Staßfurt l Eine traditionsreiche Bildungseinrichtung in der Salzstadt beschreitet jetzt offiziell neue Wege: Die Sekundarschule „Hermann Kasten“ ist seit gestern Gemeinschaftsschule. 39 Mädchen und Jungen, als Fünftklässler begrüßt, sind gleichzeitig der erste Jahrgang in der Gemeinschaftsschule. Was jahrelang in der Theorie vorbereitet wurde, ist damit praktischer Lernalltag. „Sechs Jahre lang haben die Schüler jetzt Zeit, sich nicht nur wie bisher auf den Sekundarschulabschluss vorzubereiten, sondern auch auf das Abitur“, sagt Direktorin Verena Frank. „Sie lernen damit länger in der gewachsenen Klassengemeinschaft und werden gezielt auf einen individuell passenden Schulabschluss vorbereitet.“ Spezielle Unterrichtsausrichtung und -methodik bilden die pädagogische Grundlage für das neue Schulkonzept. In Staßfurt einzigartig. So heben die Ehrengäste, Landrat Markus Bauer und Oberbürgermeister Sven Wagner, in ihren Grußworten auch die geschichtsträchtige Bedeutung des „ersten Schultages“ in der Kasten-Gemeinschaftsschule hervor.

Vorbereitung

Hinter Lehrern und Schulleitung liegen aufwendige Vorbereitungen. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Verantwortlichen in anderen Häusern angeschaut, wie Gemeinschaftsschule funktioniert. Aus diesen Anregungen, aber vor allem mit eigenen Ideen ist dann die Herangehensweise für Staßfurt entwickelt worden. In Sachsen-Anhalt waren es mehrere Schulen, so Verena Frank, die sich so ausrichten wollten. Man traf sich regelmäßig in Arbeitsgruppen. Im August 2016 stand das Konzept. Bis zum Jahresende genehmigte das Landesschulamt den Antrag und segnete die Ideen aus der Salzstadt ab. Auch der Kreistag gab grünes Licht, denn der Salzlandkreis ist Schulträger.

Direktorin Verena Frank freut sich auf da, was jetzt vor Schülern und Lehrern liegt. „Die Gemeinschaftsschule hat den Vorteil, dass alle gemeinsam lernen und letztendlich mehrere Schulabschlüsse möglich sind. Das kann zu gegenseitiger Motivation verhelfen, im Kreis der Klassengemeinschaft, mit Mitschülern, die man kennt, mit Freunden, Wissen anzueignen.“ Zusätzliche, bestehende Angebote wie die Berufsorientierung verhelfen neben dem Unterricht, gut vorbereitet auf die Anforderungen von Lehrausbildung oder Abitur zu sein.

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Auswahl

Ab Klasse 8 werde mit Schülern und Eltern gezielt die weitere Schullaufbahn abgestimmt. Den Realschulabschluss und den erweiterten Realschulabschluss legen die Jugendlichen nach wie vor im Haus in Nord ab. Für das Abitur kooperiert die Kasten-Gemeinschaftsschule mit dem Fachgymnasium der Berufsbildenden Schulen „WEMA“ Aschersleben-Staßfurt. Wollen die jungen Frauen und Männer also nach dem erweiterten Realschulabschluss noch das Abitur machen, passiert das in der Salzwerkstraße. Verena Frank sagt dankbar, dass die Leitung der Berufsschule, allen voran Schulleiterin Veronika Schmidt, sowie das Team das Fachgymnasiums der Zusammenarbeit von vornherein aufgeschlossen gegenüber standen. Verena Frank nennt aber auch den neu gegründeten Schulförderverein, der bereits wichtige Impulse gegeben habe. Sie wirbt für weitere Mitglieder. „Wir können jede Unterstützung gebrauchen, sei sie auch noch so klein, aber kontinuierlich, mit der die Arbeit mit den Schülern unterstützt wird.“

In der kommenden Woche lernen sich die Fünftklässler im offenen und frei gestalteten Unterricht kennen, erst dann werden die Klassen gebildet. Jede Klasse hat künftig zwei Klassenlehrer.