Osmarsleben/Ilberstedt l Lars Lehmann befürchtet, dass die Windkraftanlagen Stück für Stück größer gebaut werden, obwohl der Güstener Stadtrat ursprünglich Grenzen gesetzt hat. 2016 lagen die laut Beschluss bei einer Gesamthöhe von 225 Meter. Selbst diesen Zuwachs habe er damals schon als Stadtrat mit der Fraktion der Linken abgelehnt.

Nach den jüngsten Änderungsplänen des Windparkbetreibers sollen die Anlagen nun auf knapp 230 Meter wachsen können. Der Betreiber begründet dies mit fortschreitender Technik. Anlagen mit ursprünglich geplanten Größen stünden nicht mehr zur Verfügung. Lehmann bezweifelt das. Betreffende Windradbauer bieten die Anlagen nach wie vor an. Allerdings arbeiten neue Generationen wirtschaftlicher, bringen also mehr Ertrag.

Rotoren drehen länger

„Es sind nur fünf Meter mehr als ursprünglich vom Stadtrat befürwortet, aber beim nächsten Mal sind es wieder nur ein paar Meter“, sagt der Osmarsleber.

Als Nachteil sieht er auch, dass sich die Rotoren länger drehen während der Betriebszeiten und dadurch länger auch Geräusch-Emissionen verursachen. Zudem steige das Vogelschlag-Risiko. Einmal wegen der Höhe, zum anderen wegen der längeren Laufzeiten.

Das Emmissions-Gutachten kommt zum Schluss, dass sich die Lärmbelästigung im gesetzlichen Rahmen hält. Der „rote Bereich“ reicht bis knapp an die erste Wohnbebauung der Bauernsiedlung.

Ersatz für ältere Anlagen

Lars Lehmann bedauert es, dass sich nicht mehr Bürger zum Windpark passend so äußern, dass Verwaltungen beziehungsweise Stadtrat als beschließendes Gremium damit arbeiten können. „Wer sich nicht meldet, kann sich hinterher auch nicht beschweren.“

Ziel der Änderungspläne ist, im Windpark Güsten drei ältere Anlagen durch zwei neue zu ersetzen. Das gleiche gilt für den Windpark Ilberstedt, der gleich angrenzend einen anderen Bebauungsplan verlangt, weil er sich auf der Gemarkung Ilberstedt befindet. Auch für diesen gesondert ausgewiesenen Windpark hat Lars Lehmann sein Veto eingelegt.

Die Eingaben werden demnächst von der zuständigen Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde gesichtet, wenn diese aus dem Urlaub zurück ist, erklärt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Jan Ochmann (CDU) den weiteren Werdegang. Die Zeit der Plan-Offenlegung war am Montag vergangener Woche abgelaufen. Zeitdruck sieht der Verwaltungs-Chef nicht. Bevor der neue Stadtrat letztendlich abschließend über die Änderungspläne befinden kann, muss der sich am 8. Juli erstmal konstituieren.

Grundsätzlich begrüße er die Möglichkeit der Meinungsäußerung, auch über den beschriebenen Weg, so Ochmann. „Es ist gut, wenn man nicht im ,eigenen Saft schmort‘.“