Hecklingen l Die Betreuungszeiten im Hort sollen ab August neu gestaffelt werden. Damit kündigen sich neue Beiträge für die Eltern an. Vorab sind Änderungen in der Kostenbeitragssatzung für die Nutzung der Kindertagesstätten nötig. Daran wird im Moment in den Kommunen gearbeitet.

Eltern müssen langfristig planen

Ein erster Vorschlag aus dem Rathaus sorgt in der Stadt Hecklingen im Moment aber für Diskussionen. Neu ist, dass Eltern künftig vorab für das gesamte Schuljahr festlegen sollen, ob (und wie lange) ihr Kind nur während der Schulzeit oder während der Ferien und der Schulzeit betreut werden soll. Damit sollen kurzfristige An- und Abmeldungen für den Hort wegfallen. Sehr kurze Betreuungszeiten soll es ab August ebenfalls nicht mehr geben. „Viele Eltern in Hecklingen sind nicht einverstanden, weil es keine zwei oder drei Stunden mehr gibt. Der Gesetzgeber schreibt das aber so vor“, erklärt die Vorsitzende vom Kultur- und Sozialausschuss des Stadtrates Marina Feldheim (WGH).

Bevor ein erster Vorschlag mit neuen Zeiten und Preisen der Verwaltung in den Ausschüssen der Stadt Hecklingen für weiteren Klärungsbedarf sorgte (Die Volksstimme berichtete), weil den Mitgliedern nicht klar war, wie die Zahlen zustande kommen, hatten Elternkuratorien der vorgestellten Änderung aber zugestimmt. Bisher ist aber noch nichts entschieden. Der Stadtrat hat das letzte Wort, hat aber noch nicht abgestimmt.

Zurück zu den Kuratorien. Darin arbeiten Mütter, Väter, Erzieher und Vertreter der Träger der Kindertagesstätten mit.

In Hecklingen gehört der Hort ebenso wie in Schneidlingen und Cochstedt zu den Kindertagesstätten in Trägerschaft der Lebenshilfe Bördeland gGmbH.

Kitas können besser planen

Geschäftsführer Stefan Labudde machte im Gespräch mit dem Salzlandkurier deutlich, dass Unternehmen mit der gesetzlichen Änderung, personalpolitisch zum Vorteil der angestellten Mitarbeiter und Einrichtungen viel besser planen können. Stehe zum Anfang des Schuljahres fest, wie viele Kinder im Hort in den Ferien betreut werden sollen, könne der Bedarf an Erziehern von vorn herein festgelegt werden, um genügend Erzieher bereit zu stellen.

„Wir kommen sonst gar nicht hinterher, genügend Personal vorzuhalten.“ Bisher verlange die Planung den Erziehern sehr viel Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung ab. Das könne sich jeder vor Augen halten, wenn er sich vorstelle, nicht zu wissen, wie seine Arbeitszeit in den nächsten Ferien sein wird, weil die Eltern sich kurzfristig anders entscheiden könnten. „Damit gewinnt man als Arbeitgeber auch keine Mitarbeiter“, schildert Labudde seine Sicht. Je größer das Team sei, desto schwieriger sei es, Dienstpläne aufzustellen. Die Neuregelung des Gesetztes schreite hier ein. Natürlich sei die bisher mögliche spontane Wahlmöglichkeit der Eltern für sie ein Vorteil, aber man müsse auch darauf aufmerksam machen, welche enormen Schwierigkeiten damit für die Arbeitgeber der Erzieher und die Kommunen bei der Berechnung der Kostenbeiträge verbunden sind.

Festzulegen, wie viele Mitarbeiter eine Kindertagesstätte benötige, sei unheimlich komplex. „Von daher begrüßen wir es, dass die Eltern sich zu Beginn eines Schuljahres festlegen sollen.“

Auf die Kritik einiger Stadträte und Eltern angesprochen, dass sie künftig vier Stunden Hort buchen müssen, aber nur zwei davon in Anspruch nehmen, sagte Labudde, dass solche kurzen Betreuungszeiten sehr schwierig zu handhaben sind. Je kürzer das Personal bereitgestellt werde, desto größer sei die Schwierigkeit, dass auch zu planen und zu „überwachen“. Buche jemand in den Ferien etwa nur fünf Stunden, werde das schon nicht mehr eingehalten, wenn ein Tagesausflug unternommen werde.

Stadt soll neue Preise erklären

Marina Feldheim, die selbst Leiterin der Kita in Groß Börnecke ist, sagte dazu, dass der Vorschlag aus dem Rathaus sicher eine Möglichkeit eröffne, besser zu planen, was das Personal anbelangt, aber gewisse Möglichkeiten für die Eltern fielen damit eben auch weg. In Groß Börnecke sei über Aushänge informiert worden. Der Vorschlag der Verwaltung, die Preise dem Gesetzt entsprechend neu zu staffeln sei kommuniziert und im Großen und Ganzen auch akzeptiert worden. Hier habe es nicht so viel „Contra“ wie in Hecklingen gegeben.

Im Kultur- und Sozialausschuss hätten die Mitglieder die Verwaltung in Hecklingen aber aufgefordert, nochmal genau aufzuschlüsseln, wie die neue Preise sich errechnen und welche Gesamtkosten der Kalkulation zugrunde liegen.

In Hecklingen sollen künftig zwei Varianten zur Wahl stehen. Ein erster Vorschlag mit neuen Preisen und Zeiten wurde von der Verwaltung vorgelegt, ist aber noch nicht entschieden. Danach gibt es eine Beitragsgruppe, wenn Kinder nur in der Schulzeit im Hort betreut werden. Als Minimum könnten vier Stunden für 29 Euro gebucht werden. Es wären aber auch fünf Stunden (36 Euro) und sechs Stunden (44 Euro) möglich.

Die andere Beitragsgruppe gilt für den Hort in der Schulzeit und in den Ferien.Das Minimum liegt bei einer Betreuung für vier Stunden in der Schulzeit und fünf Stunden in den Ferien (46 Euro). Maximal sind sechs Stunden in der Schulzeit und zehn Stunden in den Ferien (77 Euro) möglich. Dazwischen sind die Preise stündlich gestaffelt.