Hohenerxleben l Er oder sie fuhr wohl heimlich - vielleicht im Dunkeln - den Feldweg am Steinbruch bei Hohenerxleben entlang, öffnete den Kofferraum am Auto oder entlud sogar den großen Hänger und stellte die Möbel, die nicht mehr benötigt werden, einfach in die Landschaft.

Spaziergänger bietet sich derzeit kein schöner Anblick beim lockeren Gang durch die Feldflur. Nicht nur Möbel stehen dort, also Sessel, Stühle, zerlegte Schränke und Matratzen, auch Müll stapelt sich bei Hohenerxleben in der Natur. Einzelne Flaschen und ganze Säcke wurden dort weggeworfen und bieten einen beschämenden Anblick.

Auch Volksstimme-Leser Ralf Barthen aus Staßfurt entdeckte diesen Schandfleck jünst bei einem Spaziergang. Er fragt, wer dort eigentlich einschreitet.

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Es gibt mehrere Wege, offizielle Behörden zu beauftragen. Am schnellsten und unkompliziertesten kommt die Anfrage bei der Stadt über den sogenannten Bürgermelder an. Aber die Ämter können auch direkt angesprochen werden. Das Ordnungsamt zum Beispiel nimmt auch solche Müllverkippungen wie bei Hohenerxleben auf, muss diese aber weiterleiten. Denn: „Da sich die Müllverkippung außerhalb einer Ortschaft befindet, ist die Stadt nicht zuständig, sondern der Landkreis“, sagt Steffen Görtz vom Ordnungsamt Staßfurt.

Konkret würde sich der Kreiswirtschaftsbetrieb des Salzlandkreises um die Entsorgung kümmern. Vorarbeit leistet aber das Ordnungsamt. „Unser Außendienst wird herausfahren, Fotos machen und es dann weiterreichen“, so Görtz. So auch bei den abgestellten Möbeln hinter Hohenerxleben. „Allerdings kann das vier bis sechs Wochen dauern, bis der Müll abgeholt wird.“ Denn der Kreiswirtschaftsbetrieb ist derzeit nur mit einem Fahrzeug unterwegs.

Wie ist das eigentlich mit dem Müll? Gefühlt ist das ein Problem, das in Staßfurt immer größer wird. Allerdings sprechen die Zahlen eine andere Sprache. „Wir hatten im Jahr 2018 bis jetzt 110 Fälle“, so Görtz. Im Kalenderjahr 2017 wurden 101 Fälle, 2016 114 Fälle gemeldet. „Es ist also ein gleichbleibendes Problem“, sagt Görtz. Aber auch bei solchen Müllverkippungen wie in Hohenerxleben schüttelt Görtz nur mit dem Kopf. „Es sind meist Feldwege, an denen der Müll abgeladen wird. Wegränder und Kreuzungen, an denen Menschen sich unbeobachtet fühlen, werden genutzt. Wir haben damit sehr viel Arbeit.“

Aber auch in der Kernstadt gibt es immer wieder Wüstlinge, die ihren Müll einfach liegenlassen. Der Stadtsee zum Beispiel steht da immer wieder im negativen Mittelpunkt. „Bierflaschen, Plastik, Zigaretten liegen da herum“, sagt Julia Föckler, Referentin des Oberbürgermeisters. Regelmäßig befreit der Stadtpflegebetrieb den See und den Platz von Müll, doch die Menschen sind oft schneller. „Das kann ich nicht verstehen. Das ist Unvernunft von jedem Einzelnen“, so Föckler.

Appelle werden oft gesetzt. Allein: Sie kommen nicht immer an.