Egeln l Seit einem Jahr steht in Egeln die Frage im Raum, ob ein Jugendbeirat überflüssig ist oder warum sich in Egeln keine jungen Menschen finden, die ihrer Generation eine Stimme geben wollen. Gut, „keine“ jungen Menschen ist zu viel gesagt, denn es gab zumindest 2018 einen Jugendbeirat. In dem hatte Jannis Gallinat den Vorsitz inne.

Doch nicht nur Gallinat engagierte sich, er hatte noch vier weitere Mitstreiter. Junge Menschen, die große Pläne hatten – sie wollten Sprachrohr der Jugend sein und sich in der Politik Gehör verschaffen. Doch diese konnten nicht verwirklicht werden. Schlimmer noch: Die Arbeit des Jugendbeirats schlief langsam ein.

„Für mich persönlich war der wichtigste Grund für die Entscheidung, im Jugendbeirat mitzuarbeiten, eine Stimme für die Jugend in der Egelner Mulde zu sein und die Anliegen und Meinungen der Jugendlichen in den politischen Gremien vertreten und gesammelt vorbringen zu können“, erinnert sich Gallinat an die Anfänge seines Engagements.

Zwar sei dies auch als einzelne Person möglich, mit dem Jugendbeirat hätte es allerdings eine Institution gegeben, die für jeden ansprechbar sei und deren Meinung auch größeres Gewicht hätte haben können, so Gallinat weiter.

Auch Dagmar Witzke, die in ihrer Funktion als Hauptamtsleiterin die Gründung und die Arbeit des Jugendbeirates begleitet hat, weiß von den Plänen, die Gallinat hatte: „Er war sehr engagiert, leider konnten die anderen Mitglieder aus persönlichen und beruflichen Gründen ihn nicht unterstützen. Sodass die Arbeit hauptsächlich auf seinen Schultern lag“ und ergänzt: „Seine Vorstellungen zur Arbeit des Jugendbeirates, Sprachrohr der Jugend zu sein, konnten deshalb nicht umgesetzt werden.“

Man habe versucht, mit drei Projekten, die auf öffentlichen Festen stattfanden, die Jugendlichen für die Arbeit zu interessieren, das sei allerdings nur mäßig gelungen, sagt Witzke. „Sodass die Arbeit des Jugendbeirates mehr oder weniger einschlief“, erklärt Witzke das vorläufige Aus des Beirates.

Keine neuen Mitglieder wurden gefunden

Auch mit Auslaufen der Amtszeit und der Neuwahlen zum Gemeinderat im Jahr 2019 sei nochmal versucht worden Mitglieder für den Jugendbeirat zu werben, so Witzke, auch dieser Versuch sei erfolglos geblieben. Dennoch hat Gallinat noch einen Rat für junge Menschen, die sich engagieren möchten: „Allen jungen Menschen, die sich politisch engagieren möchten, kann ich nur raten, sich zusammenzutun und selbst zu versuchen, gehört zu werden. Eine erneute Gründung eines Jugendbeirates kann dabei ein Ziel sein.“ Und auch die Mitarbeit in Parteien, wie Gallinat es in der SPD selbst mache, sei ein möglicher Weg, sich für Anliegen und Interessen einzusetzen, sagt Gallinat und plädiert noch mal an die Jugend: „Die Jugendlichen sollten auf keinen Fall stumm bleiben.“