Löderburg l Im Januar ist die Turnhalle von Löderburg seit zwei Jahren geschlossen. Kommunalpolitiker vor Ort kämpfen seitdem um einen Ersatz. Dass die Line Dance-Halle in Löderburg als neue Turnhalle für den Ort zumindest in Betracht gezogen wird, wurde am Mittwochabend im Ortschaftsrat bekannt. Hintergrund ist die aktuell gesperrte Sporthalle des Ortes. Grundschüler und Vereine weichen auf andere Sporthallen in Staßfurt-Nord aus.

Line Dancer ziehen aus

Der Line Dance-Verein zieht offenbar momentan aus. Das sagen einige Ortschaftsräte. Vom Verein selbst ist niemand zu erreichen. Die Gründe sind nicht bekannt. Gerüchten zufolge soll es Probleme gegeben haben, die Halle mit wenigen Mitgliedern instand zu halten.

Die Line Dance-Halle, die im städtischen Eigentum ist, soll tatsächlich bis Ende Januar vom Verein geräumt werden. Das bestätigte eine Verwaltungsmitarbeiterin im Ortschaftsrat. Der zuständige Fachdienst habe daraufhin die Halle besichtigt und festgestellt, dass sie in der jetzigen Form nicht für den Schulsport der Grundschule nutzbar sei. Die Mieter aus dem Obergeschoss hätten gekündigt und seien schon raus.

Was wäre günstiger?

Die Stadtverwaltung will nun prüfen, ob die Line Dance-Halle als Sporthalle für Vereine und Schule saniert werden kann, heißt es weiter. Man wolle dann die Kosten mit denen für die Sanierung der Löderburger Turnhalle vergleichen. Die Verwaltungsmitarbeiterin ließ durchblicken: Man wolle sich vor allem nicht vorwerfen lassen, nicht alle Möglichkeiten in Betracht gezogen zu haben.

Falls die Line Dance-Halle dann nicht als Sporthalle in Frage komme, gehe sie in die Vermarktung: Wertgutachten, Kaufpreis, Ausschreibung.

Steffen Becker (parteilos) schlug im Ortschaftsrat vor, die Line Dance-Halle schon jetzt wenigstens als Übergangslösung zu nutzen: „Wenn die Line Dancer dort tanzen konnten, können unsere Frauen von der Sportgruppe dort auch ein bisschen knacksen, oder?“

Übergangslösung oder Dauerlösung?

Kathrin Wüstenhagen (Die Linke) befürchtete eher, dass so eine Übergangslösung schnell zur Dauerlösung werden könne, nach dem Motto „Es ging doch auch ohne richtige Sporthalle im Ort.“ Das müsse man in jedem Fall vermeiden, damit Löderburg wieder eine ordentliche Sportstätte bekomme.

Ortsbürgermeister Danny Hempel (SPD) hat sich im Ortschaftsrat nicht zur Idee mit der Line Dance-Halle geäußert und sagt auf Nachfrage einen Tag später: „Ich war im Ortschaftsrat erst einmal geplättet, wie man überhaupt auf diese Idee kommen kann.“ Die Halle sei uralt und zu weit weg vom Schuss. Er sagt: „Die Variante mit der Line Dance-Halle findet definitiv nicht statt, das ist keine adäquate Alternative.“ Er wollte sich im Ortschaftsrat nicht aufregen und verstehe auch, dass die Verwaltung solche Varianten prüfen müsse. Aber dennoch: Ein klares Nein.