Staßfurt l Für Sachsen-Anhalt sei das Vorhaben in Staßfurt „spektakulär", sagt Wirtschaftsminister Armin Willingmann. Er hat jetzt den Fördermittelbescheid an Artur Osuchowski, Vorstand der polnischen Ciech-Group, und an Mathias Hübner, Chef von Ciech Soda Deutschland überreicht. „Der Bau des neuen Salzwerkes ist ein wirtschaftlicher Paukenschlag für die Region", sagt der Minister dabei. Hinter der Großinvestition stehe das klare Bekenntnis des Konzerns zur weiteren Entwicklung seines Standortes in Staßfurt. Seit 2007 betreibt Ciech das Sodawerk in der Salzstadt als eines seiner insgesamt acht Produktionsstandorte, zu denen auch Werke in Polen und Rumänien gehören. Der Konzern ist nach eigenen Angaben Marktführer in der polnischen Chemieindustrie. In Staßfurt beschäftigt er rund 400 Mitarbeiter.

Historische Bedeutung

Armin Willingmann zeigt sich überzeugt, dass auch das traditionsreiche Sodawerk von der Investition profitieren werde. Das Land engagiere sich finanziell, weil mit dem Neubau des Salzwerkes wichtige wirtschaftspolitische und -strukturelle Maßnahmen in der Region zum Tragen kämen. „Ciech kündigt 100 neue Arbeitsplätze an, dazu 33 Ausbildungsplätze." Es wird Stellen in der Produktion, Logistik und im Vertrieb geben. Daneben werde Staßfurt als historischer Ort für die Gewinnung von Salz und Salzproduktion aufgewertet und seine geschichtliche Bedeutung in die Zukunft getragen. Die Fördermittel kommen aus dem Fonds zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", bei dem Land und Europäische Union zusammenarbeiten.

Investition

Mit einer Investitionssumme von 109 Millionen Euro rangiere Ciech unter den „Top Ten" bei ausländischen Investitionen in Sachsen-Anhalt seit dem Jahr 2000, so der Wirtschaftsminister. Daneben gebe es weitere wichtige Kennziffern, mit denen die Unterstützung aus Magdeburg gerechtfertigt sei. „Polen ist der wichtigste Exportpartner für uns und bei den Importen auf Platz 4", berichtet Armin Willingmann.

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Baustart

Im neuen Staßfurter Salzwerk sollen spätestens in zwei Jahren hochreine Siedesalzprodukte für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie hergestellt werden. Vorgesehen ist insbesondere die Produktion von Salztabletten zur Aufbereitung von Trinkwasser. Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren. Nach aktuellen Plänen soll zum Jahresende die Grundsteinlegung für das Werk erfolgen. Im Salzwerk sollen jährlich bis zu 450.000 Tonnen Salz verarbeitet werden. Sie kommen aus den zum Sodawerk gehörenden unterirdischen Kavernen und werden im Solverfahren gewonnen.