Egeln l Die Wasserburg hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Veranstaltungen der Stadt sowie des Fördervereins immer stärker zu einem kulturellen Zentrum in der Egelner Mulde entwickelt. Der ehemalige Pferdestall wurde von 2011 bis 2014 mit Hilfe von Bürgerarbeitern entkernt und soweit es die finanziellen Möglichkeiten erlaubten zu einer Freilichtbühne mit einer Kapazität von rund 200 Personen umgebaut. Heute befindet sich dort ein gepflasterter Untergrund und eine erhöhte Bühne.

Catering und Co.

Für eine intensivere Nutzung, vor allem im kulturellen Bereich, ist es unumgänglich, dass Räume für einen Cateringservice und die unbedingt notwendigen Sanitäreinrichtungen geschaffen werden, sagte Bürgermesiter Reinhard Luckner (UWGE) in der jüngsten Stadtratssitzung. Diese Möglichkeit besteht im hinteren Teil der Freilichtbühne. Die Räume werden bisher nur als Abstellräume genutzt. Die Freilichtbühne ist ebenerdig. Nach dem Umbau auch mit behindertengerechten Sanitäreinrichtungen ist sie dann auch für die Senioren voll nutzbar.

Dadurch ergibt sich für die tragfähige Decke darüber ein zusätzliches Sitzplatzangebot. Die Gäste sollen über zwei Treppen rechts und links nach oben gelangen.

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Die Attraktivität der Freilichtbühne und damit der gesamten Wasserburg wird aus Sicht des Bürgermeisters durch die geplanten Investitionen gesteigert. Damit werde es möglich sein, dort weitere kulturelle Angebote vorzuhalten.

Geld vom Land

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach Mitteilung der Verwaltung auf zirka 333.000 Euro. Davon sollen 90 Prozent in Form von Fördermitteln aus der Kulturerberichtlinie kommen, das sind 299.000 Euro. Ihre Eigenmittel in Höhe von zirka 34.000 Euro will die Stadt dieses Jahr und 2020 aus ihrer Investitionspauschale aufbringen.

CDU-Fraktionschef Friedrich Bollmann sagte: „Da muss man zugreifen. Für 34.000 Euro bekommen wir das nicht mehr finanziert.“ Ein neues Dach, das sich mancher für den Pferdestall wünschen würde, sei ein Kostenfaktor, der augenblicklich nicht stemmbar sei, betonte Luckner.

Rainer Röhr (CDU) sagte, er halte die Zahl der geplanten Toiletten für die große Besucherzahl für zu gering. Und der Fraktionschef von Bündnis 90/Grüne, Reinhard Köpke, machte den Zugang in den Cateringbereich als Unfallquelle aus.

Offen für Ideen

Der Bürgermeister sicherte zu, dass die Hinweise berücksichtigt werden. „Das ist nur ein Entwurf und noch nicht in Stein gemeißelt“, sagte Bauamtsleiter Frank Wilke. Für dieses Projekt habe er sich eingesetzt, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE), der die Interessen der Egelner Mulde in der Leader-Arbeitsgruppe vertritt.

Der Stadtrat stimmte dem Umbau des Pferdestalls ebenso einstimmig zu wie dem neuen Bürgerpark, der auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei hinter dem Parkplatz der Umland Wohnungsbaugesellschaft entstehen soll. Er soll zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt werden.

Die Kosten sollen sich auf insgesamt rund 275.000 Euro belaufen. Hier rechnet die Stadt laut Luckner mit einer 80-prozentigen Förderung. Auch hier sollen die kommunalen Eigenmittel aus der Investitionspauschale für dieses und nächstes Jahr aufgebracht werden.

Bürgerpark des Stammtischs

Die Idee für den Bürgerpark stammt vom Stammtisch des Hotels „Weißer Schwan“. Dass sind junge Leute, die als Team „Farbe für Egeln“ mit mehreren Aktionen zur Verschönerung der Stadt beigetragen haben.

Der Stadt Egeln fehlt es bisher an einer grünen Begegnungsstätte für alle Altersgruppen. Das bietet sich jetzt auf dem Grundstück an, welches die Stadt von der Umland Wohnungsbaugesellschaft erworben hat. Wie der Bürgermeister informierte, wollen sich dort Firmen mit einbringen.

Luckner ist optimistisch, dass die Arbeiten im Pferdestall sowie der neue Bürgerpark erfolgreich umgesetzt werden können. Die Leader-Arbeitsgruppe hat beide Projekte inzwischen in ihre Prioritätenliste für das Jahr 2020 aufgenommen.