Staßfurt l Dieser soll als Übergangslösung die Abgabestelle für Bürger an der Deponie ersetzen und wird ab sofort baulich hergerichtet. Das erklärte Landrat Markus Bauer (SPD) gestern bei einem kurzfristig einberufenen Pressetermin. Die naturschutzrechtliche Erlaubnis, auf dem Areal neben dem Postverteilzentrum zu bauen, liegt beim Kreiswirtschaftsbetrieb KWB seit Dezember vor. Auf der kargen Brachfläche stehen bereits Amphibienzäune.

Bauphase bis März

„Wir müssen jetzt schnell sein in Staßfurt“, so Landrat Bauer gestern. Nur bis Ende März erlaube es der Naturschutz, dass zunächst die Interimslösung für die Region Staßfurt auf dem kreiseigenen Gelände im Marnitzer Weg aufgebaut werde. Hier habe man unter anderem Eidechsen gefunden, die durch Bauarbeiten nicht gestört werden dürfen. „Der Zustand in Staßfurt ist so nicht haltbar“, so Bauer. Der aktuelle Wertstoffhof auf der Landstraße Richtung Hohen-erxleben genüge nicht mehr den Standards.

Man habe sich parallel dazu entschieden, in Staßfurt einen „zentralen Wertstoffhof“ zu schaffen, so Bauer. Das Großprojekt, das ebenfalls am Marnitzer Weg sein Zuhause haben wird, bedeutet: Müllautos aus fast dem ganzen Salzlandkreis sollen ab 2023 zirka alle Restabfälle und Papier aus der heimischen Mülltonne anliefern. Am neuen Umschlagplatz werden auch Müllfahrer und Verwaltung mit bis zu 60 Mitarbeitern ihren neuen Arbeitsplatz erhalten. Dazu kommt eine zentrale Schadstoffannahme für den Salzlandkreis. Bauer: „Von hier aus wird die Logistik laufen, was zur Optimierung der Transportwege führt.“

Zentrale für Entsorgung

Trotz Ausgaben von fünf Millionen Euro, die der Kreiswirtschaftsbetrieb bis 2023 in den großen zentralen Wertstoffhof investieren will, rechnet man daher mit Einsparungen. Laut Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs, könne man Gebühren zwar nicht senken, aber „stabil halten“, sprich nicht erhöhen. Eine Schließung der anderen Wertstoffhöfe im Salzlandkreis gehe mit dem Vorhaben nicht einher, auch wenn etwa Aschersleben oder Bernburg nur noch reine Abgabestellen für Bürger sind und der Hausmüll aus diesen Städten dort nicht mehr gesammelt wird.

Wegen der kurzen Wege zur Abfallverwertung Remondis in Staßfurt sagt Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) beim Vor-Ort-Termin: „Der Standort Staßfurt ist geradezu prädestiniert dafür.“ Bürger seien am Marnitzer Weg nicht mehr der Gefahr der abrupten Einfahrt auf der Landstraße wie aktuell ausgesetzt und fänden moderne Bedingungen vor. Immerhin sei Wagner seit Anfang 2019 mit dem Landkreis auf der Suche nach einem besseren Standort gewesen.