Staßfurt l Der Begriff „Theater“ greift im Fall des Staßfurter Salzlandtheaters fast zu kurz. Denn die traditionsreiche Kultureinrichtung der Salzstadt hat es längst verstanden, alle Genre - vom Schauspiel, über die Musik bis zur Kleinkunst - für ihr Publikum zu erschließen. Das Programm der neuen Spielzeit 2017/18 beweist einmal mehr, dass Vielfalt mit Anspruch zum echten Markenzeichen werden kann. Für den Förderverein und die Leitung des Hauses ist das nicht nur ein öffentlicher Auftrag, vertraglich mit der Stadt besiegelt, sondern zur Verpflichtung geworden, wenn es um die Gestaltung des Angebotes geht. „Wir sind ein Theater für die Stadt“, sagt Bianca Görke, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins. „Unser Angebot will alle Generationen unmittelbar erreichen und Kultur in ihren vielen Facetten als Begeisterung erlebbar machen.“

Bildung

Unterhaltung allein, so Bianca Görke, sei dabei nur ein Aspekt. Der Spielplan wolle auf- und anregend sein, fantasievoll, aber auch kritisch. „Kunst kann viel ausdrücken und zur Sprache bringen. Dafür halten wir unsere Türen offen.“ Insofern sei es folglich nur konsequent, dass viele Sparten zu finden sind, die individuelle Zugänge ermöglichten: Schauspiel, Kabarett, Comedy, Konzert, Musical, Multivisionsshows, Revuen, die Kunst- und Erlebnisbörse. Gleichzeitig verstehe man sich als fester Bestandteil der Bildungslandschaft im Salzlandkreis, so die Vorsitzende. „Neben dem Spielplan messe man der pädagogischen Arbeit eine weiterhin wichtige Rolle.“ Bianca Görke nennt Theaterpädagogik und -therapie sowie die Angebote in den Tanzensembles oder Aufführungen für Kinder. „Das sind die Besucher von Morgen.“ Nicht zuletzt bleibe das Salzlandtheater ein Mittelpunkt für Gruppen aus der Stadt, Salzland-Akkordeon- oder Jugendblasorchester, aber auch Salzland Frauenchor.

Planung

Das alles in einen Guss zu bringen, sei ein Stück Arbeit, berichten Vereinsspitze und Theaterleitung. Am Anfang schwebe dabei über allem die Frage, wen man wie erreichen wolle und wie viele Veranstaltungen leistbar sind - langfristig gedacht mit einem Verlauf von manchmal sogar zwei Jahren. „Dann steht schnell ein Gerüst dafür, was in die aktuelle Spielzeit kommt, was in der nächsten angeboten wird. Ist das geklärt, wenden wir uns gezielt an Künstler und Agenturen“, berichtet Leiter Stephan Czuratis. Auch Anfragen an das Theater werden - wenn es in das große Ganze passt - berücksichtigt, etwa von Gruppen auf Tournee. „Ein fließender Prozess.“ Eckpfeiler sind gesetzt in der Idee, jeden zweiten Sonnabend im Monat einen Familientheatertag anbieten und kleine Reihen etablieren zu wollen wie die Klassikkonzerte oder die Kleinkunst im Tilly-Saal. Alle Darbietungen gestalten regionale wie überregionale Künstler.

Bilder

Namen

Bekannte Namen tauchen auf wie Hansi Kraus, Herbert Köfer, Hartmut Schreier, Pierre Sanoussi, Lothar Bölck, Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler, Marion Bach und Hans-Günther Pölitz, Gerd Dudenhöffer, Sebastian und Tobias Hengstmann, Uwe Jensen oder Gerd Christian. Das Salzlandtheater arbeitet mit anderen Theatern aus Leipzig, Erfurt, Dresden und dem Harz zusammen. Bianca Görke und Stephan Czuratis wollen bei der Bandbreite keinen Termin besonders hervorheben. Sie sind aber stolz, dass sie größere Produktionen für Staßfurt gewinnen konnten (Kasten).

Erhalt

Bei allem Programmatischen vergessen Bianca Görke und Stephan Czuratis nicht, dass die Erhaltung des in einigen Teilen über 400 Jahre alten Hauses für Leitung und Verein „wichtige Aufgabe und ein stetiger Prozess“ sind. Nachdem im Foyer eine Abendkasse installiert wurde, ist im Sommer 2016 auch der Einbau einer offenen Regie vorangeschritten. Damit verliert der Regieraum auf der Empore seine Bedeutung, und es gibt vorsichtige Pläne, hier oben vielleicht weitere Sitzplätze einzubauen. Ein Vorhaben, das allerdings verschiedenen Auflagen wie dem Brandschutz und der Statik gerecht werden muss. „Hinter den Kulissen laufen ständig Maßnahmen zur Absicherung des Spielbetriebes und zur schrittweisen Modernisierung“, sagt Stephan Czuratis.

Ausblick

 Die ersten Veranstaltungen der neuen Spielzeit 2017/18:

Die Spielzeiteröffnung gestaltet das Theater gemeinsam mit den Staßfurter Stadtwerken, die in diesem Jahr auf ihr 25-jähriges Bestehen blicken. Am 2. September ist ein Sommer-Open-Air auf dem Benneckeschen Hof geplant. Dann ist die A-capella-Popband „medlz" zu erleben. Es gibt Ohrwürmer von Mozart bis Mercury. Im Programm sind Pianist Robin Stengel sowie das Duo Saskia und Kuisa zu hören. Den Abschluss bildet die „Robaria Feuershow".

Am 10. September ist ab 10.30 Uhr Familientheatertag mit „Das Häuschen irgendwo", einem Musical von Little Opera.

„FiJazzKo" spielen am 22. und 23. September jeweils ab 19.30 Uhr „Jazz im Tilly-Saal".

„Love Letter" von Albert Ramsdell Gurney - Schauspiel am 29. September ab 19.30 Uhr mit Lou Hoffner und Hansi Kraus.

Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie lädt am 30. September ab 19.30 Uhr zum Klassikkonzert „Lust mit Ludwig" ein. Zu hören ist dabei unter anderem Beethovens 8. Sinfonie.

 

Besondere Abende in der neuen Spielzeit:

„Der Kleine Lord" -
Musiktheater mit Gesang und Livemusik am 16. Dezember ab 19 Uhr.

Heinz-Erhardt-Abend am 17. Dezember ab 16 Uhr mit Hans-Joachim Heist (bekannt als Gernot Hassknecht)

Baumann & Clausen am
8. Januar 2018 ab 19.30 Uhr

„Höchstpersönlich" - eine Lesung mit Wolfgang Stumpf am 14. Januar 2018, Beginn 18 Uhr.

„Pasió de Buena Vista am 7. Februar 2018, 19.30 Uhr.

„Hair - The American Tribal Love/Rock Musical am 30. März, 19.30 Uhr.

 

Informationen und Karten ab sofort telefonisch unter (03925) 32 00 18 und im Internet unter der Adresse www.salzlandtheater.de