch Elternvertreter am Gymnasium in Staßfurt zum Tag der offenen Tür aufstellen. Ein landesweites Bündnis in Sachsen-Anhalt strebt ein Volksbegehren gegen Lehrermangel im Land an.

Aktion gestartet

Bis zum 7. Juli sollen im ganzen Land insgesamt 163.000 Unterschriften gesammelt sein. In Staßfurt hat die Linke im Salzlandkreis dieselbe Aktion schon Anfang Januar begonnen.

„Die Aktion an der Tierparkschule ist sehr gut gelaufen, wir haben 90 gültige Unterschriften bekommen“, sagt Karina Forner. Als Vorsitzende des Gemeindeelternrats der Staßfurter Grund- und Sekundarschulen weiß sie, dass etliche weitere Eltern Unterschriften sammeln wollen. Elternvertreter der Grundschulen Uhland, Förderstedt und Goethe hätten dies bereits angekündigt.

Auch Muttis und Vatis von Gymnasium und Förderschule Pestalozzi drucken sich Unterschriftenlisten aus. Die Vorlagen dazu stellt das Bündnis unter www.denmangelbeenden.de zur Verfügung. Eine Mutti, die in einem Bernburger Laden arbeite, sammele schon fleißig.

Kreiselternrat macht mit

„Auch der Kreiselternrat klinkt sich jetzt ein, damit wird die Sache nochmal auf eine höhere Stufe gestellt“, sagt Karina Forner. Das Prozedere der Unterschriftensammlung ist zeitaufwendig. Zum einen sind die Listen auf den Vorlagen ziemlich kurz, zum anderen muss für jede Kommune, in der die Unterzeichner wohnen, eine andere Liste angelegt werden. Es gibt also Listen für die Stadt Staßfurt, Saale-Wipper, Egelner Mulde und so weiter.

„Wir wollen die Eltern auf die Unterschriftensammlung aufmerksam machen“, so Karina Forner, „der Gemeindeelternrat möchte auch für das Kirschblütenfest in Staßfurt und das Salzlandfest einen Stand für die Unterschriftenaktion machen, dazu werden wir die Stadt noch anfragen.“

Dabei dürfen die Elternvertreter für die Unterschriftensammlung nur aktiv werden, wenn sie gerade nicht offiziell als Elternvertreter fungieren. Sie dürfen nicht bei Elternratssitzungen für die Sache werben, sondern nur außerhalb ihrer Funktion, also danach oder an einem Tag der offenen Tür zum Beispiel.

Hinweis auf Neutralität

Darauf hat das Landesschulamt erst am Dienstag noch einmal in einem Brief an alle Schulleiter hingewiesen. Weil das Volksbegehren ein „Mittel politischer Willensbildung“ sei, dürfen Lehrer, Schulleiter und Personal das Volksbegehren in „ihrer dienstlichen Eigenschaft“ an einer Schule nicht unterstützen. Denn Mitarbeiter des Landes seien zur „politischen Neutralität“ verpflichtet.

Lehrer und Personal der Schulen dürfen zum Volksbegehren während ihrer Dienstzeit nicht aktiv werden. Es dürfen keine öffentlich sichtbaren Aushänge dazu gemacht werden, nichts weitergeleitet oder verteilt werden. In der Freizeit dürfen die Beschäftigen aber tun und lassen was sie wollen.