Staßfurt l Es war eine Sensation, als der Musiksender MTV Anfang der 1980er Jahre zuerst in den USA und dann etwas später auch in Europa an den Start ging. Denn das Konzept war neuartig: Musik hören und dazu die passenden Videos sehen. Klänge und Bilder. Ein bisschen MTV-Feeling hatten die Zuhörer, die jetzt im Staßfurter Salzlandtheater „Noch ist Zeit“ erlebt haben. Die Staßfurter Band hat Musik aus ihrer neuen und ersten CD auf die Bühne gebracht.

Das Leben, die Liebe

Nicht aber einfach nur im Band-spielt-auf-Bühne-vor-Publikum-Konzert. Die Musiker haben ihre Stücke in eine ganz passende Reihenfolge gebracht. An ihr entspinnt sich eine Handlung. „Das hat sich einfach so ergeben“, sagt Sängerin Antje Reich. „Unsere Songs drehen sich um das Leben, um die Liebe. Um alles, was dazu gehört.“

Geschichte in Bewegung

Musiker Christopher „Conny“ Conrad hatte die Idee, diese Geschichte nicht nur musizierend zu erzählen, sondern auch wirklich vor Augen zu führen. Auf einer Bühne. Die Idee zum Musical war geboren. Antje, Conny, Pia, Marlen, Sammy und Christoph überlegten sich, wie die Szenerie angereichert werden kann, wie die Geschichte in Bewegung, Licht und Bild zum Leben erweckt wird, die in der Musik schon so viel Eindringlichkeit erfährt. Schnell war klar, dass es Schauspieler geben muss. Sie agieren am Abend ganz vorn auf der Bühne. Die Bandleute selbst sind zwar der Mittelpunkt des Abends. Doch sie stehen weiter hinten. Vor ihnen passiert alles und hinten auf einer großen Leinwand. Hier werden Ansichten wie Bühnenbilder projiziert, Video- oder Fotosequenzen laufen ab, manchmal sind Texte zu lesen.

Bilder

Zuversicht

Das alles so zu verpacken, war Connys Idee. Er hat wochenlang nicht nur mit seiner Band für diesen besonderen Auftritt geprobt, sondern auch mit den Schauspielern und mit unzähligen Mitwirkenden. „Alle, die dabei waren, sind in der Tat gute Freunde von uns, was die Sache noch schöner macht“, berichtet Antje. Kinder aus den Schulen „Am Tierpark“ und der „Johann Wolfgang von Goethe“ in Staßfurt waren am Anfang dabei. Zum Schluss sang der Chor des Schiller-Gymnasiums in Calbe mit. „Ich leite hier Musik-Arbeitsgemeinschaften“, berichtet die Sängerin. Als sie überall von der Idee der besonderen CD-Präsentation berichtete, waren viele genauso wie „Noch ist Zeit“ Feuer und Flamme und wollten im Salzlandtheater dabei sein.

Blicke füreinander

Auch die Schauspieler. Ein Paar, gespielt von Marcus und Nicole, merken, dass hinter ihren Blicken füreinander mehr ist. Die Liebe hat zugeschlagen, nimmt beide ein, lässt beide nur noch Augen füreinander haben. „Wofür es zu leben lohnt, dafür lohnt es sich zu sterben“, heißt es im Lied „Wir tauchen ab“. Und das gefällt dem Schutzengel, Monique spielt ihn, sehr gut. Gleichzeitig ruft es aber den Teufel, dargestellt von Nicole, auf den Plan. Spannend gelingt die Verwebung. Jeder Darsteller spielt nicht nur, sondern übernimmt oft Parts in den Liedern, singt einzelne Verse oder Strophen. Antje Reich steigt dann im Refrain oder in anderen Strophen ein. Die Band schöpft dabei manchmal aus dem Vollen und bietet satten Rock- oder Pop-Sound als Klangteppich. Dann wieder ist alles ganz reduziert, die Begleitung beschränkt sich auf ein, zwei Instrumente.

Zerbrechlich

Es kommt wie es kommen muss – und wie es im Leben nun mal so ist: Liebe ist zerbrechlich. Das Paar wird auf eine harte Probe gestellt. Eine Dritte will mitmischen. Doch am Ende ist das Miteinander stärker.

Persönlich

Lichtblick und Happy End. „Nicht nur. Aber bei uns auf der Bühne ja. Vielleicht ein bisschen die Zuversicht, dass es irgendwie immer weiter geht und man immer wieder neu aufstehen kann“, sagt Antje. Sie freut sich, dass die Idee des Musicals so viel Zuspruch erfahren hat. Das Salzlandtheater war bis auf den letzten Platz besetzt.

Im Aufnahmestudio

„Noch ist Zeit“ sind auch froh, dass die Erstlings-CD jetzt gepresst ist. „Nach Monaten harter Arbeit beim Komponieren und im Aufnahmestudio.“

Zufrieden mit Album

Antje Reich und ihre Bandkollegen sind zufrieden mit dem Album. „Die Songs sind sehr persönlich, sie sind einfach wir und ich glaube darum lieben wir das Album so sehr.“ Nur wenn man das, was man mache auch wirklich sei, bekomme die Musik echtes Gefühl.

Konzert

„Noch ist Zeit“ wollen „Meer als Worte“ auf jeden Fall noch bei einem Veröffentlichungskonzert vorstellen. Einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht.

Release

Wer einen Eindruck vom neuen Album bekommen möchte, kann auf die Homepage von „Noch ist Zeit“ gehen. Die Band will hier auch einen Shop einrichten, in dem das Album verkauft wird. Es soll auch in Musikgeschäften und bei Streamingdiensten erhältlich sein: www.nochistzeit.com.