Egeln l In den Mitgliedsgemeinden der Egelner Mulde wurde 2018 in 321 Fällen der Notarzt angefordert, teilte die Landkreisverwaltung mit. Das waren 52 Einsätze weniger als 2017.

Parallel dazu hat sich die vom Gesetzgeber mit dem Rettungsdienstgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vorgegebene Hilfsfrist für die Notdiensteinsatzfahrzeuge von 20 Minuten, die in 95 Prozent aller Fälle unter gewöhnlichen Bedingungen eingehalten werden soll, weiter verbessert. Sie stieg in der Egelner Mulde von 95,18 Prozent auf 98,44 Prozent.

Im Gegensatz dazu hat sich die Einhaltung der Hilfsfristen für die Rettungstransportwagen, die in 95 Prozent der Fälle innerhalb von zwölf Minuten nach der Alarmierung am Ort des Geschehens sein sollen, im vergangenen Jahr in den Mitgliedsorten der Verbandsgemeinde weiter verschlechtert. Sie lag 2018 den Angaben der Landkreisverwaltung zufolge nur bei 81,16 Prozent. 2017 waren es noch 92,46 Prozent. Auch hier war die Zahl der Einsätze rückläufig. Sie reduzierte sich von 930 auf 860.

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Hilfsfrist bei 95,85 Prozent

Das gleiche Bild ergibt sich auch für den gesamten Salzlandkreis. Bei insgesamt 9996 Einsätzen der Notarztfahrzeuge konnte die Hilfsfrist mit 95,85 Prozent erfüllt werden. 2017 lag sie noch bei 96,08 Prozent. Damals rückten die Notärzte insgesamt 9 827 Mal aus.

Rückläufig war die Einhaltung der Hilfsfristen auch bei den Rettungssanitätern. Sie kamen in 29.403 Fällen zum Einsatz und waren 83,68 Prozent gesetzeskonform am Ereignisort. 2017 gelang ihnen das mit 87,14 Prozent noch besser. Damals hatte es insgesamt 28.243 Einsätze gegeben.

Ein Vergleich der Situation in den einzelnen Mitgliedsgemeinden der Egelner Mulde wie in den Vorjahren konnte jedoch nicht mehr erfolgen.

Einzelne Auswertung nicht vorgesehen

„Die im Rettungsdienstbereichsplan enthaltenen Versorgungsziele haben insbesondere die Hilfsfrist als planerische Größe und die Einwohnerdichte des Gebietes eines Versorgungsbereiches in der Gesamtheit zu berücksichtigen. Der Versorgungsbereich umfasst das gesamte Gebiet des Salzlandkreises. Aus diesem Grund ist die Hilfsfristerfüllung für den gesamten Versorgungsbereich zu ermitteln. Die Hilfsfrist muss in insgesamt 95 Prozent der Einsatzfälle erfüllt werden. Die Auswertung einzelner Ortschaften und Ortsteile ist nicht vorgesehen“, teilte Marianne Bothe von der Landkreisverwaltung als Begründung mit.

Die von der Staßfurter Volksstimme angefragte Auswertung für die Verbandsgemeinde Egelner Mulde in der Gesamtheit sei zeitaufwändig gewesen.

„Die gesetzliche Vorgabe veranlasst den Salzlandkreis zur ständigen Überprüfung der Erfüllung der Hilfsfristen und im Ergebnis dessen, geeignete Maßnahmen zu veranlassen. Im Vergleich zum Bemessungszeitraum des Gutachtens aus dem Jahr 2016 ist eine deutliche Erhöhung des Einsatzaufkommens um 7,2 Prozent zu verzeichnen, so dass zwingend Maßnahmen zur Änderung beziehungsweise Verbesserung der flächendeckenden und bedarfsgerechten Versorgung mit Rettungsmitteln erforderlich sind“, heißt es in der Auswertung der Zahlen für 2018 durch die Landkreisverwaltung.

Als weitere Gründe für die Verschlechterung der Hilfsfrist wurden die vielen Straßensperrungen im Kreisgebiet sowie die deutschlandweite Grippewelle im ersten Quartal des vergangenen Jahres genannt.

Als Schlussfolgerung einer erneuten Begutachtung will der Salzlandkreis nun den Einsatz der Rettungsmittel insgesamt 391 Wochenstunden für den gesamten Salzlandkreis ausdehnen. „Das soll ab dem 1. Juli 2019 erfolgen, wenn der Kreistag am 6. März einen Beschluss dazu fasst“, kündigte die Kreisverwaltung an.

Versorgung in Borne am schlechtesten

„Insbesondere für den Rettungswache-Standort in Egeln bedeutet das, dass dort die Vorhaltung um 28 Stunden je Woche angehoben wird. Somit wird ein Rettungstransportwagen (RTW) für 24 Stunden von montags bis sonntags im Dienst sein und der zweite RTW täglich montags bis sonntags von 7 Uhr bis 19 Uhr. Vorher galt das nur in der Zeit von 7 Uhr bis 15 Uhr“, fügte die Pressestelle hinzu. Die Einsatzzeit der Rettungsmittel werde für den gesamten Landkreis um 12,6 Prozent angehoben. Hierbei sei erstmalig bereits eine jährliche Steigerungsrate am Einsatzaufkommen von drei Prozent enthalten.

2017 fiel die durchschnittliche Erfüllungsquote der Notarzteinsätze in der Egelner Mulde am niedrigsten in Hakeborn aus. Dort waren die Ärzte nur in 83,33 Prozent der Notfälle in der vorgeschriebenen Zeit am Ereignisort.

Bei den Rettungseinsätzen war 2017 die Versorgung in Borne am schlechtesten. Dort hielt der Rettungstransportwagen nur in 55,17 Prozent der Fälle die vorgeschriebene Anrückzeit ein. Als Gründe für den allgemeinen Rückgang der Hilfsfristen nannte die Landkreisverwaltung damals unter anderem die lang andauernden Straßensperrungen im Jahr 2017 auf der B81 und der B180 mit allen Kreuzungen und Abfahrten. Dies erschwerte die Erreichbarkeit der Orte Etgersleben, Hakeborn, Wolmirsleben, Westeregeln und Borne. Zusätzlich wurde auch die Erreichbarkeit der angegebenen Orte und Egeln selbst für das Notarzteinsatzfahrzeug aus Atzendorf erschwert.

Auch die gestiegene Anzahl der Einsätze im Kreis hatte die Wahrscheinlichkeit von Duplizitätenfällen erhöht. Das bedeutete, dass zu bestimmten Zeiten bei der Rettungsleitstelle des Salzlandkreises in Staßfurt per 112 mehr Notrufe eingingen als Rettungsmittel zur Verfügung standen. Nicht selten kam dann auch der Rettungshubschrauber des Landes zum Einsatz.