Neundorf l Ortsbürgermeister Klaus Maaß ist ein Mann der klaren Worte. Er setzt sich für Sauberkeit und Ordnung in Neundorf ein. Deshalb zieht er auch mit den Haltern ins Gericht, die zulassen, dass ihre Hunde sich entleeren, wo es gerade passt, und sich dann nicht um die Überreste kümmern. Doch, dass sagt der Ortschef auch, es muss Möglichkeiten der Entsorgung geben.

Der Einsatz dafür hat ziemlich viel Geduld von Klaus Maaß und seinen Mitstreitern im Ortschaftsrat gefordert. Zwei neue Papierkörbe stehen seit Freitag - einer in der Nähe des Funkturms am Gänseanger, der andere auf einer Fläche an der Freilichtbühne. Es sind zwei metallene Behälter, ganz handelsüblich. „Warum es so lange gedauert hat, bis sie aufgestellt werden, kann ich nicht versteh“, sagt Klaus Maaß. Er erinnert daran, dass der Ortschaftsrat im August 2017 - also vor fast einem Jahr - das Thema erstmals angesprochen hatte. Vier Standorte für Hundekotbehälter wurden ausgemacht und im Protokoll festgehalten.

Rathaus prüft

Im Staßfurter Rathaus begannen die Amtsmühlen zu mahlen. Erst im Januar gab es während einer Ratssitzung in Neundorf nach mehrmaliger Nachfrage wieder Auskünfte. Die Behälter sind noch nicht aufgestellt. Zwei Standorte wurden gestrichen, weil es dort „normale“ Papierkörbe gab. Zwei blieben übrig. Und obwohl der Stadtpflegebetrieb Papierkörbe „auf Lager“ hatte, wollte die Verwaltung erst abwägen, was man aufstellen könnte, um von vornherein Beschädigungen auszuschließen. Bis in den März war wieder Ruhe. Wieder eine Sitzung. Wieder Anfragen. Jetzt stehen die Papierkörbe - so wie der Stadtpflegebetrieb sie vorrätig hatte.

Wenn Klaus Maaß auf die Wartezeit zurückblickt, kann er nur mit dem Kopf schütteln. Die zuständige Bauverwaltung im Staßfurter Rathaus sagt, dass es Untersuchungen und Absprachen gegeben habe, und begründet die lange Zeit bis zum Aufstellen der Abfallbehälter. Es habe geklärt werden müssen, welche Form von Behältern aufgestellt werden könne. Dabei galt es abzuwägen, dass nicht nur kleine Papier- oder Müllreste entsorgt werden, sondern auch Hundeexkremente, zudem müsste alles sicher gegen Zerstörungswut sein. Die gewählten Papierkörbe hätten sich bewährt.

Diskussion auch in anderen Orten

Die Stadt berichtet, dass nach den Neundorfer Anfragen auch in anderen Ortschaften wie Hohenerxleben und Löderburg eine Diskussion über entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten entstanden sei. Aus diesem Grund habe die Verwaltung den Lösungsansatz auch „größer gedacht“. Standorte für die Entsorgungsbehälter in den Orten und in bestimmten Bereichen der Kernstadt wurden diskutiert. Dabei betrachtete man besonders die Quartiere, in denen es ausgewiesene Hundefreilaufflächen gebe und andere besondere Schwerpunkte, die sich für Spaziergänge besonders eigneten.

Mit dem Aufstellen allein sei es nicht getan, hieß es aus dem Rathaus. So gebe es Absprachen mit dem Stadtpflegebetrieb. Dabei gilt es zu klären, ob die Hundetoiletten bei den üblichen Touren der Papierkorbentsorgung mit abgefahren werden könnten, oder ob das gesondert geschehen müsse. Das wiederum sei abhängig von der Nutzung durch die Spaziergänger mit ihren Vierbeinern. Danach müsse der Stadtpflegebetrieb auch den Inhalt der Körbe irgendwo fachgerecht entsorgen. Alles – der Kauf neuer Behälter, ihre Abfuhr, Vandalismusvorsorge – müsse kostenseitig erfasst werden und für den Haushalt samt Folgekosten sowie in den Vereinbarungen mit dem Stadtpflegebetrieb darstellbar sein, so die Bauverwaltung.

Zunächst will die Bauverwaltung beobachten, wie die Behälter in Neundorf angenommen werden. Danach werde eine Entscheidung darüber getroffen, wo und wann neue Behälter aufgestellt werden.

Aufkleber sollen helfen

Das soll auch mit den Ortschaftsräten und dem Stadtrat diskutiert werden. Das Rathaus will jetzt noch nicht die Flinte ins Korn werfen. Der Ehrlichkeit halber verweist die Verwaltung aber auf den Staßfurter Königsplatz. Hier stehen Hundetoiletten und es gab sogar Tütenausgaben. „Bewährt hat sich das noch nicht“, heißt es aus der Bauverwaltung mit Blick auf die starken Verschmutzungen auf den Wegen und Wiesen rund um Gymnasium und Petrikirche.

In Neundorf sollen noch Aufkleber auf die Papierkörbe kommen mit dem Hinweis, dass die Entsorgung von Hundekot speziell möglich ist. Sie seien bestellt, so die Stadt. Klaus Maaß sagt im Spaß, er sei gespannt, wie lange das jetzt wieder dauern werde.

Zum Lachen ist ihm dennoch nicht zumute. „Es geht um die Behälter, um Ordnung und Sauberkeit, aber auch ein bisschen um den Umgang mit Ideen aus den Orten.“