Löderburger See l Der Hilferuf kommt vom Wasser und verbreitet seine Schallwellen über 6,4 Kilometer vom Löderburger See in das Rathaus der Stadt Staßfurt in der Hohenerxlebener Straße. Zwar ist der Baggersee – eine der beliebtesten Badeanstalten der Region – ein magischer Anziehungspunkt gerade in den warmen Tagen in den Ferien. Doch Pächter Michael Schnock ist vielleicht so etwas wie ein Visionär. Zumindest handelt er bevor es zu spät ist und bittet um Unterstützung.

Mit festen Tritt laufen die Badegäste noch durch das große Strandgelände, das auch touristisch wichtiger wird. Doch es ist nicht alles perfekt. „Der Sanierungsstau wird immer größer“, sagt Michael Schnock. „Die Sanitäranlagen und der Strandbereich müssen dringend gemacht werden. Die Hütten am Strand sind mittlerweile 40 Jahre alt“, erklärt er.

Zwar investiert Schnock selbst reichlich. Für gewöhnlich arbeitet der Pächter ohne finanzielle Leistungen der Stadt. Doch diese grundsätzliche Sanierung ist für ihn finanziell nicht zu stemmen. Schon beim gemeinsamen Gespräch im Rathaus bei der Saisonvorbereitung ließ Schnock bei der Stadt also anklingen, dass er für die künftige Betreibung des Bades einen jährlichen Zuschuss beantragen will, damit der Pächter die Arbeiten am und um den See Stück für Stück angehen kann. „Allein die Sanierung des Strandes könnte etwa 80 000 Euro kosten“, rechnet Schnock vor. „Die Böschung muss überarbeitet werden, damit es wieder eine gerade Fläche wird. Im Moment ist es eine Berg- und Talfahrt. Richtig bequem ist es an manchen Stellen nicht, sich mit dem Handtuch hinzulegen. Dazu ist zwischen Sand und Böschung eine Schwemmkante entstanden, die einen Meter hoch ist. Das ist gefährlich.“

Konkrete Summe bis August

Noch hat Schnock für den jährlichen Zuschuss aus der Stadtkasse keine konkrete Zahl. Aber fünfstellig wird diese auf alle Fälle. „Bis zum August wird dem Oberbürgermeister eine konkrete Summe vorliegen“, so Schnock. Der Pächter ist auf finanzielle Hilfe bei großen Arbeiten angewiesen, weil er als Pächter nicht selbst Förderungen beantragen kann.

Eingeweiht wurde der Baggersee im Jahre 1977. 1999 hatte Michael Schnock die Gastronomie von der damals eigenständigen Gemeinde Löderburg übernommen. 2006 übernahm Schnock komplett, als der See privatisiert wurde. Seitdem hat sich viel getan. Das Ferienzentrum wird interessanter und ist einer reinen Badeanstalt längst aus den Badelatschen entwachsen. Erst in diesem Jahr wurden neue Mobilheime eingeweiht. Übernachtungsmöglichkeiten sind dabei noch vielfältiger geworden. Ferienwohnungen und ein Piratendorf gab es schon vorher. Hier gab es im Jahr 2017 bereits eine Förderung über die Stadt aus dem „Leader“-Programm.

Einzelne Finanzspritzen gab es darüber hinaus. „Herr Schnock hat für Instandsetzungsmaßnahmen 2015 einen Zuschuss in Höhe von 17.086,33 Euro erhalten. 2018 veranlasste und finanzierte die Stadt die Sandeinbringung im Strandbereich in Höhe von 5477,90 Euro“, teilt Ina Siebert, Fachdienstleiterin Schule, Jugend und Kultur, mit. Für den Vorstoß jetzt ist die Stadt offen. „Die Zahlung eines Zuschusses ist grundsätzlich auf Antrag möglich. Dazu bedarf es eines Beschlusses des Stadtrates, dass der Zuschuss in den Haushalt, frühestens für das Jahr 2020, aufgenommen werden kann.“